Hamburger Kunsthalle Philippe Vandenberg. Kamikaze

Verschwommene Gesichter, über eine Nabelschnur verbundene Körper, brennende Mönche und geometrische Figuren, das Oeuvre des belgischen Künstlers Philippe Vandenberg ist berührend und verstörend zugleich. Erstmalig widmet ein deutsches Museum dem 2009 verstorbenen Künstler eine monographische Ausstellung. In der Kunsthalle sind 80 Bilder und 120 Zeichnungen und Druckgraphiken zu sehen. 

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Philippe Vandenberg in der Hamburger Kunsthalle

Kunsthalle

Adresse
Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg
Telefon
+49 40 428131200
E-Mail
info@hamburger-kunsthalle.de
Termin/e
16. November 2018 bis 24. Februar 2019
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Montag: geschlossen
Donnerstag an/vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Eintritt
Regulär: 14 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag 17:30 bis 21 Uhr: 8 Euro | ermäßigt: 5 Euro
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage der Kunsthalle
Weitere Infos
Hamburger Kunsthalle

Kamikaze als künstlerisches Prinzip

In Deutschland noch weitestgehend unentdeckt, gilt Philippe Vandenberg in seiner belgischen Heimat als einer der bedeutendsten Künstler der vergangenen 30 Jahre. Durch sein gesamtes künstlerisches Schaffen zieht sich ein roter Faden, das Prinzip des "Kamikaze", das auch namensgebend für die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle war. Der Begriff stammt eigentlich aus dem Japanischen und steht für eine japanische Luftangriffstechnik im Zweiten Weltkrieg und für selbstschadende Handlungen. Für Vandenberg bedeutete Kamikaze kreative Zerstörung, durch die die Erschaffung von Neuem möglich wird. Destruktion schaffte für den Künstler erst die Voraussetzung für Kreation und kreatives Handeln. 

Technische und stilistische Vielfalt

Stilistisch lässt sich der Künstler in keine Schublade stecken. Viele Bilder sind durch Prozesse des Übermalens und Abschabens entstanden. Zum Einsatz kommt dabei alles, was sich zum Erreichen des Ausdrucks anbietet: Öl auf Leinwand, Kohle, Acrylfarben, Klebeband, Kohle, Bleistift, Baumwolle und mehr, oftmals alles gleichzeitig in einem Werk. Sogar sein eigenes Blut hat der Künstler sich "abzapfen" lassen, um es in seinen Bildern zu verarbeiten. Monochrome und geometrisch-abstrakte Bilder folgen auf bunte graffiti-ähnliche Werke. Figurative Bildfindungen gehen in expressionistische Formen über. 

Emotionale Intensität

Auch inhaltlich berühren die Bilder. Das aktuelle Weltgeschehen findet ebenso Eingang in seine Kunst wie Literatur und Kunstgeschichte, Mythen und Sagen. Zeichen, Schriftzüge und Symbole (Kreis, Kreuz, Swastika, Hund, Löwe und Bären) übersäen seine Arbeiten, sodass Vandenberg auf vielschichtige Weise extreme Gegensätze wie Liebe und Hasse, Schuld und Unschuld, Schönheit und Hässlichkeit auf die Leinwand bringt. Die Ausstellung mit ihren 80 Bildern und über 120 Zeichnungen und Druckgraphiken zeigt verschiedene Schaffensphasen des Künstlers von 1993 und 2009. Ein von so großer emotionaler und technischer Intensität geprägtes Werk gibt Besuchern Einblicke in die bewegte Seele des Künstlers und lädt Besucher gleichzeitig zur Reflexion ein. 

Mit Philippe Vandenberg. Kamikaze setzt die Kunsthalle ihre Reihe monographischer Ausstellungen (wie zuletzt zu Eva Hesse und Gego, 2013/14 und zu Geta Brătescu, 2016) fort, mit der sie das Werk bisher in Deutschland weniger beachteter zeitgenössischer Künstlerpersönlichkeiten vorstellt.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Philippe Vandenberg Kamikaze


Philippe Vandenberg. Kamikaze
Verschwommene Gesichter, über eine Nabelschnur verbundene Körper, brennende Mönche und geometrische Figuren, das Oeuvre des belgischen Künstlers Philippe Vandenberg ist berührend und verstörend zugleich. Erstmalig widmet ein deutsches Museum dem 2009 verstorbenen Künstler eine monographische Ausstellung. In der Kunsthalle sind 80 Bilder und 120 Zeichnungen und Druckgraphiken zu sehen. 
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