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Die Magistralenstrategie Innenentwicklung an Hauptverkehrsstraßen im Bezirk Altona

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Innenentwicklung an Hauptverkehrsstraßen im Bezirk Altona

Karte Magistralenentwicklung


Hintergrund

Flächensparsame Stadtentwicklung trotz steigender Einwohnerzahlen. Möglich macht das die Innenentwicklung, also jener Baustein der Stadtentwicklung, bei dem Potenziale zur baulichen Nachverdichtung im bereits erschlossenen Siedlungsbereich verfolgt werden. Solche Potenziale sind zum Beispiel Baulücken, Brachflächen, Leerstände und untergenutzte Grundstücke. Auf diese Weise kann der Siedlungsdruck auf für die Naherholung der Bevölkerung und die Landwirtschaft wertvollen Freiflächen gemindert und solche Flächen von einer Bebauung freigehalten werden.

Die Stadtplanung muss sich regelmäßig die Frage stellen, ob die bereits erkannten Potenziale langfristig als Antwort auf die Erfordernisse des Immobilienmarktes ausreichen. Wenn man bedenkt, dass sich die Aktivierung erkannter Potenziale wegen bestehender Restriktionen immer schwieriger gestaltet, ist eine kontinuierliche Ermittlung neuer Potenziale geboten. In diesem Zusammenhang rückten die Hauptverkehrsstraßen in den Fokus der Stadtentwicklung, denn deren Aufenthaltsqualität und städtebaulicher Eindruck werden ihrer Bedeutung im Stadtgefüge nicht gerecht. Schließlich sind diese Achsen wichtige Transit-, Aufenthalts- und Alltagsräume für Anwohner, Berufstätige, Geschäftsreisende, Pendler, Besucher und Touristen. Der vor Ort gewonnene Eindruck wurde durch Untersuchungen des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung im Jahr 2016 bestätigt und entlang der Hauptein- bzw. -ausfallstraßen, den Magistralen Altonas, ein großes Innenentwicklungspotenzial offenbart. Es handelt sich hierbei um die beiden Verkehrsachsen

  • Osdorfer Weg-Osdorfer Landstraße-Sülldorfer Landstraße und (B431) und
  • Luruper Chaussee-Luruper Hauptstraße.

Schließlich wurde aus diesem Anlass die Magistralenentwicklung als Sonderthema im Wohnungsbauprogramm 2017 behandelt.

Ziele der Magistralenstrategie

Die erkannten Potenziale an den beiden Magistralen lassen es zu, die Innenentwicklung mit einer nicht nur thematisch, sondern auch räumlich übergeordneten Entwicklungsstrategie zu verknüpfen. Als Visitenkarte der Stadt sollen sie, unter Berücksichtigung der vorhandenen Orientierungs- und Identifikationspunkte, als urbaner Raum mit erhöhter Aufenthaltsqualität gestärkt, vorhandenes Gewerbe erhalten und neuer Wohnraum geschaffen werden. Der Begriff “urban“ steht in diesem Zusammenhang weniger als Synonym für bauliche Masse oder innerstädtische Strukturen. Vielmehr steht er für eine Balance aus baulicher Qualität und Quantität, die sich zu einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten mit kurzen Wegen, beispielsweise zu Nahversorgern, Dienstleistern und Ärzten, formt. Dabei ist die Schaffung und Erweiterung von Infrastrukturangeboten (unter anderem in den Bereichen Betreuung, Bildung, Freizeit und Verkehr) anzustreben, um diese Entwicklung zu flankieren. Dieses Ziel wird stets unter Berücksichtigung lokaler Identitäten und der benachbarten Quartiere und Baustrukturen verfolgt.

Visualisierung Magistralenentwicklung


Visualisierung Magistralenentwicklung

Bisherige Schritte und Herausforderungen der Magistralenstrategie

Gewiss ist die Magistralenentwicklung ein Handlungsfeld mit zahlreichen Herausforderungen: Lärm- und Luftschadstoffbelastung, städtebauliche und landschaftsplanerische Fragestellungen, vorhandenes Planrecht, die Eigentümersituation… Im Zeitraum 2017 bis 2019 hatte das Bezirksamt Altona die Gelegenheit, gefördert durch das Bundesforschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), die Magistralenentwicklung unter Berücksichtigung dieser Herausforderungen vorbereitet. Das Modellvorhaben des Bezirksamtes Altona lief unter dem Titel "Strategien und Instrumente zur Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen an Magistralen in Hamburg – am Beispielprojekt: Quartiersverdichtung entlang von Hauptverkehrsstraßen im Bezirk Altona" im Forschungsfeld “Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen in wachsenden Kommunen – Erhebung und Erprobung von Bausteinen eines aktiven Managements“. Seit Vorliegen der ersten Untersuchungsergebnisse im Wohnungsbauprogramm 2017 hat das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, in Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der HafenCity-Universität, die Bestandssituation in verschiedenen Fokusbereichen entlang der Magistralen analysiert und deren Entwicklungspotenziale bewertet. In diesen Prozess wurden neben verschiedenen Dienststellen der Hamburger Verwaltung auch externe Fachbüros aus den Bereichen Stadtplanung, Immissionsschutz, Verkehr und Immobilienwirtschaft eingebunden.

Am 04. September 2018, wurden im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit dem Titel “Boulevard oder Rennstrecke?“ die bisherige Arbeit im Projekt Magistralenentwicklung und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Ergebnisse vorgestellt. An Themeninseln konnten sich die Besucherinnen und Besucher zu einzelnen Aspekten der Magistralenentwicklung (Wohnen, Städtebau & Freiraum, Verkehr & Immission) informieren. Im Anschluss gab es Gelegenheit mit dem Hamburger Oberbaudirektor, Herrn Franz-Josef Höing, der Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer, Frau Karin Loosen, und Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksamtes Altona über Ziele und Auswirkungen einer Magistralenentwicklung zu diskutieren.

In der Zwischenzeit hat die Magistralenentwicklung eine gesamtstädtische Dimension erreicht. So veranstaltete die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen vom 19. Bis 24. August 2019 ein Bauforum, in dem 14 internationale Expertenteams Entwicklungsideen für sieben Magistralen erarbeitet haben. Die Dokumentation dieser Veranstaltung ist abrufbar unter: www.hamburg.de/bauforum

Die Ergebnisse in Bezug auf die Altonaer Magistrale B431 wurden am 18. Dezember 2019 von Vertretern der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen im Planungsausschuss vorgestellt. 

ExWoSt-Logo


Kontakt

Für Fragen rund um das Thema “Magistralenentwicklung in Altona“ können Sie sich im Bezirksamt Altona, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung wenden an:

Marco Tschubel
marco.tschubel[at]altona.hamburg.de

 

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