Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Sanierung des Gaswerkes Grasbrook in der HafenCity

Altlastensanierung - Gaswerk Grasbrook - Hamburg - FHH

In dem Stadtentwicklungsprojekt HafenCity befindet sich auch das ehemalige Betriebsgelände des ältesten Hamburger Gaswerkes Grasbrook mit einer Fläche von ca. 67.000 m². Das Gaswerk wurde 1844 errichtet und bis 1976 mit mehreren Umbauten betrieben. Danach wurden die oberirdischen Gebäude und Betriebseinrichtungen abgebrochen. Das Gelände wurde für die Nutzung durch die Firma CELLPAP von 5,0 m auf 7,20 m ü. NN aufgehöht und durch eine befahrbare Oberfläche versiegelt und mit einer zwischenzeitlich abgerissenen großen Lagerhalle überbaut. Die Gesamtfläche befindet sich mittlerweile als Sondervermögen im Eigentum der stadteigenen GHS (Gesellschaft für Hafen- und Standortentwicklung mbH).

In diesem Bereich soll ein Überseequartier mit Kreuzfahrtterminal als "Herzstück mit Initialzündung" innerhalb des Projektes HafenCity errichtet werden. Das Grundstück steht als zentrale und herausragende Entwicklungsfläche der HafenCity unter einem erheblichen zeitlichen Druck zur Vermarktung. Der Masterplan sieht hier eine großflächige Bebauung vor, die mindestens zweigeschossige Tiefgaragen erfordert. Zur Zeit wird ein Teilbereich der Grasbrookfläche als provisorischer Kreuzfahrtterminal genutzt.

Der Untergrund ist wie bei allen ehemaligen Gaswerken hochgradig mit gaswerkstypischen Schadstoffen belastet. Es handelt sich insbesondere um organische Verunreinigungen wie Teeröle, Benzol und PAK. Die Schadstoffbelastungen erfordern die Sanierung der hoch belasteten Grundstücksbereiche zur Gefahrenabwehr für das Grundwasser vor der Umnutzung.

Auf Basis der historischen Recherche und der Untersuchungsprogramme wurde die Grasbrookfläche in drei Teilbereiche eingeteilt: Fläche A (Bereich, in dem die Gasreinigung und die Herstellung weiterer chemischer Grundstoffe stattfand, daher am höchsten belastet, bis in NN +1 m Tiefe und in Teilbereichen bis NN -1 m), Fläche B (ehemaliger Kohlelagerbereich und Öfen, höhere Belastungen bis in ca. NN +3 m Tiefe, lokal ggf. tiefer) und Fläche C (ehemaliger Gasometerbereich, nur vereinzelt können noch tiefer liegende Belastungen vorhanden sein). Die Sanierung der Fläche C zur Gefahrenabwehr ist bereits in den 80er Jahren durch die HGW (Hamburger Gaswerke) / Amt Strom- und Hafenbau erfolgt.

Sanierungskonzept: Die kontaminierten Bereiche sollen durch Auskofferung saniert werden.

vergrößern HafenCity

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Abteilung Altlastensanierung, hat die Bau- und Entsorgungsleistungen mit Aufträgen vom 19. Dezember 2003 vergeben. Die Arbeiten haben am 7.1.2004 mit der Baustelleneinrichtung begonnen und werden voraussichtlich im Frühjahr 2005 abgeschlossen. Mit den Aushubarbeiten wurde Ende Februar 2004 planmäßig begonnen. Die Entsorgung des Aushubmaterials erfolgt chargenweise nach Klassifizierung und Deklaration gemäß den abfallrechtlichen Bestimmungen. Der Zustimmungsbescheid nach § 62 HBauO sowie weitere erforderliche Erlaubnisse und Genehmigungen (z.B. zur Wasserhaltung) für den Baubeginn liegen vor.

Das Areal ist als ehemaliges wichtiges Industriegebiet im 2. Weltkrieg mehrmals bombardiert worden, insbesondere während der Luftangriffe 1943. Daher besteht für das frühere Gaswerksgelände dringender Bombenblindgänger- und Granatenverdacht. Der Kampfmittelräumdienst wird aus diesem Grund bei allen Arbeiten ständig vor Ort sein und das Gebiet gegebenenfalls von Blindgängern und Kampfmitteln räumen.

vergrößern HafenCity

Sanierungsdurchführung:

Unter Verwendung der Ergebnisse der historischen Recherche, der Schadstofferkundungen und der Erfahrungen aus der Sanierung anderer Gaswerksstandorte soll unter Berücksichtigung der erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und der zukünftigen Nutzung in der HafenCity folgende Bereiche saniert werden:

Teilfläche A bis bis in eine Tiefe von NN +1 m und Sanierung der Teilfläche B bis in eine Tiefe von NN +3 m, tiefer liegende lokale Verunreinigungen werden mitsaniert und bauliche Hindernisse so weit wie möglich entfernt.

Saniert wird durch einen umfassenden Bodenaushub. Insgesamt werden rund 200.000 m³ Boden ausgebaggert (rund 10.000 LKW-Ladungen), in thermischen Anlagen gereinigt oder auf Deponien gelagert.

Der Bauablauf ist wie folgt vorgesehen:

· Schrittweiser Rückbau der Oberflächenbefestigung

· Aushub und seitliche Lagerung der unbelasteten oberen (ca. 2m) Füllsande für den späteren Wiedereinbau

· Aushub des belasteten Bodens bis in eine maximale Tiefe von + 1m NN mit Sichtkontrolle durch den Kampfmittelräumdienst

· Seitliche Lagerung des belasteten Bodens für die erforderliche Beprobung mit anschließenden Deklarationsanalysen zur ordnungsgemäßen Entsorgung

· Wiederverfüllen der Baugrube bis auf ein Niveau von ca. + 4m NN

Downloads