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Hauptfriedhof Altona Einladung zu einem historischen Friedhofsspaziergang

Sonnabend, 03. November 2018, 14.00 Uhr 

Einladung zu einem historischen Friedhofsspaziergang

Treffpunkt: Friedhofskapelle - Haupteingang - Stadionstraße

Anlässlich des 95. Jahrestages der Eröffnung des Hauptfriedhofes Altona lädt die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Altona alle Interessierten zu einem historischen Spaziergang auf dem Friedhof ein.

Das Thema des etwa zweistündigen Rundgangs lautet:

“Tutenbergs Gräbergarten“ - Friedhofsreformideen der 1920er Jahre und ihre Umsetzung auf dem bezirklichen Hauptfriedhof Altona.

 

Die Führung startet am Sonnabend, dem 03. November 2018 um 14.00 Uhr, und dauert ca. zwei Stunden.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Treffpunkt ist an der Friedhofskapelle in der Nähe des Haupteingangs an der Stadionstraße.

Zur Historie des Hauptfriedhof Altona

 

Die Planungen für einen kommunalen Friedhof begannen in der Stadt Altona, im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten, relativ spät. Im Sommer 1912 lud die Stadt die Kirchengemeinden als die bisherigen Friedhofsträger zu ersten Verhandlungen ein. Ziel war es das Friedhofswesen völlig neu und in kommunaler Eigenregie zu ordnen.

 

Im Jahr 1913 trat Ferdinand Tutenberg sein Amt als Gartenbaudirektor der Stadt Altona an. Das für den Friedhof vorgesehene Gelände wurde zu dieser Zeit für Kiesgruben und militärische Übungen genutzt. Schon bald legte Tutenberg erste Entwürfe vor. Seine Planung für den neuen Friedhof stand ganz im Zeichen der Friedhofsreform, wie sie seit 1900 in der Fachwelt diskutiert wurde. Durch den 1. Weltkrieg verzögerte sich die Umsetzung der Pläne.

 

Im Frühjahr 1920 wurde dann mit den Erdarbeiten zur Herrichtung des Geländes begonnen. Am 02. Oktober 1923, vier Wochen vor der Friedhofseröffnung, fand die erste Beisetzung statt. In einem Waldgrab ließ sich der verstorbene Altonaer Kaufmann Johannes Schmidt bestatten. Die Wahlgrabstätte ist bis heute im Besitz der Familie.

 

Am 1. November 1923 wurde der Friedhof feierlich eingeweiht. Die Festansprache in der neuen, gerade fertig gestellten Friedhofskapelle hielt der damalige Altonaer Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg. Nur knapp drei Monate später wurde auch er im Waldteil zur letzten Ruhe gebettet. Sein Grab wird, wie die Grabstelle Ferdinand Tutenbergs, als Ehrengrab vom Bezirksamt Altona erhalten und gepflegt.

 

Nach zehn Jahren waren knapp 10.000 Tote auf dem Friedhof bestattet. Für etwas mehr als der Hälfte (35 Hektar) der heutigen Friedhofsfläche waren die umfangreichen Erdarbeiten abgeschlossen, 20 Hektar davon für Beerdigungen fertig vorbereitet.

 

Wegweisend war der große Stellenwert, der von Beginn an der Feuerbestattung eingeräumt wurde - auch wenn das geplante Krematorium nie gebaut wurde. Neben Urnenreihengräbern wurden bis zu 1,50 qm große Urnenwahlgrabstätten als Familiengrabstätten angeboten. Beide Grabarten gibt es bis heute im großen Urnenring im Südosten des Friedhofs.

 

Ein Anliegen der Friedhofsreformer war es, das Reihengrab aus seiner Randlage zu holen. Es ging um würdige Grabstätten für alle, unabhängig von Rang und Einkommen. Ein zentrales Ziel, das in der Arbeiterstadt Altona von besonderem Interesse war.

 

Tutenberg entwickelte das Konzept eines „architektonisch-landschaftlichen“ Friedhofs, um dieses Ziel gärtnerisch befriedigend einzulösen.

Durch die Einteilung des Friedhofs in unterschiedlich große, von Hecken unterteilte “Gräbergärten“, bei der Reihengräberflächen in unmittelbarer Nachbarschaft mit Familienwahlgräbern aller Größen angelegt wurden, konnte er die Trennung in bevorzugte und weniger bevorzugte Grablagen aufbrechen, vermied trostlose Gräberwüsten und erreichte die gewünschte Belegungsdichte von 45-50 Prozent.

Dabei finanzierten die teureren größeren Wahlgrabstellen die benachbarten Reihengräber mit.

 

Wichtig war die Vielfalt der Hecken aus freiwachsenden oder beschnittenen Sträuchern jeweils gleicher Art, die rings um jeden Gräbergarten gepflanzt waren. Durch sie bot der Friedhof ein Bild strukturierter Abwechslung als Wohltat für Augen und Seele. Elemente dieser Gestaltung finden sich heute noch in der Osthälfte des Friedhofs.

 

Der Hauptfriedhof Altona ist ein staatlicher Friedhof und wird wie die öffentlichen Grünanlagen im Bezirk von der Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Altona betreut.