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Geschichte Altona dänisch ...

Altona dänisch ...

Natürlich haben die Dänen die Konkurrenz zu Hamburg im Sinn, und die Verleihung des Stadtrechts durch Friedrich III. am 23. August 1664 ist in erster Linie eine Maßnahme zur Stärkung Altonas gegenüber Hamburg. Freilich werden durch den Wechsel des Landesherren aus den Altonaern keine Dänen, es beginnt aber eine nun 200 Jahre dauernde bemerkenswerte Lage für Altona, die diese Stadt immer wieder zum Spielball gesamtdänischer Interessen macht, sei es zum Vorteil, sei es aber auch zum Nachteil Altonas.

1711 und 1713 markieren zwei Schicksalsjahre für Altona, weil nach einer ersten Feuersbrunst und nach der Pest die Stadt 1713 in direkter Auseinandersetzung im Zuge des Nordischen Krieges verwickelt wird. Die Pest wütete in ganz Nordeuropa, aber immerhin wusste man inzwischen, dass sie durch Ansteckung übertragbar war. So hatte Hamburg die Tore geschlossen, als Altona von der gegen jedes Kriegsrecht verstoßenden Brandlegung durch schwedische Truppen im Januar 1713 getroffen wurde. Planmäßig setzten schwedische Soldaten des Generals Stenbock, im Osten beginnend, Haus für Haus in Brand. Aus dieser totalen Zerstörung erklärt sich, dass aus der Zeit vor 1713 außer der Straßenanlage der Palmaille so gut wie nichts mehr an das Altona vor dem Schwedenbrand erinnert.

König Friedrich IV. von Dänemark ernannte am 16. März 1713 Detlef Christian von Reventlow (1671 - 1738) zum Altonaer Oberpräsidenten. Reventlow ging tatkräftig an den Wiederaufbau, und als Glücksfall für Altona muss es gelten, dass Reventlow den erst 32 Jahre alten Claus Stallknecht als Baumeister zur Seite hatte. Der Aufbau vollzog sich in geordneten Bahnen, und die Stadt erhielt durch einige hervorragende Bauten ein sehr viel ansehnlicheres Gesicht als zuvor. Zu nennen ist besonders das Alte Rathaus an der Königstraße, das Max Brauer noch Ende der zwanziger Jahre hatte renovieren lassen und das im Bombenhagel des Jahres 1943 zerstört wurde.

Joachim von Lohe konnte immerhin mit der Hilfe des Pinneberger Drosten seinen Krug trotz Hamburger Proteste offenhalten. Pinneberg - das war ein Reichslehen, mit dem die Grafen von Schauenburg belehnt waren, die weitab auf ihrem Stammsitz an der Weser residierten und sich die Verwaltung durch den Drosten in Pinneberg besorgen ließen mit dem Ziel, möglichst hohe Einnahmen aus der Grafschaft zu ziehen.

Stallknecht war es, der die Genehmigungspflicht für Neubauten in Altona einführte und mit der mittelalterlichen Bauweise aufräumte. Beischläge sollte es in den Straßen nicht mehr geben.

Unter Reventlow wurden aber auch weitere bemerkenswerte Einrichtungen in Altona geschaffen, so von 1722 bis 1724 der neue Holzhafen - heute auch Kleinschiffhafen genannt -, um dessen Restaurierung man sich am nördlichen Elbufer in den nächsten Jahren wieder kümmern will. Schließlich fällt in Reventlows Amtszeit die Begründung des nach ihm benannten Reventlow-Stifts, das seinerzeit gemeinsam mit der Heilig-Geist-Kapelle auf dem Gelände der heutigen Grünanlage Behnstraße/Struenseestraße entsteht. Die Stiftung sollte Armen und Alten Wohnung und Unterstützung gewähren. Erst 1892 werden diese Stiftswohnungen abgebrochen und an den heutigen Standort des Reventlow-Stifts an der Thadenstraße verlegt.

Altona nimmt in der Mitte des 18. Jahrhunderts einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, so vor allem am Hafen, an dem es 1740 drei Großschiffswerften und mehrere Bootswerften gab, dazu "Zubehörbetriebe" wie Reepschlägereien, Segelmachereien und Ankerschmieden.

Besonders hervor tat sich Altona aber im kulturellen und geistigen Leben dieser Zeit, wobei der Startschuss mit der Gründung des Christianeums im Jahr 1738 fällt. Auf Anordnung des Königs Christian VI. erhielt die bereits in Altona bestehende hohe Schule den Namen Christianeum und wurde zu einem akademischen Gymnasium, das den deutschen Landeskindern ein Studium an der Universität von Kopenhagen ermöglichte.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sammelten sich in Altona, Ottensen und entlang der feinen Landsitze an der Elbchaussee lokale Geistesgrößen der damaligen Zeit, aber auch mancher Dichterfürst, es sei nur an Klopstock erinnert.