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Annemarie-Dose-Preis für innovatives Engagement Sozialsenatorin ehrt Projekte, die das Leben in Hamburg besser machen

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Annemarie Dose, die Gründerin der Hamburger Tafel, wäre in diesem Jahr 92 Jahre alt geworden. Mit einem nach ihr benannten Preis ehrt der Senat bereits im zweiten Jahr besonders innovatives, soziales Engagement in zwei Kategorien.

Annemarie-Dose-Preis 2020 für innovatives Engagement verliehen

Den Gruppenpreis erhält in diesem Jahr das Projekt „Mehrblick – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“ der Initiatorin Christiane Faude-Großmann. 

Die beiden Einzelpreise gehen an Backtosch Mustafa, der junge Menschen bei der Gewinnung von Stipendien unterstützt, sowie an Nikolas Migut mit seinem Projekt StrassenGEBURTSTAG für Obdachlose.

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „‚Nicht lang schnacken – selbst anpacken‘ – das war das Motto von Annemarie Dose. Es spiegelt sich auch in den Projekten der drei Preisträgerinnen und Preisträger wieder. Sie stehen für die pragmatische Art von Annemarie Dose, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen, um das Leben von Menschen in unserer Stadt zu verbessern. Herzlichen Dank den Ausgezeichneten und allen Engagagierten!“

Brillen für Obdachlose

Der mit 5.000 Euro dotierte Gruppenpreis geht an das Projekt „Mehrblick – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“. Die Initiatorin Christiane Faude-Großmann und ihr Team aus freiwillig engagierten Optikerinnen und Optikern sind pro Jahr etwa 30 Mal mit mobilen Brillensprechstunden in Hamburg unterwegs. 

Viele Menschen, die auf der Straße leben, haben kein Geld für eine Brille. Hinzu kommt  eine große Scheu, zu einem Optikerfachgeschäft zu gehen. Schlechtes Sehen bedeutet für viele Obdachlose Unsicherheit und soziale Ausgrenzung.

Hier helfen die freiwilligen Optikerinnen und Optiker und bringen zu jeder Sprechstunde mindestens 260 verschiedene Brillen mit, aus denen das passende Modell für die Obdachlosen gespendet wird.

Dazu sagte Juror Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Mobile Brillensprechstunden für bedürftige Menschen sind eine hervorragende Idee. Wer das Handwerk der Augenoptik beherrscht, kann anderen zu deutlich mehr Lebensqualität und Teilhabe verhelfen - auch denjenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Sich für Bedürftige in dieser Form zu engagieren, setzt viel Empathie voraus. Denn man merkt Bedürftigen ihre Sehschwäche und ihre Hemmung, einen Augenoptiker aufzusuchen meist nicht an. Besonders innovativ und im besten Sinne vorbildlich ist zudem, dass sich die Idee auch auf andere Gesundheitshandwerke übertragen lässt. Beispielsweise auf Teile der Orthopädie. Denkbar wäre in diesem Kontext auch ein freiwilliges Engagement mit ausrangierten Gehhilfen oder gebrauchten Rollstühlen.“

Türöffner für Stipendien

Preisträger in der mit 1.500 Euro dotierten Einzelpreis-Kategorie ist der Medizinstudent Backtosch Mustafa vom Verein ApplicAid. Das Ziel seines Projekts ist es, Menschen zu unterstützen, deren Bildungschancen aufgrund ihrer Herkunft eher gering sind. 

Durch Stipendien und Förderprogramme sollen sie die finanzielle Freiheit bekommen, ein Studium beginnen zu können, weiterzuführen und Praktika und Auslandsaufenthalte zu machen. 

Des Weiteren erhalten sie durch das Projekt auch eine ideelle Unterstützung in Form von Seminaren, und Netzwerken, wodurch sie ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und sich noch stärker auf ihr soziales Engagement fokussieren können.

Jurorin Viola L’Hommedieu, Vorsitzende des AKTIVOLI-Landesnetzwerk e.V., begründete die Entscheidung der Jury für dieses Projekt so: „ApplicAid ist ein herausragendes Projekt. Es ermöglicht Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte Aufstiegschancen und mehr Teilhabe in Form von Bildung. Das Besondere: Stipendiaten motivieren potentielle Stipendiaten aus sozial benachteiligten Familien dazu, in ihre Fußstapfen zu treten. Backtosch Mustafa macht ihnen mit hohem persönlichem Einsatz Mut, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben und sich zu bewerben. Seine bodenständige Art und seine menschliche Nähe schaffen Bildungsgerechtigkeit. So haben mehr Menschen die Chance, im Studium ihrer Wahl Netzwerke aufzubauen und ihre Potentiale ausschöpfen.“

Geburtstagsfeier für Obdachlose

Mit einem Einzelpreis geehrt wurde auch Nikolas Migut. Im Januar 2019 startete er mit seinem Verein StrassenBLUES das Projekt Straßengeburtstag.

Der Verein feiert mit obdachlosen Menschen ihren Geburtstag: mit gutem Essen, Live-Musik, Geschenken und in toller Atmosphäre. Menschen aus Hamburg werden zu Schenkern, erfüllen jeweils einen persönlichen Geburtstagswunsch der oder des Obdachlosen und nehmen selbst an der Party teil.

Juror Lars Meier, Vorsitzender vom Verein MenscHHamburg, sagte dazu: „Nikolas Migut ist ein überragender Typ. Denn er kann so ergreifende Geschichten erzählen, dass man selbst gleich Teil seiner Erzählungen und Ideen werden will. Seine Begeisterungsfähigkeit liegt jederzeit in der Luft. Er lässt sich gerne anstiften und noch viel mehr stiftet er andere an  - und das im besten Sinne. So hatte er die einfache, aber sehr effektive Idee zum Verein StrassenBLUES und danach die noch bessere Idee zum Projekt StrassenGEBURTSTAG. Denn, feiern wir nicht alle gerne Geburtstag? Diese Frage hat Nikolas Migut für alle Obdachlosen mit einem klaren ‚Ja‘ beantwortet.“

Der Annemarie-Dose-Preis

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat den Annemarie Dose Preis 2019 gestiftet. Lokale, gemeinnützige und neue Ideen kommen dafür in Frage - dies sollen in erster Linie neu entstandene Initiativen sein, die sich ehrenamtlich und mit besonderem Engagement für die Gemeinschaft einsetzen. 

Sie sollten Benachteiligungen beseitigen und Verbesserungen für Gruppen oder einzelne Menschen erwirken und genau dort Unterstützung leisten, wo sie gebraucht wird – ganz im Sinne von Annemarie Dose, der Gründerin der Hamburger Tafel, nach der der Preis benannt ist. 

Der Preis geht zurück auf eine Idee des Vereins MenscHHamburg. Aktuelle Information zu den einzelnen Jurymitgliedern, allen Bewerberinnen und Bewerbern sowie den drei Preisträgerinnen und Preisträgern finden Sie unter www.hamburg.de/annemarie-dose-preis

 

Kontakt

Martin Helfrich

Pressesprecher

Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
Pressestelle
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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