Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Neuallermöher Fleete Fischuntersuchungen

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Das Wasser des Allermöher Hauptfleetes ist mit Vinylchlorid belastet. Seit Ende September 2020 ist eine Anlage zur Belüftung in Betrieb. So wird das Wachstum von Mikroben gefördert, die das Vinylchlorid abbauen und damit auch die Belastung der Fische reduzieren. Über zwei circa 100 Meter lange Membranschläuche, die parallel zueinander am Grund des Fleets verlegt wurden, wird das Wasser mit Sauerstoff aus der Luft angereichert. Dabei entsteht ein auffälliges Blasenbild im Wasser. 

Neuallermöher Fleete - Fischuntersuchungen

Im November 2019 wurde auf Veranlassung der Umweltbehörde und auf Kosten des Verursachers, der Hauni Maschinenbau GmbH, eine Befischung durchgeführt und das rohe Fischfilet analysiert. 

Die Untersuchung hat ergeben, dass in den Fischen Vinylchlorid nachweisbar ist.

Im November 2020 gab es eine erneute Beprobung der Fische, um die Entwicklung der Belastung der Fische zu beobachten. Die gefundenen Werte sind deutlich niedriger als bei der Beprobung im Jahr zuvor.

Für Anwohnerinnen und Anwohner oder Nutzer der Fleete besteht keine Gefahr.

Ursache für die Belastung der Fische ist ein bereits 1996 festgestellter Grundwasserschaden, der nun das Oberflächengewässer in einigen Fleeten in Neuallermöhe erreicht hat.

Die Sanierung des Grundwasserschadens wurde von der Umweltbehörde 1998 eingeleitet und wird seitdem von der Hauni Maschinenbau GmbH in enger Abstimmung mit der Behörde durchgeführt. Die Schadstofffahne steht unter ständiger Überwachung.  

Folgen für den Fisch-Verzehr

Die Fleete sind an den Angelverein Bergedorf-West/Allermöhe e. V. verpachtet. Vinylchlorid ist als krebserregend eingestuft. Das Risiko für die Krebsentwicklung hängt von der Dosis ab. Bei der erneuten Untersuchung der Fische im November 2020 wurden diesmal auch zubereitete Fische analysiert und hier eine deutlich geringere Belastung der Fische festgestellt. Die Umweltbehörde konnte daher auf Basis der Bewertung des Amtes für Verbraucherschutz die Verzehrempfehlung an den Angelverein anpassen, wonach ein Konsum von erhitztem Fisch aus den Neuallermöher Fleeten ein bis zweimal in der Woche unbedenklich ist.

Wie geht es mit den Fleeten weiter?

Es gibt keine schnelle Methode, die Gewässerverunreinigung zu reduzieren. Damit der Schadstoffeintrag aus dem Grundwasser in die Fleete unterbunden wird, hat die Umweltbehörde mit dem Verursacher bereits im vergangenen Jahr Maßnahmen vereinbart:

Im Bereich des Nettelnburger Landweges ist seit Juni 2020 eine Anlage zur biologischen Sanierung in Betrieb, mit der die Konzentration der Schadstoffe im Grundwasser und damit auch der Eintrag in die Fleete reduziert wird. 

Die Sanierungsdauer wird auf 20 Jahre geschätzt.

Neben den Sanierungsmaßnahmen für das Grundwasser wurden Versuche zur Sanierung des Oberflächengewässers durchgeführt. In einem einjährigen Pilotversuch von September 2020 bis September 2021 wurde geprüft, ob durch die Belüftung des Fleetwassers die Vinylchlorid-Verunreinigung reduziert werden kann.

Der Pilotversuch hat bestätigt, dass durch die Sauerstoffanreicherung der natürliche mikrobielle Abbau von Vinylchlorid im Fleetwasser gefördert wird. Daher wird die Belüftung des Oberflächengewässers in den nächsten Jahren weitergeführt.

Erläuterungen

Anlage zur biologischen Sanierung: Hierbei handelt es sich um eine Reihe Grundwassermessstellen. Durch das Einbringen von organischem Substrat in die Messstellen entsteht im Grundwasser eine Reaktionszone, in der der mikrobiologische Schadstoff-Abbau unterstützt wird. Die Reaktionszone hat die Aufgabe, die auf das Annenfleet zuströmende Schadstofffahne abzuschneiden und weitere Schadstoffeinträge zu verhindern.

Abbauvorgänge im Oberflächengewässer: Im Zusammenspiel mit Sauerstoff baut sich Vinylchlorid besonders gut ab. In den Fleeten ist Sauerstoff begrenzt vorhanden, anders als im Grundwasser, wo es in Bergedorf nicht auftaucht. Durch das Einblasen von zusätzlichem Sauerstoff in das Fleetwasser wird die Sauerstoffsituation verbessert und die Reinigung ist schneller möglich.

Hintergrund

Perchlorethylen besitzt hervorragende Entfettungseigenschaften und wurde deshalb besonders in den 1960er bis 1980er Jahren in fast jeder chemischen Reinigung sowie in der Metallbearbeitung verwendet. So auch auf dem Betriebsgelände der Firma Hauni. In den 1960er bis 1980er Jahren sind auf dem Betriebsgelände Reste des Perchlorethylen in den Boden gelangt und durch den Beton bis in die grundwasserführenden Sande durchgesickert. Mit  dem natürlichen Grundwasserstrom hat es sich dann langsam, das heißt circa 30 bis 40 Meter pro Jahr, Richtung Südwesten ausgebreitet. So ist im Grundwasser eine Schadstofffahne entstanden.

Perchlorethylen baut sich im Laufe der Zeit ab.  Wenn Sauerstoffmangel herrscht, wie im Grundwasserleiter in Bergedorf, entsteht dabei Vinylchlorid. 

Kontakt

Amt für Agrarwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten

Bodenschutz und Altlasten

Themenübersicht auf hamburg.de

Empfehlungen

Anzeige
Branchenbuch