Hafengeburtstag

Hafengeburtstag: Schiffe Amphitrite

Die 1887 gebaute Amphitrite hat eine bewegte Vergangenheit. Sie diente unter anderem als Filmschiff für „Das Geheimnis der Marie Celeste“ mit dem legendären Hans Joachim Kulenkampff und für die 26-teilige Serie über Felix Graf von Luckner. 

Amphitrite Amphitrite

Amphitrite: 3-Mast-Gaffelschoner

Amphitrite: Technische Daten

Typ: 3-Mast-Gaffelschoner
Nation: Deutschland
Baujahr: 1887
Länge ü.A.: 42,40 m
Breite: 5,70 m 
Tiefgang: 4,20 m 
Segelfläche: 542 qm2
Geschwindigkeit: 12 kn (unter Maschine), 14 kn (unter Segel)
Motor:  2 x 173 kW (2 x 235 PS), Daimler Benz
Eigner: Clipper – Deutsches Jugendwerk zur See e.V 
Heimathafen: Bremer (Winterliegeplatz Hamburg – Harburg)

Kurzbeschreibung

Die Schoneryacht „Amphitrite“ ist die älteste segelnde Rennyacht der Welt, wahrscheinlich auch der letzte legendäre Millionärsschoner des späten 19. Jahrhunderts. Der Zweimaster gewann außergewöhnlich viele Pokale in britischen Gewässern. Er besiegte sogar die „Meteor“, die Yacht Kaiser Wilhelms II.

Die Amphitrite wurde von 1884 bis 1887 bei Camper und Nicholson in Gosport gebaut, einer der berühmtesten Yachtwerften der Welt. Auftraggeber war der für seine Tapferkeit in Indien und Afghanistan mehrfach ausgezeichnete Major Alexander Donald McGregor aus der Grafschaft Sommerset. Die oft gelesene Behauptung, er sei auch Vizekönig von Indien gewesen, lässt sich nicht bestätigen. Als Eigner des großen Schoners fand er schnell die beiden vorgeschriebenen Bürgen, die seine Aufnahme in die Royal Yacht Squadron befürworteten. 1888 wurde er Mitglied, 1889 segelte er seine erste wichtige Regatta. Mit großem Vorsprung sicherte sich MC Gregor den Queen Victoria Pokal. Auch bei der Cowes Week 1889 zeigte sich die Überlegenheit seines Schoners. Er schlug die wesentlich größere amerikanische Yacht Yampa zunächst in der Handicap Class und am nächsten Tag nochmals in einem Matchrace. Großen Anteil daran hatte sein rennerfahrener Skipper Gomes, der später Kapitän der kaiserlichen Yacht Meteor wurde. McGregor scheint dann die Lust am Segelsport verloren zu haben. 1892 verkaufte er seine weiße Rennmaschine an Sir Frederik Wills, den Mitbegründer der British American Tobacco (BAT). Nach wechselnden Regattaerfolgen gab der den Schoner 1899 an Alfred Henry Littleton weiter, den Eigentümerr eines Musikverlages.

Im Jahr 1900 steht Spencer Hitchmann aus Dorset in der Liste der Besitzer. Er gab dem Segler den Namen seiner Frau Dolores. In den Besitz von Henry Lascelles, des 5. Earls von von Harewood und Freund der Königsfamilie ging die Rennyacht 1906 über. Er erneuerte 1910 und 1911 alle Segel sowie das gesamte stehende und laufende Gut und sorgte für neue Masten. Der nächste Eigentümer wurde 1911 George Hamilton Fletcher, einer der Direktoren der White Star Line. Er gab dem Schiff den Namen Joyfarer, die Namen seiner Schiffe mussten alle mit der Silbe Joy- beginnen. Henry Peech, Eigentümer seit 1914, taufte die Yacht auf den Namen Hinemona. Er ließ den ersten Motorantrieb einbauen, zwei Parson Paraffinmotore und setzte einen Kombüsenaufbau aus Stahl auf das Vorschiff. Auch das heute noch existierende hintere Deckshaus geht auf ihn zurück. Auch nach dem 1.Weltkrieg wechselten die Eigentümer in rascher Folge. Erster Nachkriegsbesitzer wurde Lancelot W. Dent, der 1919 die inzwischen mit einer Funkanlage ausgerüstete Yacht erwarb.

1921 fand sich der nächste  Besitzer in der Chronik der Amphitrite, Oberst Berkeley Gage. Er behielt den inzwischen wieder in Amphitrite zurück benannten Segler bis zu seinem Tod im Jahr 1937. Den berühmten Schiffsfotografen Beken of Cowes beauftragte er das inzwischen grüne Schiff zu fotografieren. Der nächste Eigentümer, Arthur Jocelyn Gare, 6. Earl von Arran, verlegte den Heimathafen nach Falmouth in Cornwall.  Er hatte die Amphitrite wahrscheinlich nur 2 Jahre behalten, denn in manchen Dokumenten taucht 1939 der Name des Lt. Colonel Arundel Evans als Besitzer auf, der sein Schiff 1942 an die britische Marine übergab. Die setzte die auch ohne Masten elegant wirkende Yacht als Ballonsperre gegen Tiefflieger ein. Noch immer ohne Masten, nutzten sie neue Eigner bis 1955 als Wohnschiff auf der Reede von Salcombe.

Wieder wechselten die Eigner in kurzen Abständen. Als Dreimaster mit wesentlich geringerer Segelfläche (ca.750m2) segelte sie meist im Mittelmeer, zwischendurch auch in der Ostsee unter dem Namen „Amphitrite af Stockholm“. 1966 scheint die Yacht von der „Horst Film GmbH&CoKG“ übernommen und wieder in Amphitrite zurück benannt worden zu sein. Der neue Besitzer ließ nicht nur zwei neue Diesel einbauen, sondern passte auch den Unterdeckbereich seinen Anforderungen an. Er erweiterte zudem die Aufbauten um einen großen Navigationsbereich. So vorbereitet konnte sie der nächste Besitzer, die Amphitrite-Schiffahrts - KG ab 1971 ohne große Veränderungen als Filmschiff einsetzen:

„Das Geheimnis der Marie Celeste“ mit dem legendären Hans Joachim Kulenkampff entstand an Bord sowie die 26-teilige Serie über Felix Graf von Luckner.

Nach 1973, d.h. nach Abschluss der Filmarbeiten, interessierte sich niemand mehr für die einstige Millionärsyacht. So konnte die Vereinigung „Clipper“ das Schiff 1974 für 500 000 DM erwerben. Während der Überführung vom Mittelmeer in einen deutschen Hafen erlitt sie so schwere Sturmschäden, dass sie völlig neu getakelt werden musste. Um die gefährlichen Arbeiten im Rigg mit jugendlichen Trainees während der Sail Training – Törns zu vermeiden, entschlossen sich die Kapitäne des Vorstandes zu einem Dreimastschoner mit 600m2 Segelfläche. Die Restaurierungs-und Umbauarbeiten führte die Bremerhavener Lloydwerft zusammen mit vielen freiwilligen Helfern durch.

Am 1. Mai 1976 lief die „Amphi“, wie sie seitdem liebevoll genannt wird, zu ihrer zweiten Jungfernfahrt aus. Unter der blau-gelben Flagge des „Deutschen Jugendwerkes zur See, Clipper e.V. hat sie seitdem viele tausend Seemeilen zurückgelegt und hat dank der aufopfernden Pflege ihrer zahlreichen Fans sicherlich noch viele vor sich.

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