Erfahrungsbericht aus dem Hanse Office

Dr. Christiane Unland-Schlebes  aus der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz berichtet über Ihre sechsmonatige Abordnung ins Hanse-Office (2004/2005) als Regierungsrätin z. A. Erfahren Sie mehr über  Ihre die Aufgaben und Eindrücke.

Erfahrungsbericht aus dem Hanse Office

Dr. Christiane Unland-Schlebes Meine sechsmonatige Abordnung ins Hanse-Office (2004/2005) als Regierungsrätin z. A. fiel in eine Zeit, in der die Bereiche Gesundheit und Verbraucherschutz noch nicht mit einer Referentin/einem Referenten besetzt waren. Daher hatte ich das große Glück, diese Themenfelder eigenverantwortlich betreuen zu können. Dies umfasste im Wesentlichen folgende Tätigkeiten:

  • Verfolgung, Aufarbeitung und Bewertung aktueller Entwicklungen auf EU-Ebene, insbesondere zu den Dossiers Dienstleistungsrichtlinie, Abwehr von Pandemien und wirtschaftlicher Verbraucherschutz
  • Verfassen von Vermerken über Ausschusssitzungen des Europäischen Parlaments, Fachveranstaltungen der Kommission sowie anderer politischer Akteure
  • Mitwirkung im Länderarbeitskreis „Gesundheit“, einschließlich der Teilnahme an den regelmäßig stattfindenden „Debriefings“ der Ständigen Vertretung zu aktuellen Ratstagungen
  • Zusammenarbeit mit den Regionalbüros anderer Mitgliedstaaten (insbesondere UK und Skandinavien) zur Bildung von Netzwerken und Initiierung von gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen
  • Bearbeitung konkreter fachpolitischer Anfragen aus der Hamburger oder Schleswig-Holsteiner Verwaltung

Weiterhin habe ich in den Bereichen Wissenschaft und Forschung eine umfangreiche Anfrage zur Forschungsförderung im Bereich Verkehr/maritime Logistik bearbeitet und den Forschungsreferenten im Länderarbeitskreis „Forschung“ vertreten (zentrales Thema: Ausrichtung der europäischen Forschungspolitik mit Blick auf das 7. Forschungsrahmenprogramm).

Aufgrund einer bereits vorhandenen persönlichen Spezialisierung war ich nicht zuletzt auch in den Bereichen Medienrecht, Informationsgesellschaft und Kultur aktiv.

Für den Blick „über den Tellerrand“ empfiehlt sich unbedingt auch die Teilnahme an Veranstaltungen unabhängiger „Think Tanks“, wie die des „European Policy Centre“, zu verschiedensten anderen Politikfeldern, wie z. B. den Beziehungen der E.U. zu den U.S.A. oder China.

Für die Arbeit im Hanse-Office sind Eigeninitiative, Kontaktfreudigkeit, Sprachkenntnisse und zeitliche Flexibilität unabdingbare Voraussetzungen. Es gilt, in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in Hamburg und Kiel diejenigen Dossiers zu identifizieren, die für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein relevant sind, sich zu positionieren und dann zur Durchsetzung der Länderinteressen Verbündete vor Ort zu suchen. Insbesondere besteht auch die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen einzubringen und gemeinsame Projekte zu initiieren. Hierin liegt für mich der besondere Reiz einer Tätigkeit im Hanse-Office. Last but not least bereitet vor allem auch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein große Freude.

 

Organisatorisches

Das Hanse-Office hilft bei der Wohnungssuche, indem es eine Liste mit Wohnungsanbietern in Brüssel zur Verfügung stellt. Da der „Run“ auf möblierte Einzimmerwohnungen in zentraler Lage groß ist, bedarf es jedenfalls nach meiner Erfahrung einiger Geduld, um etwas Passendes zu finden. Sowohl für die Wohnungssuche als auch für das Einleben in Brüssel sehr zu empfehlen sind das einschlägige Brüsseler Expatriotenmagazin „The Bulletin“ (http://www.xpats.com), das wöchentlich erscheint, oder die Tageszeitung „Le Soir“ ( http://www.lesoir.be). Bei weiteren Fragen stehe ich gerne unter der oben angegebenen Kon­taktadresse als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Fazit

Wer die Chance hat, für einen Einführungsabschnitt in das Herz Europas abgeordnet zu werden, sollte diese unbedingt nutzen! Sechs Monate sind meines Erachtens allerdings auch das Minimum, um sinnvoll im Hanse-Office mitarbeiten zu können. Da es mittlerweile kaum mehr ein Gebiet gibt, das nicht europapolitischen Einflüssen unterliegt, können die in Brüssel erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kontakte im weiteren Berufsleben sicherlich wieder einmal eingebracht werden.

Hamburg, den 22.1.2006

Dr. Christiane Unland-Schlebes

Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz
Präsidialabteilung/P37 - Europareferentin
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
Tel. 42863  6253
christiane.unland-schlebes@bsg.hamburg.de

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