Hafengeburtstag

Hafengeburtstag: Schiffe Heti

Die Heti ist die letzte existierende Yacht, die nach der ursprünglichen Formel des Engländers Benzon gebaut wurde. Sie wurde durch die intensive Lobbyarbeit des 1994 gegründeten Freundeskreises klassischer Yachten (FKY) in letzter Minute vor dem Abwracken gerettet.

Heti Heti

Heti

Technische Daten

Typ: Rennyacht
Nation: Deutschland
Baujahr: 1912
Länge ü.A.: 23 m
Breite: 3,5 m
Tiefgang: 2,80 m
Segelfläche: 357 qm² maximal
Masthöhe: 22 m
Motor: 100 PS(75kW), VW Marine - 5 Zyl-Turbo-Diesel
Geschwindigkeit:  9 kn (unter Maschine), 10-11 kn (unter Segel)
Eigner: Stiftung Hamburg Maritim
Betreiber: Freunde der Heti e.V.
Heimathafen: Hamburg
Bauwerft: Oertz-Werft, Hamburg-Neuhof (Reiherstieg)

Kurzbeschreibung: Heti

Deutschlands einzige klassische Yacht wurde u.a. durch die intensive Lobbyarbeit des 1994 gegründeten Freundeskreises klassischer Yachten (FKY) in letzter Minute vor dem Abwracken gerettet. Nachdem der so verdienstvolle Hamburger Verein „Jugend in Arbeit“ das gerade noch schwimmfähige Fastwrack in Form einer Ausbildungsmaßnahme in seine Einzelteile zerlegt hatte, verrottete Holzteile ersetzt, das Riesenpuzzle wieder zusammengesetzt, die meisten Beschläge neu geschmiedet hatte und ca. 600.000 Euro ausgegeben waren, strahlte Deutschlands älteste 12m-Rennyacht wieder im alten Glanz.

Die Heti, wie die Yacht heute wieder heißt, ist die letzte existierende, die nach der ursprünglichen Formel des Engländers Benzon gebaut wurde. In diese Rechnung gehen die Abmessungen des Schiffes, wie Länge, Breite, Tiefgang usw. ein. Das Ergebnis der Berechnung muss eine Wasserlinienlänge sein, die bei 12 Metern liegt.

Der geniale Ingenieur Max Oertz hatte 1897 bereits die berühmten Germania-Yachten für die Familie Krupp gebaut und Kaiser Wilhelm II mit der Meteor III und IV die Schiffe an die Hand gegeben, mit denen er die sieggewohnten englischen Skipper schlagen konnte. Den Auftrag für die Heti erteilte ihm der Lübecker Unternehmer und Bürgermeister Herrman Eschenburg. Er gab ihr den Namen seiner Tochter Hedwig, kurz Heti genannt. Gebaut wurde der elegante Rumpf 1912 auf der Oertz-Werft in Hamburg-Neuhof. Mehr als 450 Yachten, Boote und Fischereifahrzeuge liefen dort in den Jahren von 1895-1922 vom Stapel.

Nachdem Eschenburg das Schiff aus wirtschaftlichen Gründen 1923 verkaufen musste, wechselten mehrfach die Besitzer. Der Weg führte die Heti zuerst an den Wannsee, weiter nach Kiel, wo sie zu einem 2-Master umgebaut wurde. Während des Krieges sowie in den ersten Nachkriegsjahren lag sie als Hausboot auf. Die Hanseatische Yachtschule war der nächste Besitzer. Als schließlich zwei Hamburger den ziemlich heruntergekommenen Segler erwarben, meinten sie mit einem Überzug aus Polyesterharz den Rumpf pflegeleicht konserviert zu haben. Die Regattaerfolge der nächsten Jahre gaben ihnen zunächst Recht. Auch der nächste Eigner profitierte davon. Unter dem Namen Saturn segelte die ehemalige Heti 1978 im Mittelmeer. Dort stellte sich jedoch nach einer Kollision mit der italienischen Aello heraus, dass eine Reparatur sehr, sehr aufwendig sein würde, da der Rumpf unter der Kunststoffhaut stark gelitten hatte. Wenig spektakulär erreichte der Rumpf 1999 als Deckfracht seine alte Heimat wieder. Niemand wusste zunächst mit dem schmuck- und mastlosen Rumpf etwas anzufangen.

Inzwischen war jedoch die Hamburger Stiftung Maritim gegründet worden, die Dank des Engagements der Handelskammer und des damaligen Leiters des Arbeitsamtes in der Lage war, die bei der Stiftung „Jugend in Arbeit“ restaurierten Schiffe zu übernehmen, ebenso die Heti. Schnell wurde klar, dass die Mittel der Stiftung nicht ausreichen würden, die Rennyacht wieder segelfertig zu machen. Segelenthusiasten gründeten daraufhin den Verein „Freunde der Heti“ und trieben so lange Spenden ein, bis „ihr“ Schiff wieder an den Regatten klassischer Yachten teilnehmen konnte.

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