Private Abwasserleitungen Dichtheitsnachweise für Grundleitungen und Schächte in Hamburg

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Der Zustand der teilweise etliche Jahrzehnte alten privaten Abwasserleitungen ist oftmals besorgniserregend. Über Leckagen kann mit Schadstoffen belastetes Abwasser ausdringen und das Grundwasser verunreinigen. Beim Grundstückseigentümer liegt die Verantwortung für die Dichtheit seiner Abwasserleitungen.

Aus aktuellem Anlass möchten wie Sie darauf aufmerksam machen, keine Geschäfte an der Haustür abzuschließen.

Dichtheitsnachweise für Grundleitungen und Schächte in Hamburg

Kapitelübersicht

Allgemeines

Aus verschiedenen Untersuchungen sowohl in Hamburg als auch in anderen Bundesländern ist bekannt, dass ca. 30 bis über 50 % der privaten Abwasserleitungen Schäden aufweisen. Die Gesamtlänge der privaten Leitungen wird bundesweit mindestens doppelt so hoch wie diejenige des öffentlichen Netzes eingeschätzt. Offensichtlich ist demnach durch die Versickerung von Abwasser aus Leitungsundichtheiten ein erhebliches Schadenspotential für das Grundwasser gegeben. Dies gilt für das gesamte Stadtgebiet und stellt insbesondere in Wasserschutzgebieten ein Problem dar. 

Undichter Anschluss
Die Siele der öffentlichen Abwasseranlage in Wasserschutzgebieten wurden zwischenzeitlich mit großem finanziellen Aufwand saniert, die Sanierung der anderen öffentlichen Abwasseranlagen erfolgt, soweit notwendig, nach einem von der Hamburger Stadtentwässerung festgelegten Programm. Diese Anstrengungen sind aber letztlich nur dann im Sinne eines vorbeugenden Boden- und Gewässerschutzes wirkungsvoll, wenn auch die Undichtheiten in den privaten Leitungsnetzen beseitigt werden. Für die privaten Leitungen ist ebenfalls ein erheblicher Sanierungsbedarf gegeben. Pflichtig ist hierbei der jeweilige Eigentümer.


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Zertifizierte Fachbetriebe für Dichtheitsnachweise und Sanierung

Adressen zertifizierter Fachbetriebe finden Sie auf den Internetseiten der Zertifizierungsorganisationen:

Geschäftsstelle
Güteschutz Kanalbau
Dipl.-Ing. Oliver Timm
Alte Landstraße 35a
25474 Hasloh
o.timm@kanalbau.com
Gütegemeinschaft
Herstellung und Instandhaltung
von Entwässerungskanälen
und -leitungen e.V.
Linzer Straße 21
53604 Bad Honnef
Tel.: 02224/9384-0
www.kanalbau.com
- Fachbetriebe Dichtheitsprüfung
- Fachbetriebe Sanierung
Geschäftsstelle
ÜWG-SHK

Landestelle Hamburg
Fachbereich Grundstücksentwässerung
Barmbeker Markt 19
22081 Hamburg
Tel.: 040 / 299949-15 /-28
uewg@shk-hamburg.de

Überwachungsgemeinschaft
Technische Anlagen der
SHK-Handwerke e.V.
Rathausallee 6
53757 St. Augustin
www.uewg-shk.de/


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Rechtliche Situation, Pflichten des Eigentümers

Grundsätzlich haben Leitungen zum Transport von Abwasser gemäß den Bestimmungen dicht zu sein. Hierüber hat die Eigentümerin, der Eigentümer, einen Nachweis zu erbringen.
Im Einzelnen folgen daraus für Hamburg die weiter unten aufgeführten Termine und Zeiträume, bis zu denen erstmals und wiederkehrend Dichtheitsnachweise zu erbringen sind. Es muss darauf hingewiesen werden, dass das Nichtbefolgen dieser Vorschriften als Ordnungswidrigkeit gilt, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Sollten über undichte Leitungen Stoffe in den Untergrund gelangen, die zu Boden- oder Grundwasserverunreinigungen führen, kann sich der Eigentümer durch die Verletzung seiner Pflichten sogar strafbar machen.


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Nachweisfristen und Prüfarten für Dichtheitsnachweise

​​​​​​​Neubau

Bei einem Neubau einer Grundstücksentwässerungsanlage ist der Nachweis der Prüfung auf Dichtheit im Zuge der Baumaßnahme durchzuführen (Druckprüfung mit Wasser oder Luft nach DIN EN 1610). Neue Grundstücksentwässerungsanlagen dürfen erst in Betrieb genommen werden, wenn der Dichtheitsnachweis erbracht ist.

Der Dichtheitsnachweis (Vordruck P und Lageplan) ist für alle neuen Grundstücksentwässerungsanlagen der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft unaufgefordert zu zusenden an: dichtheitsnachweise@bukea.hamburg.de (§ 17b Absatz 1 Satz 2 Hamburgisches Abwassergesetz). 

Bestehende Grundstücksentwässerungsanlagen

Informationen zur Auswirkung der Corona-Krise auf die Erfüllung der Prüfpflicht bis zum 31.12.2020 (mehr...)

Dichtheitsnachweise sind grundsätzlich für alle unterirdischen Entwässerungsanlagen, die zur Schmutzwasserableitung dienen, zu erbringen und für Anlagen zur Ableitung von Regenwasser, die

  • an ein Misch- oder Schmutzwassersiel angeschlossen sind,
  • nachteilig verändertes Niederschlagswasser führen oder
  • Bestandteil einer Sicherheitseinrichtung im gewerblichen Bereich sind (z. B. Löschwasserrückhaltungen).

