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Ansicht des Altonaer Rathauses

Geschichte Geschichte des Fischmarktes

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Geschichte des Fischmarktes

In über 300 Jahren Geschichte entwickelte sich der Hamburger Fischmarkt vom unbedeutenden Altonaer Fischhandelsplatz zum größten Hamburger Grundversorgungsmarkt und einem weithin bekannten Original der Hansestadt.

Der Sonntags-Fischmarkt entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Elb-Fischerort Altona, einem kleinen Dorf vor den Toren Hamburgs. Seine „Gründungsurkunde“ ist die „Magistratus Verordnung wegen der Fischer“ vom 2. Mai 1703. In diesem amtlichen Erlass erlaubten die Altonaer Stadtväter den Fischern, ihre Fänge auch an Sonntagen zu verkaufen. Hintergrund für die Regelung waren Beschwerden der Fischer, die ihre Waren aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten nicht lange lagern konnten. Besonders im Sommer verdarben ihnen die Fische von Samstag auf Montag, die Einnahmeverluste trafen viele Fischerfamilien hart. Die Verordnung legte auch die frühe Marktzeit fest, die sich bis heute nur um eine Stunde erweitert hat: „bis die Glocke halbe neun“ schlug, durfte gehandelt werden. Dadurch waren die leicht verderblichen Waren im Sommer nicht der Mittagshitze ausgesetzt und die Fischer kamen noch rechtzeitig zum sonntäglichen Gottesdienst.

Trotz dieser Verkaufserlaubnis blieb der sehr kleine Altonaer Fischmarkt in den ersten Jahren eher unbedeutend. Viele Fischer boten ihre Waren lieber auf dem Hopfenmarkt der reichen Nachbarstadt Hamburg an. Dies änderte sich ab 1715. Zwei Jahre nachdem Altona im Dänisch-Schwedischen Krieg völlig niedergebrannt worden war, ließ Oberpräsident Detlev Christian von Reventlow – der „Neugründer Altonas“ – den Fischmarkt ausbauen. Außerdem verlegte er den Gemüse- und Fruchthandel auf den neuen, großen Marktplatz. Die günstige Elb-Lage zog bald viele Fischer und Bauern von den umliegenden Inseln und dem Alten Land an. Schon nach kurzer Zeit wurde auf dem Altonaer Fischmarkt nicht nur Fisch sondern auch Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch, Wurst und sogar Krämerwaren verkauft. Das Warenangebot war damit vielfältiger als auf allen anderen Hamburger Märkten. Durch die weitsichtige Entscheidung von Rewentlows entwickelte sich der Fischmarkt zum pulsierenden Zentrum Altonas.

In den folgenden 150 Jahren wuchs die Bevölkerung Altonas stark an. Der Fischmarkt wurde zunehmend zu klein für die vielen Menschen, die sich sonntags auf dem Platz und in den angrenzenden Straßen drängten. Außerdem bekam der Markt Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft: Aus Platzmangel verlegte Hamburg seinen Fischmarkt ab 1870 ebenfalls an die Elbe in den Vorort St. Pauli – direkt neben den Altonaer Markt. Deshalb setzten sich Altonaer Kaufleute für die Vergrößerung des Fischmarktes ein. Sie gründeten ein privates „Unterstützungsinstitut“ und halfen der Stadt mit 400.000 Mark beim Kauf der Grundstücke rund um den Platz. In drei großen Bauabschnitten wird der Markt ab 1883 erweitert. Als die Arbeiten 1895 endlich abgeschlossen waren, hatte sich das Gesicht des Fischmarktes völlig verändert.

Schon während des Umbaus wurde auf dem Fischmarkt der Grundstein für die Entwicklung Altonas zum bedeutendsten Fischereihafen des Kaiserreiches gelegt: Am 22. Juni 1887 fand unter einem eilig errichteten, provisorischen Unterstand die erste Fischauktion statt. Schon 1889 übertrafen die Altonaer Auktions-Umsätze deutlich die des Hamburger Konkurrenzmarktes, obwohl die Fisch-Versteigerungen hier bereits 1886 eingeführt worden waren. Tonnen von Frischfisch wurden auf dem Altonaer Fischmarkt täglich an Großabnehmer verkauft und über Pferdefuhrwerke oder per Eisenbahn in die Großküchen und Fischfabriken des Landes transportiert. Sonntags fand an den Elbpontons und auf dem Marktplatz zusätzlich der Wochenmarkt für die Privatabnehmer statt. Die ursprüngliche Auktionsfläche und eine später errichtete Holzhalle wurden bald zu klein für die vielen Fischer und Aufkäufer. Deshalb ließ Altona eine neue Fischauktionshalle errichten. 1896 wurde die Eisen-Glas-Konstruktion im Stil des Ingenieurbaus in Betrieb genommen.

1934 legten Hamburg und Altona ihre Fischmärkte zusammen, um sie im Wettbewerb mit den aufstrebenden Fischereihäfen Cuxhaven und Geestmünde zu stärken. Vier Jahre später wurde Altona in die Hansestadt eingemeindet. In den Kriegsjahren ab 1942 fand der Fischmarkt nicht statt und im Juli 1943 sank bei der Bombardierung Hamburgs auch ein Großteil der Fischmarkt-Randbebauung in Schutt und Asche. Vor allem der nördliche Teil wurde nahezu vollständig zerstört, die südlich gelegenen Gebäude sowie die Fischauktionshalle überstanden die Angriffe mehr oder weniger stark beschädigt. Dennoch wurde der Marktbetrieb kurz nach der Währungsreform im Jahr 1948 wieder aufgenommen.

Obwohl der Fischmarkt und seine Umgebung erst ab Beginn der 80er Jahre rekonstruiert wurden, erfreute sich der Markt nach dem Neubeginn stetig wachsender Beliebtheit. Heute lockt er jedes Jahr über eine Million Besucher aus nah und fern an, die hier einen unterhaltsamen Einkaufsbummel in maritimer Atmosphäre genießen. Obwohl sich das Warenangebot an die heutigen Bedürfnisse angepasst hat, ist es immer noch ähnlich vielfältig wie zu Zeiten Reventlows.

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Danke für Ihr Interesse!