Hafengeburtstag

Schiffe Präsident Freiherr von Maltzahn

Noch um 1900 drängten sich 145 der von Gorch Fock beschriebenen Finkenwärder Hochseekutter im kleinen Hafen der Elbinsel, geblieben sind 4! Die Präsident Freiherr von Maltzahn ist einer davon und ist heute ein schwimmendes Museum. 

Präsident Freiherr von Maltzahn Präsident Freiherr von Maltzahn

Präsident Freiherr von Maltzahn

Präsident Freiherr von Maltzahn: Technische Daten

Typ: Finkenwerder Hochseekutter (Gaffelketsch)
Nation: Deutschland
Baujahr: 1928
Länge ü.A.: 22,80 m
Breite: 6,80 m
Tiefgang: 2,60 m
Segelfläche: 320 qm²
Motor: 150 PS, 6Zyl. – Baudouin-Diesel
Geschwindigkeit: 8 Knoten (unter Maschine), 9 Knoten (unter Segel)
Eigner: Museumshafen Oevelgönne e.V.
Heimathafen: Hamburg

Kurzbeschreibung

Noch um 1900 drängten sich 145 der von Gorch Fock beschriebenen Finkenwärder Hochseekutter im kleinen Hafen der Elbinsel, geblieben sind 4! Der am besten erhaltene Fischer Ewer zeugt im Deutschen Museum (München, seit 1957) von der Schiffsbaukunst der heute noch bestehenden Sietas - Werft. Die anderen drei Landrath Küster, Astarte und Präsident Freiherr von Maltzahn, gehören als schwimmende Museen nach umfangreichen Restaurierungen gemeinnützigen Institutionen.

Eigner der 1928 erbauten Maltzahn ist der „Museumshafen Övelgönne“, der als gemeinnütziger Verein das Schiff betreibt. Den Unterhalt finanziert er weitgehend durch Gästefahrten, um interessierten Zuschauern bei maritimen Veranstaltungen von der Geschichte der Hochseefischerei unter Segeln zu berichten.

Auftraggeber des Hochseekutters waren 1928 die beiden Finkenwärder Fischer Fock und Holst. Sie benannten ihr neues Schiff, das bereits als untertakelter Motorsegler konzipiert war, nach dem bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Präsidenten des Fischereiverbandes Rügen.

Viel Glück hatten die Fischer nicht. Bereits 1933 mussten sich die beiden „Macker“ (Art der Teilhaberschaft) der Zwangsversteigerung beugen und ihr Schiff dem Cuxhavener Hochseefischer Jonny Lohse übergeben. Der neue Eigner ließ noch im gleichen Jahr einen stärkeren Motor einbauen. 1936 wich die Bünn einem Eisraum, in dem der frische Fisch auch auf den Hamburger Fischmarkt gebracht werden konnte. Während des 2. Weltkrieges nutzte die Marine den hölzernen Kutter zur Minensuche in der Ostsee. Unter der Bezeichnung NC 274 lag „Der Freiherr“ jedenfalls in einer Cuxhavener Werft zur Reparatur und entging so der Beschlagnahme durch die Alliierten. Bis zu seinem Tod 1961 fischte Jonny Lohse in der Nordsee, darunter auch Thunfisch. Da sich kein interessierter Erbe fand, erwarb der Wischhavener Segelclub den weitgehend originalen Kutter. Der Verein wusste mit dem billig erworbenen maritimen Schatz nichts anzufangen.

Ignorante Interessenten holten den Rumpf nach Berlin. Dort entfernten sie nicht nur die Reste des Pitchpine-Riggs und den Losekiel, sondern rissen auch die kostbare Mahagonieinrichtung der Eignerkajüte und des Logis ohne Sinn für die kostbare Tischlerarbeit heraus. Verlassen lag der Rumpf in Berlin. Irgendjemand holte ihn wieder nach Wischhaven, doch dort kenterte das Schiff und lief voll. Der Besitzer der bekannten Friedrichskooger Bieritz -Werft versuchte nun zu retten was noch zu retten war, doch auch er scheiterte an der Größe der Aufgabe.

In letzter Minute konnte der Verein des Museumshafens Övelgönne das Wrack bergen, nachdem der Verein dafür sogar noch 5000 DM bezahlen durfte. Mit Hilfe vieler Spender und des Arbeitsamtes gelang es, den Finkenwerder Kutter denkmalsgerecht wieder aufzubauen. Zum groß gefeierten 800. Geburtstag des Hamburger Hafens erfolgte der 2. Stapellauf am 15. April 1989 vom Slip der weit über Hamburgs Grenzen bekannten Traditionswerft der Familie Behrens in Hamburg Finkenwerder. Während des Wiederaufbaus wurde entschieden, den Kutter wieder als Anderthalbmaster zu takeln, nach dem Vorbild des Kutters „Louis und Emma“. Hannes Benning aus Altenwerder war dafür verantwortlich.

Seitdem segelt sie als Botschafter Hamburgs auf Nord – und Ostsee, besucht aber auch weiter entfernte maritime Festivals für historische Berufsfahrzeuge.

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