Zu prüfen ist die gesamte Entwässerungsanlage bestehend aus Leitungen, Schächten sowie gegebenenfalls Fettabscheidern und Abwasserbehandlungsanlagen.

Dichtheitsnachweise für bestehende Grundstücksentwässerungsanlagen sind von den Eigentümerinnen bzw. Eigentümern aufzubewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen (§ 17b Absatz 1 Satz 3 Hamburgisches Abwassergesetz).

Wasserschutzgebiete

In Hamburg sind folgende Wasserschutzgebiete verbindlich ausgewiesen:

  • Baursberg, 
  • Billstedt, 
  • Curslack / Altengamme, 
  • Langenhorn / Glashütte 
  • Süderelbmarsch / Harburger Berge
  • Eidelstedt / Stellingen (Hier ist die Dichtheit bis zum 31.12.2020 nachzuweisen.)

Veröffentlichung der Fristen für bestehende Anlagen im Amtlichen Anzeiger

Die Norm DIN 1986-30 Ausgabe Februar 2012 wurde am 10. Juni. 2014 als Technische Betriebsbestimmung für Entwässerungsanlagen eingeführt  (§15 Absatz 2 Hamburgisches Abwassergesetz) und ersetzt die am 5. Dezember 2008 bekannt gemachte DIN 1986-30 Ausgabe Februar 2003 als Technische Betriebsbestimmung.

Diese Technische Betriebsbestimmung ist damit verbindlich anzuwenden. In der Bekanntmachung wurden einige Regelungen der DIN 1986-30:2012-02 ausgenommen und zum Teil durch modifizierte Regelungen ersetzt. Dies gilt insbesondere für die Nachweisfristen für die ersten und wiederkehrenden Dichtheitsnachweise und die anzuwendenden Prüfarten für die Grundstücksentwässerungsanlagen.


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Sanierungsprioritäten und -zeiträume für bestehende Anlagen

Grundsätzlich sind die Dichtheitsnachweise bis zu den in der Tabelle „Fristen und Prüfarten für bestehende Grundstücksentwässerungsanlagen“ genannten Nachweisfristen und Zeitspannen zu erbringen. 
Stellt der zertifizierte Fachbetrieb geringe Schäden fest, (Sanierungspriorität III nach DIN 1986-30:2012-02) gilt die Anlage als dicht. Eine Überprüfung des Zustands findet dann im Rahmen der nächsten wiederkehrenden Dichtheitsprüfung statt.

Werden mittlere Schäden (Sanierungspriorität II) festgestellt, so ist zu sanieren und die Frist für den Nachweis der Dichtheit verlängert sich bis 2025. (gilt nur außerhalb von Wasserschutzgebieten für Wohngrundstücke, Restaurants und vergleichbare Grundstücke).

Bei schweren Schäden (Sanierungspriorität I) muss die Grundstücksentwässerungsanlage innerhalb von 6 Monaten saniert werden.


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Wo sind Dichtheitsnachweise einzureichen?

Bitte senden Sie der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft die Dichtheitsnachweise (Vordruck P und Lageplan) bevorzugt an folgende E-Mailadresse: dichtheitsnachweise@bukea.hamburg.de


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Schadenspotential

Über undichte Leitungen können Abwasser und die darin gelösten Stoffe austreten und in das Grundwasser gelangen.

Um zu verhindern, dass Schmutzwasser in den Untergrund und in das Grundwasser eindringt, sind dichte Abwasserleitungen unabdingbar.

Schadensverteilung an Kanälen, DWA-Umfrage 2009


Schadensverteilung an Kanälen in Deutschland

Quelle: DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.: Zustand der Kanalisation in Deutschland, Ergebnisse der DWA-Umfrage 2009, aktuell: DWA-Kanalumfragen


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Untersuchungsmethoden

Dichtheitsuntersuchungen sind von anerkannten Fachbetrieben durchzuführen. Der Qualität und der fachgerechten Dokumentation der Untersuchungsergebnisse kommt eine große Bedeutung zu, da die in vielen Fällen nachfolgend erforderliche Sanierung der Grundstücksentwässerungsanlage auf diesen aufbaut.

Fahrwagen mit Schwenkkopfkamera zur Kanalinspektion der Firma IPEK Spezial-TV GmbH, Hirschegg

Es wird zwischen der optischen Zustandserfassung - in der Regel mit einer Kanalfernsehanlage, auch Kamerabefahrung genannt - und der eigentlichen Dichtheitsprüfung unterschieden, die mit Wasser- oder Luftdruck vorgenommen wird. 

Für Leitungen, in denen ausschließlich häusliches Abwasser transportiert wird, ist im Normalfall die optische Zustandserfassung ausreichend.


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Sanierungsmöglichkeiten

Schlauchlinersanierung über einen Revisionsschacht innerhalb eines Hauses
Das geeignete Sanierungsverfahren ist von Umfang und Art der festgestellten Schäden sowie der Zugänglichkeit abhängig. Vielfach ist eine Sanierung ohne Aufgraben der Leitung möglich. Bei Einzelschäden können Injektionsverfahren, Roboterverfahren und partielle Liner zum Einsatz kommen. Größere Schäden können durch das Einziehen von Linern über die Inspektionsöffnungen abgedichtet werden. Bei sehr umfangreichen Schäden und Unzugänglichkeiten muss möglicherweise die gesamte Leitung erneuert werden.


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Kontakt:

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Amt Wasser, Abwasser und Geologie
W 21 - Grundstücksentwässerung

Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg


Manuel Hübner; Tel.: 040 42840 5250

Bettina Münkel; Tel.: 040 42840 5240

dichtheitsnachweise@bukea.hamburg.de



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