MKG Darum wählt!

"Auf jede Stimme kommt es an!", "Wählt Spartakus" oder "Nieder mit der Koalition": Wahlsprüche wie diese waren auf den Plakaten zu sehen, mit denen 1918/19 um die Gunst des Wählers gebuhlt wurde. 2019 jähren sich die ersten demokratischen Wahlen Deutschlands zum 100. Mal. Das MKG zeigt rund 75 Plakate aus dieser spektakulären Zeit. 

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Darum wählt im MKG

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz, 20099 Hamburg
Telefon
040 428134-880
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
18. Januar bis 22. April 2019
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 12 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei |
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des MKG
Weitere Infos
Museum für Kunst und Gewerbe

Erste demokratische Wahlen in Deutschland

Am 19. Januar 2019 jährt sich ein Meilenstein in der deutschen Geschichte zum 100. Mal: die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland. 1919 dürfen erstmalig alle Bürger über 20 Jahren wählen gehen, unabhängig von der Klasse und vom Geschlecht. Alle Stimmen zählen gleich. Das MKG widmet diesem besonderen Ereignis eine Sonderausstellung mit Plakaten, die zwischen der Abdankung des Kaisers am 9. November 1918 und den Wahlen entstanden sind. Plakate und Flugblätter waren damals das Medium par excellence, mit dem um die Gunst des Wählers gebuhlt wurde. Rund 75 Plakate und ca. 40 kleinere Drucke (Flugblätter, Handzettel und Aufkleber) zeigen eindrücklich, welches politisches Klima herrschte, wie mit einer oftmals plastischen und brutalen Bildsprache die Gesellschaft polarisiert wurde und dass im Bogenschlag zur heutigen politischen Debatte, demokratische Werte immer wieder neu im kollektiven Gedächtnis verankert werden müssen und nicht - einmal errungen - immer währende Güter sind. 

Zwischen Spartakusbund und Freikorps

Die Zeit zwischen dem Abdanken des Kaisers und dem 19. Januar 1918 darf man wohl zu den spektakulärsten in der deutschen Geschichte zählen, wovon die ausgestellten Plakate Zeugnis ablegen. In Berlin ruft der SPD-Politiker Philipp Scheidemann die Republik aus und es ist noch völlig unklar, in welche Richtung der Staat steuern würde. Während Arbeiterräte die Revolution propagieren, sammeln Industrielle und Großgrundbesitzer Geld zur Formation der Freikorps, die die Revolution bekämpfen soll. Gerade in Berlin kommt es zu bewaffneten Kämpfen. Dennoch gelingt es der Übergangsregierung unter Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann die Weichen für die ersten demokratischen Wahlen zu stellen. Am 19. Januar 1919 gehen mehr als 85 Prozent aller Frauen und über 80 Prozent der Männer zur Wahl. Die SPD gewinnt mit 38 Prozent der Stimmen die Wahl und bildet mit dem katholischen Zentrum und der liberalkonservativen Deutschen Demokratischen Partei, auf die jeweils knapp 20 Prozent der Stimmen entfallen, die so genannte Weimarer Koalition. Bis zum 31. Juli 1919 einigte man sich auf eine Verfassung, die nach damaligen Maßstäben fortschrittlich und demokratisch war. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Darum wählt! Plakate zur ersten demokratischen Wahl in Deutschland

Darum wählt!
"Auf jede Stimme kommt es an!", "Wählt Spartakus" oder "Nieder mit der Koalition": Wahlsprüche wie diese waren auf den Plakaten zu sehen, mit denen 1918/19 um die Gunst des Wählers gebuhlt wurde. 2019 jähren sich die ersten demokratischen Wahlen Deutschlands zum 100. Mal. Das MKG zeigt rund 75 Plakate aus dieser spektakulären Zeit. 
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20190121 12:04:49