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Annemarie Dose Preis 2021 Der Hamburger Senat hat drei innovative Engagementprojekte ausgezeichnet

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Am 29. August 2021 hätte sich der Geburtstag von Annemarie Dose, der Gründerin der Hamburger Tafel, zum 93. Mal gejährt. Mit einem nach ihr benannten Preis ehrte der Senat bereits im dritten Jahr besonders innovatives, soziales Engagement. Die Verleihung fand dieses Mal im Abaton-Kino im Grindelviertel statt.

Annemarie Dose Preis 2021 für innovatives Engagement verliehen

Einen der beiden mit je 3.000 Euro dotierten Gruppenpreise erhielt in diesem Jahr das Projekt „Stadtgemüse“ der Stiftung WAS TUN! der Initiatorin Anuschka Lichtenhahn-Pense, stellvertretend für das gesamte Team und die beiden Projektleiterinnen Almut Siewert und Kerstin Kaczmarek. Der zweite Gruppenpreis ging an den Verein Müttertelefon e.V., den Margit Rehmund-Hess als Coach stellvertretend für alle in dem Verein engagierten Freiwilligen entgegennahm. Der mit 2.000 Euro dotierte Einzelpreis ging an Arnold Schnittger und seinen Sohn Nico vom Verein Nicos Farm e.V. für ihr inklusives Hausboot „Huckleberry Finn“.

Porträts über alle drei Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie in dieser Mini-Broschüre (PDF, 7 MB).

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „‘Geht nicht, gibt’s nicht‘ – das war ein wichtiger Leitsatz von Annemarie Dose. Das spiegelt sich auch in den eingereichten Projekten wieder, in denen tatkräftige Freiwillige mit ihrem persönlichen Engagement jeweils das Leben anderer nachhaltig verbessern. Herzlichen Dank den Ausgezeichneten und allen Engagagierten!“

Offene Gemüsebeete für Geflüchtete und Einheimische

Das sozioökologische Projekt „Stadtgemüse“ der Stiftung WAS TUN! bieten Einheimischen und Geflüchteten kostenlos Hochbeete an, in denen sie gemeinsam gärtnern und anschließend mit der Ernte gemeinsam kochen können. Das stärkt das soziale Miteinander und fördert Integration. Gleichzeitig bewirkt der Gemüseanbau mehr Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise und bietet neue Lebensräume für Bienen und andere Insekten.

Der Juror Reinhard Förtsch, Vorsitzender von AKTIVOLI-Landesnetzwerk e.V., begründete die Entscheidung der Jury so: „Die Idee  hat mich persönlich abgeholt, weil sie so einfach und gleichzeitig so genial ist. Weil alle Engagierten in dem Projekt gemeinsam etwas tun. Denn sie haben  ihre Ärmel hochgekrempelt und einfach losgelegt – integrativ und generationsübergreifend mit Geflüchteten und Anwohnern.“

Ein offenes Ohr für Mütter

Der Verein Müttertelefon e.V. ist der zweite Gruppenpreisträger, bei dem ausschließlich freiwillig Engagierte Müttern anonym und kostenfrei Gespräche anbieten. Dabei hören sie ihnen zu, machen Mut und suchen gemeinsam neue Wege.

Die Jurorin Andrea Gerhard, Mitglied im Verein MenscHHamburg, sagte dazu in ihrer Laudatio: „Mütter sind Frauen, die permanent über sich selbst hinauswachsen. Sie tragen oft die Verantwortung für die ganze Familie und sind zuständig für die „Care-Arbeit“. Das kann im Alltag schnell zu viel werden – gerade in Zeiten der Pandemie. Wenn das passiert, sind die Engagierten des Müttertelefons da. Sie unterstützen die Mütter und eröffnen ihnen neue Perspektiven – jeden Tag, immer wieder, mit aller Kraft. Dieses beherzte Engagement mit dem richtigen Timing ist notwendig und verdient deshalb den diesjährigen Annemarie Dose Preis.“

Inklusiv gemeinsam auf einem Hausboot unterwegs

Der Einzelpreis ging in diesem Jahr an Arnold Schnittger vom Verein Nicos Farm e.V.. Inspiriert von seinem 25-jährigen, schwerbehinderten Sohn Nico möchte Schnittger auch anderen Menschen mit Behinderungen, Traumata oder Demenz einen Zugang zu gemeinsamen Erlebnissen auf dem Wasser ermöglichen. Auch deren Eltern und andere pflegende Angehörige sollen sich auf dem barrierefreien Hausboot für kurze Zeit vom belastenden Alltag erholen können. Sein Hausboot hat gerade Richtfest gefeiert und liegt an der Dove-Elbe vor Anker. 

Die Jurorin und Gruppenpreisgewinnerin aus der vergangenen Jahr, Christiane Faude-Großmann (Mehrblick – Brillen für Obdachlose und Bedürftige gUG), begründete die Entscheidung der Jury so: „Das Engagement von Arnold Schnittger zusammen mit seinem Sohn Nico für behinderte Menschen und ihre Angehörigen ist beeindruckend. Es zeigt aber auch, wie viel Kraft und Ausdauer es braucht, um Inklusion möglich zu machen. Wir ALLE müssen genauer hinschauen: Auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen UND die kostbaren Momente, die wir nur in der Gemeinschaft mit ihnen erleben können. Das Hausboot Huckleberry Finn vereint diesen Gedanken auf wunderbare Weise.“

Der Annemarie Dose Preis

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat den Annemarie Dose Preis 2019 gestiftet. Lokale, gemeinnützige und neue Ideen kommen dafür in Frage - dies sollen in erster Linie neu entstandene Initiativen sein, die sich freiwillig und mit besonderem Engagement für die Gemeinschaft einsetzen. 

Sie sollten Benachteiligungen beseitigen und Verbesserungen für Gruppen oder einzelne Menschen erwirken und genau dort Unterstützung leisten, wo sie gebraucht wird – ganz im Sinne von Annemarie Dose, der Gründerin der Hamburger Tafel. Die nächste Bewerbungsfrist wird voraussichtlich am 23. Januar 2022 beginnen.

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