Erfahrungsbericht Meine Erfahrungen bei Erasmus for Officials

Kirsten Pfaue hat im Februar 2011 für 14 Tage der EU-Kommission in Brüssel über die Schultern geschaut  

Kirsten Pfaue

Meine Erfahrungen bei Erasmus for Officials

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Über „Erasmus for Officials“

Die EU-Kommission führt seit 2008 viermal jährlich ein Kurzpraktika-Programm „Erasmus for Officials“ durch. Junge Verwaltungsmitarbeiter aus allen 27 Mitgliedstaaten können sich während eines zweiwöchigen Aufenthalts in der EU-Kommission vor Ort mit den EU-Entscheidungsverfahren vertraut machen, Kenntnisse über die Europäischen Organe intensivieren, am Arbeitsleben in einer Generaldirektion der Kommission teilnehmen und so hinter die Brüsseler Kulissen schauen. Die Europäische Verwaltungsakademie betreut das Programm inhaltlich.

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Teilnehmer

Die EU-Kommission lud im Februar 2011 insgesamt 63 Teilnehmer aus allen EU-Mitgliedsstaaten nach Brüssel ein. Aus Deutschland waren vier Personen eingeladen, eine Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes, eine aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, eine des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus aus Mecklenburg Vorpommern und ich aus der Hamburgischen Bürgerschaftskanzlei. Beeindruckend war die Kette junger Menschen, die wir während eines Seminars zur Geschichte der EU bildeten: Jeder suchte auf einem gedachten Zeitstrahl seinen Platz, der dem Beitrittsjahr seines Herkunftslandes entsprach. Anschaulich war das so entstehende Bild: Beginnend mit dem Jahr 1951, als in Paris die sechs Länder Frankreich, Italien, Deutschland, Belgien, Luxemburg und die Niederlande den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unterzeichneten bis zum Jahr 2007, den Beitrittszeitpunkt der jüngsten EU-Mitglieder: Rumänien und Bulgarien.

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Programm

Auf die Gruppe wartete ein spannendes Programm, das gelegentlich auch an vergangene Studienzeiten erinnerte: tagsüber hörten wir akademisch geprägte Vorlesungen wie „Le rêve européen: 25 siècles d’histoire“ und nahmen teil an unterhaltsamen Schulungen, z.B. zu dem Thema „How to get the best out of multilingual meetings“. Die Gruppe erhielt Gelegenheit, mit Persönlichkeiten wie Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission und Kommissar für institutionelle Beziehungen und für Verwaltung zu sprechen sowie mit Eleanor Sharpston, Generalanwältin am Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg als auch mit dem Europäischen Bürgerbeauftragten Nikiforos Diamandouros im Europäischen Parlament in Straßburg.

Am Abend zog die Gruppe meist gemeinsam los, um die verschiedenen Viertel in Brüssel zu entdecken, sich über die jeweiligen Arbeitsfelder auszutauschen oder sich bei einem belgischen Bier privat besser kennenzulernen.

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Mein Fazit

Letztlich sind es die persönlichen Kontakte, die die Europäische Union transparent und lebendig machen. Dies wurde besonders deutlich, als wir, die vierköpfige „deutsche Delegation“, einige Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU kennenlernten. Ihnen kommt eine Schlüsselrolle zu bei der Vermittlung der deutschen Interessen in der EU, aber auch bei der Werbung für europäische Fragestellungen in Deutschland. Besonders greifbar wurde das „Brüsseler Arbeitsleben“ bei dem dreitägigen Kurzpraktikum, das jeder Teilnehmer in einer selbst gewählten Generaldirektion der Kommission absolvierte. Ich hatte mich - da mein Tätigkeitsfeld u.a. die Inhalte der EU-Ostseestrategie umfasst - für die Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (GD MARE) entschieden, dort für die Unit E/1, Maritime Policy, Baltic and North Sea. Der Leiter, Herr Haitze Siemers, und seine Mitarbeiter erläuterten mir Arbeitsschwerpunkte und Arbeitsweisen. Besonders erwähnenswert dürfte sein, dass derzeit eine EU-Nordsee-Strategie entwickelt wird. Ebenso wie die Ostsee steht die Nordsee bei den Themen Meereswirtschaft, Meeresschutz, Klimawandel und Energiepolitik vor ähnlichen Herausforderungen. Diese Strategie wird wohl für Hamburg von großem Interesse sein, betrifft sie doch gerade auch andere große Hafenstädte wie  Rotterdam und Antwerpen. 

So vergingen die Tage schnell und wieder in Hamburg zurück, bleibt festzuhalten, dass sich die 14 Tage ausgezahlt haben: ich konnte Wissen vertiefen, zahlreiche Kontakte auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene knüpfen und habe mich einmal mehr für die Europäische Idee begeistert. 

Kirsten Pfaue
Bürgerschaftskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg
Recht und Internationales

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