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Ansicht des Altonaer Rathauses

Verwaltungsbau Arbeitsamt Altona

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Arbeitsamt Altona

Kieler Straße 39

Das von Altonaer Bausenator Gustav Oelsner entworfene Gebäude des Altonaer Arbeitsamts (damals „Öffentlicher Arbeitsnachweis“) wurde 1927 eingeweiht. Der öffentliche Arbeitsnachweis Altona war 1914 gegründet worden und zuvor provisorisch in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Der moderne Verwaltungsbau sollte dazu führen, die stetig wachsende Aufgabe gut bewältigen und die Arbeitslosen menschenwürdig behandeln zu können. Das erdgeschossige Gebäude ist um einen Innenhof ausgerichtet. Lediglich zur Frontseite hin gibt es ein hierarchisches Element. In diesem Aufbau war früher die Geschäftsleitung untergebracht. Die funktionale Bauweise und der rationale Grundriss trugen zu einer Effizienzsteigerung der bürokratischen Abläufe von Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenunterstützung bei. Der Bau verfügte über insgesamt 16 Eingänge, einen Haupteingang sowie 15 Eingänge, die nach Berufen geordnet waren. Die Eingänge waren durch Beschilderung und kugelförmige Milchglasleuchten als solche gekennzeichnet. Auf diese Weise wurden Drängeleien und lange Warteschlangen vermieden. Neuerungen waren außerdem abgeteilte Beratungszimmer, in denen die Gespräche stattfanden sowie ein zentraler und offener Schalter für die Arbeitslosenmeldung.

Das Altonaer Arbeitsamt war der erste Bau dieser Art in Norddeutschland und hatte Vorbildfunktion. Bei Zeitgenossen galt er als das „modernste und zweckmäßigste“ Arbeitsamt Deutschlands.

Der Betonskelettbau ist ein Beispiel für die Rasterbauweise. Zugänge, Fenster und hochkantige Keramikplatten gliedern die Fassade in einem stetig wiederkehrenden Muster. Die farbige Innengestaltung von Wänden, Decken und Möbeln sollte eine positive Wirkung auf die Menschen haben, das Arbeitsamt keine typische Amtsstube, sondern ein freundlicher und heller Ort sein.

Die Altonaer Nachrichten (Ausgabe 161/1927) schrieben zur Eröffnung: „Luft und Licht – das ist es…der erste überwältigende Eindruck, wenn man den Bau betritt. Große breite Fenster tauchen das Innere des ganzen Gebäudes in Helligkeit. Farbe fängt diese Helligkeit auf. Farbe an den Wänden, Farbe an den Türen, den Möbeln, den Tischflächen und den Kacheln des Flures. Farbe von verschwenderischer Fülle, geeignet um zu erheben und zu befreien im Gegensatz zu den Kasernenstuben der düsteren Behörden, die man sonst kennt.“ Durch die Eingemeindung Altonas wurde das Arbeitsamt 1938 zur Hauptnebenstelle des Hamburger Arbeitsamtes. Kurze Zeit später fand die Umorganisation in der Arbeitsvermittlung nach Berufsgruppen statt.

Das Arbeitsamt in der Kieler Straße war bis Mitte der 1970er Jahre für das Bau- und Holz, sowie Eisen- und Metallgewerbe zuständig. Danach hatte die Kindergeldkasse ihren Sitz im Gebäude. In den 1950er Jahren war ein Anbau entstanden, der sich am Stil des Hauptgebäudes orientierte.

Nach dem Auszug der Kindergeldkasse stand das Gebäude von 1995-2001 leer. Im Jahr 2000 begannen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen. 13 der 16 Eingänge wurden geschlossen, um mehr Büros im Inneren einrichten zu können. Bis zum Boden reichende Fenster erinnern heute an die ehemaligen Eingänge. Beschädigte farbige Außenkacheln wurden durch neue, farblich angepasste Exemplare ersetzt. Die grünen Möbel und die Kugelglasleuchten sind nicht erhalten. Auch die farbigen Anstriche sind größtenteils verschwunden, nur im Eingangsbereich ist das ursprüngliche Rot erhalten. Die Eingangshalle wurde durch eine Zwischenwand verkleinert wodurch die markante Rasterung verloren gegangen ist. Die helle und luftige Treppe in der Eingangshalle ist erhalten, ebenso das historische Geländer, das allerdings auf die heutige Normhöhe abgesenkt werden musste.

Seit Dezember 2001 hat das Arbeitsamt Altona seinen Sitz wieder in diesem Gebäude, das seit 1993 unter Denkmalschutz steht.

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Danke für Ihr Interesse!