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Gendergerechte Sprache In Altona wollen wir alle Menschen erreichen

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Weiblich? Männlich? Divers! Das Bezirksamt Altona will alle Menschen in Altona erreichen – und setzt deswegen auch auf eine gendergerechte Sprache. Bereits seit Ende vergangenen Jahres gehören geschlechtergerechte Formulierungen zum Alltag im Bezirksamt. Grundlage dafür war ein Beschluss der Bezirksversammlung – der nun durch einen Senatsbeschluss gestärkt wurde.

Gendergerechte Sprache

Demzufolge steht es nun jedem Hamburger Amt frei, wie es Mitarbeitende sowie Bürger*innen anspricht. Neben geschlechtsneutralen Formulierungen können künftig auch Gender-Stern oder Gender-Doppelpunkt verwendet werden. „Auch wir in Altona möchten ein deutliches Zeichen setzen, weil eine geschlechtergerechte Sprache die Gesellschaft als Ganzes abbildet. Es geht eben nicht nur um weiblich/männlich, sondern auch um divers in unserer Gesellschaft“, sagt Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg.

Aus diesem Grund werden in Altona bereits seit Ende 2020 neue Präsentationen, Broschüren, Briefe, Formulare, Drucksachen und Pressemitteilungen geschlechtsneutral formuliert – oder das Gendersternchen eingesetzt. Das Sternchen* zwischen der maskulinen und femininen Endung (Beispiel: Mitarbeiter*innen oder Einwohner*innen) soll in der Schriftsprache als Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten dienen und hebt gezielt die reine Unterteilung in weiblich und männlich auf. Mit dem Gender-Doppelpunkt setzt das Bezirksamt Altona auf seinen sozialen Kanälen Instagram und Twitter außerdem ein Zeichen zur Barrierefreiheit, weil Screenreader, die beispielsweise von blinden oder sehbehinderten Menschen genutzt werden, diese Darstellungsform besser vorlesen können.

Dr. Stefanie von Berg: „Ich kenne die Debatte in der Gesellschaft über gendergerechte Sprache schon seit Jahren sehr gut und nehme zur Kenntnis, dass viele Bürger*innen das als ‚Gedöns‘ bezeichnen. Das ist es nicht. Viele Menschen, die divers sind, haben teilweise einen langen Leidensweg hinter sich. Damit sie in der Mitte unserer Gesellschaft ankommen können, ist es dringend notwendig, dies auch sprachlich zu berücksichtigen. Denn Sprache ist mächtig und hat eine hohe Definitionsmacht.“

Das Bezirksamt Altona sieht sich in einem offenen und vielfältigen Bezirk in der besonderen Verantwortung, den Prozess der Gendergerechtigkeit zu unterstützen.

Hintergrund: Im Oktober 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht auch Menschen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen, schützt. Als Folge trat im Dezember 2018 der neue § 45b des Personenstandsgesetzes (PStG) in Kraft – auch bekannt als „3. Option“, der nun Menschen mit „Variation der Geschlechtsentwicklung“ die Auswahl des neuen Personenstands „divers“ ermöglicht.

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