Personalamt

Möglichkeiten in Europa Nationale Experten

Arbeiten als nationaler Experte, Sachverständiger

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Was ist ein nationaler Experte?

Die Mitgliedsstaaten der EU einschließlich der Bundesländer haben die Möglichkeit, ihre Bediensteten für einen befristeten Zeitraum als so genannte nationale Experten (synonym: nationale Sachverständige) zur EU und insbesondere zur Europäischen Kommission zu entsenden. Hierbei handelt es sich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihr fachspezifisches Know-how bei der EU einbringen, indem sie die Bediensteten der EU-Kommission unterstützen. Die Europäische Kommission schreibt die nationalen Expertenstellen ihrer Generaldirektionen, auf die sich Beschäftigte sämtlicher Mitgliedsstaaten und Bundesländer bewerben können, etwa monatlich aus.

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Entsendungsdauer

Die Entsendungsdauer liegt in der Regel zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, kann jedoch auf maximal vier Jahre verlängert werden. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Verwaltung soll sie in der Regel zwei Jahre betragen. Während dieser Zeit bleiben sie Bedienstete ihres entsendenden Dienstherrn, der auch weiterhin die Bezüge an die Mitarbeiterin bzw. an den Mitarbeiter leistet. Von den z. Zt. in der EU-Kommission tätigen nationalen Experten kommen ca. 50 aus den deutschen Bundesländern.

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Welches Anforderungsprofil wird von Ihnen erwartet?

Für die Tätigkeiten als nationaler Sachverständiger kommen insbesondere Beamtinnen und Beamte sowie Angestellte des höheren Dienstes und ggf. des gehobenen Dienstes in Betracht, sofern sie eine administrative, wissenschaftliche oder technische Referenten- oder Kontrolltätigkeit ausüben und eine entsprechende Berufserfahrung von mindestens drei Jahren aufweisen können. Es können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen der Hamburger Verwaltung (z.B. Juristinnen/Juristen, Wirtschaftswissenschaftlerinnen/Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieurinnen/Ingenieure, Polizistinnen/Polizisten, Ärztinnen/Ärzte, Lehrerinnen/Lehrer) als nationale Experten bei der EU-Kommission bewerben.

Aufgrund der europapolitischen Schwerpunktsetzung des Senats kommen für eine Abordnung als nationale Sachverständige insbesondere Beschäftigte aus den folgenden Behörden und Arbeitsbereichen in Frage: Aus der Behörde für Wirtschaft und Arbeit sind die Bereiche Häfen, Luftfahrt, Standortmarketing, Wirtschaftsinfrastruktur, Außenwirtschaft, aus der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit die Bereiche EU-Forschungspolitik, Life Science und aus der Behörde Stadtentwicklung und Umwelt die Bereiche Verkehrspolitik, Infrastrukturplanungen, Verbraucherschutz, europäische Abfallpolitik besonders zu beachtende Interessenfelder.

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Konditionen Ihres Einsatzes

Nationale Sachverständige haben sich im Rahmen ihrer Entsendung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und in ihrem Verhalten ausschließlich von den Interessen der Kommission leiten zu lassen. Nationale Experten beraten und unterstützen ihre Vorgesetzten, denen sie zugewiesen worden sind; sie sind ihnen gegenüber für die Durchführung der ihnen übertragenen Aufgaben verantwortlich. Nationale Sachverständige nehmen keine Weisungen ihres Landes entgegen; sie führen keine Tätigkeiten für ihren Arbeitgeber im Mitgliedsstaat aus.

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Konzept zur Finanzierung der Entsendung

Zur Einrichtung eines institutionalisierten Finanzierungs- und Anreizsystems bei der Entsendung nationaler Sachverständiger hat der Senat einen so genannten Hamburger „Europa-Pool“ aus insgesamt drei Poolstellen eingerichtet, die bei der Senatskanzlei angesiedelt sind und von der Koordination der Europaeinsätze des Personalamts administriert werden.

Am Tag des Beginns der Entsendung wird der nationale Experte von seiner Behörde zur Senatskanzlei abgeordnet und der EU-Kommission zugewiesen. In den ersten drei Monaten der Entsendung nach Brüssel hat die jeweilige Fachbehörde die Personalkosten zu tragen, da in diesem Zeitraum der Europa-Pool noch nicht in Anspruch genommen werden kann. Ab dem vierten Monat wird der Experte auf eine der Poolstellen in die Senatskanzlei versetzt. Ab diesem Zeitpunkt stehen der Behörde sowohl die Stammstelle als auch die Budgetmittel zur Nachbesetzung zur Verfügung.

Der nationale Experte erhält während seiner Tätigkeit bei der EU-Kommission weiterhin neben seinen Inlandsdienstbezügen bzw. der Vergütung – durch Tagegelder der Europäischen Kommission - zzgl. Entgelte in Höhe der Auslandsdienstbezüge, die die höheren Lebenshaltungskosten und die mit der Entsendung verbundenen höheren Aufwendungen wie Umzugskosten, Reisekosten etc. abdecken.

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Was sollte ich noch wissen?

Sie und ggf. Ihre Familie müssen die Bereitschaft besitzen, Ihr gewohntes Lebens- und vor allem berufliches Umfeld in Hamburg für die Aufnahme einer Tätigkeit bei der Europäischen Kommission (i.d.R. 2 und maximal 4 Jahre) in Brüssel aufzugeben. Hierbei sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass die Abordnung als nationaler Sachverständiger begrenzt ist, d.h. mit der Auswahl als Experte keine Festanstellung bei den europäischen Institutionen verbunden ist. Die Tätigkeit als nationaler Experte eröffnet die Chance, in einem internationalen Umfeld mit Kollegen aus unterschiedlichen Kulturen und Verwaltungstraditionen zusammen zu arbeiten, zugleich entsprechen viele der von der Kommission ausgeschriebenen Stellen der A-Ebene einer Tätigkeit als Sachbearbeiterin bzw. Sachbearbeiter, die/der für die effiziente Abwicklung von Projekten und Programmen verantwortlich und oft darüber hinaus für alle Arten von Anfragen des jeweiligen Mitgliedsstaates bzw. aus den Regionen zuständig ist. 

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Bewerbung und Ansprechpartner

Wenn Sie Interesse an einer Tätigkeit bei der Europäischen Union haben, dann wenden Sie sich bitte an die Koordination für Europaeinsätze im Personalamt. Dort können Sie sich auch – vertraulich – in den Interessentenpool für Europaeinsätze eintragen und einen so genannten „Europass Lebenslauf“ in deutscher und englischer Sprache hinterlegen. 

Neben dem Lebenslauf ist für die Bewerbung ein formloses Bewerbungsschreiben sowie Kopien wichtiger Zeugnisse / Diplome einzureichen. Die Bewerbungsfrist beträgt in der Regel zwei Monate und wird mit der Ausschreibung bekannt gegeben. 

Bewerbungen werden dann über die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland der EU an die Generaldirektion Personal und Verwaltung der Europäischen Kommission weitergeleitet. Nach dem Eingang der Bewerbung bei der Kommission erfolgt die weitere Korrespondenz unmittelbar zwischen der Generaldirektion, die die Stelle ausgeschrieben hat, und den entsendenden Stellen. Bewerber, die in die engere Wahl gekommen sind, werden i.d.R. zu einem Vorstellungsgespräch nach Brüssel eingeladen.

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Links zum Thema

Nähere Informationen zu nationalen Experten

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