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Zukunftslotsin Ute Feucht

Ute Feucht hat viele menschliche Schicksale am Rande der Gesellschaft kennen gelernt und begleitet.

Ute Feucht

(bsb)

Sie arbeitete jahrelang bei der Heilsarmee, später als Sozialarbeiterin im Gefängnis und in Männerwohnheimen, zeitweise als einzige Frau mit 120 Männern. Sie weiß um die Not und die Abgründe der Menschen im Schatten. Und sie hat sich nie gescheut hinzuschauen, anzupacken und sich einzusetzen für die Existenzen, die durch die Maschen gefallen sind.

Selbst in sehr schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen, kam sie mit zarten acht Jahren in Kontakt mit der Heilsarmee in ihrer Geburtsstadt Reutlingen: „Die Heilsarmee hat mir damals das Leben gerettet“, sagt sie. Dort fand sie den Zuspruch und die Anerkennung, die sie so vermisst hatte. So war es für sie keine Frage, sich mit 18 Jahren bei der Heilarmee ausbilden zu lassen. „Mithelfen, etwas für die Gemeinschaft tun“, wurde ihr Lebensmotto und ist es bis heute.

 

Weitere Infos:

Zukunftslotsen / Harburgs „Zukunftslotsen“
Standorte und Beratungszeiten der Zukunftslotsen »
Die Heilsarmee prägte auch den weiteren Lebensweg. Sie ging ins Hauptquartier nach Köln und arbeitete dort 13 Jahre in der Verwaltung. Auf dem zweiten Bildungsweg machte sie ihr Abitur und studierte Sozialarbeit. 1982 kam sie nach Hamburg und arbeitete mit wohnungslosen Männern. Der aufreibende Beruf ließ ihr keine Zeit für Kinder und Familie. Eine tückische Nervenkrankheit zwang sie schließlich in den Rollstuhl und in den Vorruhestand.

Heute lebt die 62jährige nahe der Harburger City, ist aber keineswegs zur Ruhe gekommen. Sie engagiert sich politisch in verschiedenen Gremien, ist aktiv in der Behindertenarbeit, betätigt sich ehrenamtlich bei HarAlt (Harburger Alternativen) in der Volkshochschule, in Selbsthilfegruppen und im Tierschutz. Sie leitet einen Leseclub und einen Katzenstammtisch. Sie ist gut vernetzt im Stadtteil, geht zum Singen, zur Gymnastik, in eine Frauengruppe und besucht eine englische Diskussionsrunde.

„Man muss aus jeder Situation versuchen das Beste zu machen“, ist ihre Devise. „Man darf nicht zurückschauen und verbittern, sondern muss hinschauen und sich fragen: was ist noch möglich?“

Zu den Zukunftslotsen kam sie über einen Vortrag bei HarAlt an der Volkshochschule. Das Konzept überzeugte sie: „Das ist die richtige Idee, dass die Berater zu den Leuten gehen und nicht umgekehrt.“