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Möglichkeiten in Europa Twinning-Projekte

Twinning-Projekte

  

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Was sind Twinning Projekte?

Twinning („Verschwisterung“) bedeutet, dass öffentlich Bedienstete (Beamtinnen und Beamte, Angestellte, einschließlich Ruheständlerinnen und Ruheständler) aus den Verwaltungen der EU-Mitgliedsstaaten aufgrund von Twinning-Ausschreibungen befristet ins europäische Ausland außerhalb des Territoriums der EU-Mitgliedsstaaten entsandt werden. Die Abordnungszeiträume variieren zwischen Langzeitberatern (1-3 Jahre) und Kurzzeit-Experten (mehrere Wochen). Ziel des Twinnings ist die Unterstützung des Verwaltungsaufbaus und in der Regel die Vermittlung von Erfahrungen mit dem EU-Recht.

Vorschläge für die Twinning-Projekte werden durch die Kandidatenländer erarbeitet und jährlich der EU-Kommission zur Bestätigung und Finanzierung vorgelegt. Sie werden dann über „Nationale Kontaktstellen“ (in Deutschland das Bundesfinanzministerium) an die Mitgliedsländer weitergereicht. Die Mitgliedsstaaten erarbeiten auf dieser Grundlage ihre Angebote. Für ein von den Bewerberländern ausgearbeitetes Twinning-Projekt gehen in der Regel mehrere Angebote der EU-Mitgliedsstaaten ein. Diese Angebote werden von der Kommission an die Bewerberländer weitergegeben. In gemeinsamen Sitzungen der EU-Delegation und des Bewerberlandes werden die Angebote von den betreffenden Mitgliedsstaaten mündlich erläutert. Anschließend entscheidet das Bewerberland, welches Angebot es annimmt.

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Welches Anforderungsprofil wird von Ihnen erwartet?

Für die Tätigkeiten als Langzeitberaterin /-berater, Projektleiterin /-leiter bzw. Kurzeit-Expertin /-Experte im Rahmen von Twinning-Projekten kommen in der Regel Beamte und Angestellte des höheren Dienstes in Betracht, die vor allem gründliche und zum Teil langjährige Arbeitserfahrungen in dem die Ausschreibung betreffenden Gebiet besitzen müssen. Notwendig sind zudem sehr gute Englischkenntnisse, da dies in den meisten Fällen die Arbeitssprache ist. Allgemeine Verwaltungsfähigkeiten, Know-how über Landesspezifika oder das Sprechen der Landessprache sind hilfreich aber nicht vorrangig.

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Twinning-Arten

Je nach regionalen Schwerpunktsetzungen werden verschiedene Arten des Twinning unterschieden.

Das PHARE-Twinning dient der Vorbereitung potenzieller künftiger Mitgliedsstaaten (insbes. Bulgarien, Rumänien) auf die EU. Ziel ist es, diese Länder bei der vollständigen Übernahme, Umsetzung und Durchsetzung des EU-Rechts (Acquis Communautaire) in das jeweilige nationale Recht zu unterstützen.

Im Rahmen einer so genannten Überleitungshilfe (Transition Facility) sind Twinnings zusätzlich auch noch in den bereits zum 1. Mai 2004 der EU beigetretenen mittel- und osteuropäischen Ländern Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie Malta und Zypern möglich.

Seit 2001 haben die Beitrittsländer zudem die Möglichkeit, die Expertise der Mitgliedsstaaten für kleinere Projekte mit einer Laufzeit von maximal acht Monaten durch einen Mechanismus für kürzere Partnerschaften („Twinning-light“) zu nutzen. Beim Twinning-light gibt es klar abgegrenzte Ziele und Bereiche, verkürzte Ausschreibungen und einen verkürzten Projektplan mit einem maximalen Budget von 250.000 EUR pro Projekt.

Auch in der Türkei gibt es Twinning-Projekte im Rahmen eines gesonderten EU-Programms. Seit dem Jahr 2002 wird das Twinning-Verfahren zudem für ausgewählte Länder des Balkans (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien-Montenegro) im Rahmen des CARDS-Programms und der ehemaligen Sowjetunion (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Russland, Tadchikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland) und der Mongolei im Rahmen des TACIS-Programms genutzt. Twinning gewinnt zudem auch in den (insbesondere nordafrikanischen) Mittelmeeranrainer-Staaten (MEDA-Staaten) zunehmend an Bedeutung.

