Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Annemarie Dose Preis 2022 Herausragendes, innovatives Engagement ausgezeichnet

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Annemarie Dose, die Pionierin der Hamburger Tafel, wäre am 29. August 94 Jahre alt geworden. Mit einem nach ihr benannten Preis ehrte der Hamburger Senat am 5. September zum vierten Mal drei herausragende Engagement-Projekte, die das Leben anderer Menschen verbessern. Die Verleihung fand im Ernst Deutsch Theater statt.

Annemarie Dose Preis 2022: Herausragendes, innovatives Engagement ausgezeichnet

Einen der beiden mit je 3.000 Euro dotierten Gruppenpreise erhielt in diesem Jahr der Verein Dopamin e.V., der geflüchtete Menschen in ihrer jeweiligen Muttersprache psychosozial berät. Der zweite Gruppenpreis ging an die Initiative HAMBURG – Hammer Straße HILFT, die vor dem Amt für Migration den Schutzsuchenden aus der Ukraine geholfen haben und weiterhin helfen. Der mit 2.000 Euro dotierte Einzelpreis ging an die Stadtmagazin-Macherin Nussin Armbrust , die seit 2019 öffentlich dazu einlädt, am Heiligen Abend zusammen mit Alleinerziehenden und Alleinstehenden zu feiern.

Eine Übersicht über alle eingereichten Projekte sowie kurze Porträts der drei Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie in dieser Mini-Broschüre (PDF, 3,5 MB).

„Alle drei Gewinner-Projekte zeichnen sich durch einen hohen persönlichen Einsatz für andere aus, der auf eigenen Erfahrungen beruht“, sagte Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard. Daran erkenne man, wie innovative Ideen im Kleinen als Motor unserer Gesellschaft fungierten. „Ich freue mich, dass der Hamburger Senat mit den Preisgeldern herausragende Projekte wie diese unterstützen kann.“

Glücksgefühle für die Seele

„Deine Seele ist uns wichtig – Dein Schmerz ist uns bekannt.“ So lautet das Motto des Vereins Dopamin e.V.. Das Beratungsteam aus freiwillig Engagierten verschiedener Nationen ist interkulturell und berufsübergreifend aufgestellt. Diese können als Muttersprachlerinnen und Muttersprachler – teils selbst Geflüchtete – gezielt auf die Bedürfnisse traumatisierter Menschen eingehen und damit deren Lebenssituationen entscheidend verbessern.

Die Jurorin und Schauspielerin Andrea Gerhard, Mitglied im Verein MenscHHamburg, sagte dazu in ihrer Laudatio: „Anders als staatliche Beratungsangebote ist dieses Projekt nicht auf die Hilfe von Dolmetscherinnen und Dolmetscher angewiesen. Die psychosoziale Beratung findet direkt in der „Sprache der Seele“ der traumatisierten Menschen statt, was Studien zufolge einen hohen Therapieerfolg verspricht.“

Ersthilfe für Schutzsuchende aus der Ukraine

In Form einer Straßenbewegung hatten im März 2022 freiwillig Engagierte von der Initiative HAMBURG – Hammer Straße HILFT vor dem Amt für Migration ein improvisiertes Zelt aufgebaut, um den Schutzsuchenden aus der Ukraine akut zu helfen. Die teilweise Russisch und Ukrainisch sprechenden Helferinnen und Helfer sind immer noch im Einsatz. Einige Schutzsuchende engagierten sich inzwischen selbst in der Initiative. 

Die Jurorin und Gruppenpreisgewinnerin 2021, Anuschka Lichtenhahn-Pense von der Stiftung WAS TUN! sagte in ihrer Laudatio: „Das Engagement der Initiative trifft den Zeitgeist vieler Engagierten, die sich seit Beginn des Krieges für schutzsuchende Menschen aus der Ukraine einsetzen. Es ist ein beherztes, pragmatische Engagement im Sinne von Annemarie Dose: Ärmel hochkrempeln und dort helfen, wo akut Hilfe gebraucht wird.“

Fest der Liebe nicht allein

Den Einzelpreis nahm in diesem Jahr die Stadtmagazin-Macherin Nussin Armbrust entgegen. Seit 2019 lädt sie öffentlich dazu ein, am Heiligen Abend zusammen mit anderen Alleinerziehenden und Alleinstehenden zu feiern. Die Idee: Einen Ort zu schaffen, an dem alle Menschen an diesem Feiertag zusammen sein können, und zwar unabhängig von Religion, Herkunft, Alter und Geschlecht.

Der Juror und Mitbegründer des Preises, Lars Meier, vom Verein MenscHHamburg, sagte dazu in seiner Laudatio: „Während ganz Hamburg im Dezember das Fest der Liebe, Geselligkeit, Gemeinschaft, Freude, Einkehr und Überraschung feiert, sitzen viele hundert Menschen einsam und alleingelassen zu Hause. Denn sie haben all das nicht. Die Initiative schafft hier auf kreative und liebevolle Weise Abhilfe.”

Der Annemarie Dose Preis

Nach dem Credo der Tafel-Pionierin „Wer Gutes tut, kriegt Gutes zurück“ hatte der Hamburger Senat dazu aufgerufen, sich mit Engagement-Projekten zu bewerben, die den Zusammenhalt in Hamburg in herausragender Weise stärken. Diese Grundhaltung hat Annemarie Dose im November 1994  motiviert, die Hamburger Tafel zu gründen, auch um für sich selbst eine sinnstiftende Aufgabe zu finden. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat den Annemarie Dose Preis gestiftet und 2019 erstmals verliehen.

Themenübersicht auf hamburg.de

Infos im Überblick

Engagement in Hamburg: Themen im Überblick

Anzeige
Branchenbuch