Meine Erfahrungen im Hanse-Office in Brüssel

Florian Nolte berichtet von seiner Tätigkeit als Referent im Hanse-Office

Meine Erfahrungen im Hanse-Office in Brüssel

Florian Nolte Aufgrund des abzudeckenden Themenspektrums (Forschung, Gesundheit und Verbraucherschutz) ist man notwendigerweise eher Generalist als Spezialist. Gerade deswegen ist die enge Verbindung mit den Kollegen in Hamburg und Kiel wichtig, um prioritäre Bedarfe identifizieren und spezifische Interessenslagen bei der Arbeit berücksichtigen zu können. Hierfür sind häufigere Dienstreisen nach Kiel und Hamburg nötig (im Schnitt acht bis zehnmal im Jahr).

Für die Arbeit im Hanse-Office ist es wichtig ein hohes Maß an Eigeninitiative mitzubringen und sich ein Stück weit von den typischen Verwaltungsabläufen zu lösen: Arbeit und damit Information kommt nicht von Amtswegen auf meinen Schreibtisch, sondern dadurch, dass ich aktiv Informationsquellen auftue und pflege. Dafür ist sowohl Kommunikationsfähigkeit (unbedingt auch auf Englisch), Teamfähigkeit und die Bereitschaft Voraussetzung, sich auch über die normale Arbeitszeit hinaus zu engagieren.

Besonders reizvoll an der Arbeit im Hanse-Office ist, dass ich die Interessen von zwei Bundesländern zu berücksichtigen und zu vertreten habe.
Auch wenn die persönlichen Gespräche und die Teilnahme an Sitzungen und Konferenzen eine wichtige Form meiner Arbeit sind, verbringe ich ca. 60% meiner Arbeitszeit am PC.

Meine Aufgaben

Zu den Aufgaben des Referenten für Forschung und Wissenschaft sowie Gesundheit und Verbraucherschutz im Hanse-Office gehören:

  • relevante Informationen durch enge Kontakte zum Europäischen Parlament, zur Europäischen Kommission und zur Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beschaffen, filtern und aufarbeiten (ca. 60% der Arbeitszeit),

  • mit den fachlich zuständigen Behörden und Ministerien sowie gesellschaftlichen Akteuren in Hamburg und Schleswig-Holstein zusammenarbeiten, gemeinsam Positionen entwickeln und gegenüber den EU-Institutionen vertreten,

  • auf Nachfrage personalisierte Beratung zu EU-Fördermöglichkeiten durchführen (ca.10% der Arbeitszeit),

  • Veranstaltung zur Präsentation der Stärken Hamburgs und Schleswig-Holsteins in Brüssel konzipieren und durchführen und

  • Besuchsprogramme für Minister/ Senatoren, Staatsräte/ -sekretäre sowie Besuchergruppen aufstellen.

Ein beispielhafter Arbeitstag

Einer meiner Arbeitstage, der so nicht immer aber doch häufiger vorkommt, sieht wie folgt aus:

9:00 – 10:00     Sichten von Presse, Newslettern und weiteren Informationsquellen im Hinblick auf aktuellen Entwicklungen auf EU-Ebene aus meinem Zuständigkeitsbereich; kurzer Blick in die Pressespiegel aus SH und HH.

10:00 – 12:00   Der Forschungsattache der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU hat zu einer Diskussion der aktuellen forschungspolitischen Entwicklungen auf EU-Ebene anlässlich des stattgefundenen Forschungsministerrat eingeladen

anschl.              Gemeinsames Mittagessen mit den Kollegen aus den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, um die Norddeutsche Zusammenarbeit zu besprechen.

13:30 – 15:30   Beantwortung einer Anfrage (per Email) zu Fördermöglichkeiten im Bereich Versorgungsforschung aus EU-Programmen; Zusammenfassung der Ergebnisse der Diskussion in der Ständigen Vertretung für die Berichterstattung an die Kollegen in Hamburg und Kiel.

15:30 – 17:00   Gespräch mit dem Präsidenten der Hamburger Psychotherapeutenkammer über den Konsultationsprozess zum Grünbuch Psychische Gesundheit im Hanse-Office.

17:00 – 18:30   Die Datenbank mit den Personen, die wir mit unseren Lobbyaktivitäten erreichen wollen, muss im Hinblick auf eine geplante Veranstaltung auf den aktuellen Stand gebracht werden.

18:30 – 22:00   Die Fraunhofer Gesellschaft hat gemeinsam mit dem Büro von Baden-Württemberg in Brüssel zu einem Vortrag über angewandte Forschung eingeladen. Beim anschließenden Empfang können neue Kontakte aufgebaut und alte gepflegt werden.

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