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Heranführungsberater

Jedes Twinning-Projekt hat mindestens eine Heranführungsberaterin bzw. einen Heranführungsberater aus dem Mitgliedsstaat, die bzw. der für die gesamte Projektdauer in der Partnerverwaltung des Kandidatenlandes tätig ist. Die Heranführungsberater werden von ihren Heimatbehörden den Ministerien der Beitrittsländer zugewiesen und erhalten weiterhin die Inlandsbezüge von ihrer Dienststelle. Daneben bekommen sie Mietentschädigung, monatlich einen freien Heimflug (wenn der Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin im Herkunftsland bleibt) und ein Auslandstagegeld (abhängig vom jeweiligen Beitrittsland).

Die die Heranführungsberaterin bzw. den Heranführungsberater bezahlende Einrichtung hat Anspruch auf Rückerstattung eines Betrages, der der Besoldung entspricht, die dieser bei weiterer Tätigkeit in seiner Herkunftsverwaltung bezogen hätte, einschließlich der damit verbundenen oder zusammenhängenden Lohnnebenkosten sowie zusätzlich 6% des Gesamtbetrags zur Deckung der durch die Suche nach einem Ersatz entstehenden außerordentlichen Aufwendungen.

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Projektleiter

Zur Durchführung von Twinning-Projekten wird neben den Heranführungsberatern eine Projektleiterin oder ein Projektleiter aus dem das Twinning-Projekt durchführenden Mitgliedsstaat benötigt. Die Projektleiterin bzw. der Projektleiter stammt aus der die Partnerschaft übernehmenden Behörde. Für die Projektleitung ist ein Einsatz von mindestens fünf Arbeitstagen vierteljährlich notwendig. Dieser Einsatz kann auch von einer Vertreterin bzw. einem Vertreter übernommen werden. Die Projektleiterin bzw. der Projektleiter benötigt im Regelfall Personal, das sie bzw. ihn bei der organisatorischen und finanziellen Durchführung des Projektes (Managementpersonal) unterstützt, meist aus der Referenten- oder Sachbearbeiterebene.

Das Managementpersonal kann auch zusätzlich eingestellt oder ausgelagert werden. Die Kosten für dieses Personal können, ebenso wie die Kosten für sonstige Aktivitäten im Inland (z.B. für die Vorbereitung eines Auslandseinsatzes oder eines Seminars im Mitgliedsstaat), aus dem Projektbudget bestritten werden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass diese Kosten genau spezifiziert werden. Vielmehr steht ein Gesamtbetrag für Inlandsaktivitäten zur Verfügung.

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Kurzzeitexperte

Neben Heranführungsberatern und Projektleitern werden für Twinning-Projekte Experten für kurze und mittlere Einsätze (Kurzzeitexperten) benötigt, die für mehrere Wochen oder auch einige Monate in das Beitrittsland reisen und dort zum Beispiel Schulungsmaßnahen durchführen. Hierbei handelt es sich um qualifizierte Behördenmitarbeiterinnen und – mitarbeiter mit Kenntnissen der projektrelevanten EU-Regelungen, die sich tageweise im Beitrittsland aufhalten – in der Regel 10-60 Tage über die gesamte Laufzeit des Projektes. Auch für die Kurzzeitexperten werden von der Kommission finanzielle Beiträge an die Verwaltungen der Mitgliedsländer gezahlt. Diese als Personalkostenentschädigung gedachten Zahlungen belaufen sich auf derzeit 70 EUR je Arbeitstag im Beitrittsland. Zusätzlich erhalten sie Honorare und Tagegelder, mit denen unter anderem die Übernachtungs- und Verpflegungskosten bestritten werden müssen.

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Bewerbung und Ansprechpartner

Wenn Sie Interesse an einer Tätigkeit im Rahmen von Twinning-Projekten haben, dann beachten Sie bitte die aktuellen Twinning-Ausschreibungen und wenden sich an die Personalabteilung Ihrer zuständigen Beschäftigungsstelle.

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Erfahrungsberichte

Lettland und Kroatien
Estland

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