Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Stülckenwerft

Altlastensanierung - Stülckenwerft - Hamburg - FHH

Seit der Aufhöhung des Geländes im Jahre 1845 fand eine kontinuierliche Nutzung durch die Werft H. J. C. Stülcken und anderen Betrieben (Kupferhütte, Gaswerk) statt. Die Bebaung des Geländes wurde im Krieg fast vollständig zerstört; 1948 ist mit dem Wiederaufbau begonnen worden. Im Jahr 1966 wurde die Werft H. J. C. Stülcken von Blohm + Voss übernommen. Nach der Stillegung des Werftstandortes im Jahr 1988 wurde das Gelände an die FHH zurückgegeben. Der Abbruch der Werft-Bebauung erfolgte in den Jahren 1988/1989. Die insgesamt 12 ha große Fläche wurde flächendeckend auf Verunreinigungen untersucht mit dem Ergebnis, daß in der Süd-Ost-Ecke des Geländes Belastungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen festgestellt wurden. Durch weitere Sondierungen wurde der Schadensbereich auf ca. 1,2 ha Fläche eingegrenzt. Als mittlerer MKW-Gehalt wurde in der betroffenen Bodenschicht (2 - 5 m unter GOK) 16.000 mg MKW/kg ermittelt.

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Als Sanierungsmethode wurde ein Bodenaustausch mit Bodenwäsche beschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma Nordac, die die Hochdruckbodenwaschanlage Oecotec zuvor erfolgreich bei der Reinigung von 70.000 t vergleichbar kontaminierten Bodens in Düsseldorf eingesetzt hatte. Der Bodenaustausch mußte unter Berücksichtigung des Tidenhubes der angrenzenden Elbe sowie der möglichen Gefahr einer Sturmflut durchgeführt werden. Aus diesem Grund wurde die Fläche mit Ausnahme des Sanierungsbereiches um 2 m auf + 7,5 m über NN aufgehöht. Zur Vermeidung eines hydraulischen Grundbruches (die Auskofferung erfolgte bis auf die gewachsenen Weichschichten auf ca. 0,0 m NN) wurde in tideabhängigen Etappen gearbeitet. Sowohl Auskofferung als auch Wiederverfüllung wurden abgeschlossen, ehe der Wasserstand der Elbe und damit des tidebeeinflußten Grundwassers wieder angestiegen waren. Der Bodenaustausch mit Bodenwäsche wurde in der Zeit von Mai bis Oktober 1990 durchgeführt und abgeschlossen. Die Entsorgung unterschiedlicher Reststoffe war erst Ende 1991 beendet, da aufgrund der kurzfristigen Durchführung nicht die für ein reibungsfreies Entsorgungsmanagement erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden konnten.

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Im Rahmen des Bodenaustausches fielen neben den aufgelisteten Stoffen folgende Abfälle an, die ebenfalls entsorgt wurden:

- 2827 m³ Stauflüssigkeit aus der offenen Wasserhaltung wurden über eine Aufbereitungsanlage physikalisch behandelt und in das Sielnetz abgeleitet.

- 50 t Asphaltgranulat vom Abbruch der Straße Nordersand wurden zur Wiederverwertung an die Hamburger Asphalt Mischwerke (HAM) geliefert.

- 60 t kontaminierter Asphaltaufbruch vom Abbruch der Straße Nordersand wurden zur Deponie Wiershop transportiert und dort entsorgt. - Geschredderte Holzpfähle wurden bei der AVG entsorgt.

- Mit Holzbohlen eingefaßte Teerölbecken wurden ausgegraben und über die MVG entsorgt.

Gesamtkosten ca. 9,1 Mio. €

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