Bezirk Altona

Fotoausstellung Solidarität macht Mut

Wie Hamburg den Widerstand gegen die Diktatur in Chile bestärkte

Chile-Fotoausstellung im Altonaer Rathaus

Chile-Fotoausstellung im Altonaer Rathaus  vom 6. bis 24. August 2018 mit Fotos von Michael Meyborg aus den Jahren von 1973 bis 1987.

 

Als Dr. Salvador Allende im Oktober 1970 mit den Stimmen der vereinigten Linken und Unterstützung der Christdemokraten zum präsidenten Chiles gewählt wurde, keimte in vielen Ländern die Erwartung, daszlig; die Verwirklichung eines demokratischen Sozialismus mit demokratischen Wahlen auf verfassungsmäßiger Basis möglich sei.

Schon bald nach Amtsantritt der neuen Regierung wurden mit Zustimmung aller Parlamentsparteien der Kohle- und Kupferbergbau und die Textilindustrie verstaatlicht. Banken und ausländische Großunternehmen wurden enteignet, in einer Agrarreform wurde Großgrundbesitz an Kleinbauern und Koltektive verteilt. Eine kostenfreie Gesundheitsversorgung und Schulbildung wurden eingeführt, die preise für Mieten und Grundnahrungsmittel begrenzt, jedes Kind bekam Schuhe sowie täglich einen halben Liter kostenloser Milch.

Aber sofort setzten auch - unterstützt von den USA und Westeuropa - Boykottmaßnahmen und Sabotageaktionen gegen die sozialistische Wirtschafts- und Sozialpolitik ein. Das führte zu Versorgungsengpässen, einem sich ausbreitenden Schwarzmarkt und galoppierender Inflation.

Bei den Parlamentswahlen Anfang 1973 konnte die vereinigte Linke trotz der Wirtschaftskrise ihren Stimmenanteil auf 44 Prozent steigern.

Am 11. September 1973 wurden jedoch alle Hoffnungen auf einen demokratischen Weg zum Sozialismus durch den vom CIA unterstützten Putsch des Generals Augusto Pinochet jäh zerstört. Tausende Chilenen wurden ermordet, zehntausende gefoltert und in Konzentrationslager geworfen, tausende verschwanden.

Während des Putsches und kurz nach dem Putsch gelang es einigen chilenischen Verfolgten, in ausländischen Botschaften in Santiago Zuflucht zu finden. Später erlies die Militärdiktatur ein Dekret, dass eine KZ- oder Haftstrafe in eine Verbannung ins Ausland umgewandelt werden konnte.

Neben anderen Ländern gewährte die Bundesrepublik Deutschland solchen chilenischen Flüchtlingen Asyl. Bis 1979 wurden 2.700 Flüchtlinge aus Chile aufgenommen, von denen auch einige nach Hamburg gelangten.