Altonaer Museum Laß leuchten! - Peter Rühmkorf zum Neunzigsten

Der vielfach preisgekrönte Lyriker Peter Rühmkorf (1929–2008) war lange Jahre in Oevelgönne an der Elbe zu Hause. Anlässlich seines 90. Geburtstags präsentiert die Arno Schmidt Stiftung im Altonaer Museum eine Ausstellung zu Leben und Werk des Dichters. 

Altonaer Museum Peter Rühmkorf 90. Geburtstag

Altonaer Museum

Kontakt

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Altonaer Museum

Öffnungszeiten

  • Fr:10:00 - 17:00

Termin(e)

21. August 2019 bis 20. Juli 2020

Eintrittspreise

Einzelbesucher: 8,50 Euro |
Gruppenbesucher ab 10 Personen: 6 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des Altonaer Museums

Weitere Infos

Wie mir die Welt in die Augen-da sticht,
Wünsche, die wir verscheuchten −
Mach nicht son blödes blindes Gesicht.
Laß deine Anlagen leuchten!

Aus dem Gedicht "Laß leuchten" 1993

Subversiver Sprachvirtuose

Peter Rühmkorf (* 25. Oktober 1929 in Dortmund; † 8. Juni 2008 in Roseburg, Kreis Herzogtum Lauenburg) wuchs als nichtehelicher Sohn der Lehrerin Elisabeth Rühmkorf in der Nähe von Stade auf. Rühmkorf studierte erst Pädagogik und Kunstgeschichte, später Germanistik und Psychologie in Hamburg, brach das Studium aber ab. Lange Jahre war Rühmkorf in Oevelgönne an der Elbe zu Hause. 

Peter Rühmkorf beobachtete seit den 1950er Jahren das politische  Zeitgeschehen, den Kulturbetrieb und die zeitgenössische Literatur intensiv und kritisch und sparte nicht mit polemischen und scharfzüngigen Anmerkungen. Dabei verpackte er seine (Gesellschafts-)kritik in brillante Lyrik. Deshalb wurde er gerne als humoristischer Aufklärer bezeichnet oder auch als subversiver Sprachvirtuose. 

Was dann nachher so schön fliegt.  .  .
wie lange ist darauf rumgebrütet worden.
Und muß doch wieder raus aus seiner Luft
und runter in den Eisschleim, in den Bleiverschlag.
«STARK BELASTBARE FÜHRUNGSKRAFT / VERKAUF (43)
BEWEGLICHER PRAKTIKER MIT KRISENERFAHRUNG,
KANN MOTIVIEREN UND AUFBAUEN»:
mit solchen zusammen mußt du nun in die Arena.

Aus dem Gedicht "Phönix voran", 1977

Redakteur, Lektor, Dichter, Buchautor und politisch engagiert

Rühmkorf arbeitete als Redakteur der Zeitschrift konkret und als Lektor für den Rowohlt-Verlag. Er engagierte sich in der Ostermarsch- wie in der 68er-Bewegung, deren Gleichgültigkeit gegenüber Kunst ihm später allerdings zunehmend missfiel.

Rühmkorf publizierte seine Gedichte nicht nur in Büchern, sondern brachte sie zusammen mit befreundeten Musikern als „Jazz und Lyrik“  auch in Kellerclubs, Kirchen und auf öffentlichen Plätzen unter die Leute. Er sammelte Kinder- und Spottverse, rezensierte Kollegen, bewunderte Dichter vergangener Jahrhunderte, scheiterte grandios als Theaterautor und erreichte mit seinem Erinnerungsbuch „Die Jahre die ihr kennt“ eine breite Leserschaft. 

Die Ausstellung beleuchtet Rühmkorfs Werk und Leben

Die Ausstellung zeigt Rühmkorfs Werk und sein Leben als engagierter Künstler in allen Facetten. Im Mittelpunkt der Schau steht der Raum der Gedichte. Hier werden zehn Gedichte Rühmkorfs in Großprojektionen präsentiert. Eine Auswahl von weitgehend unbekannten Filmaufnahmen von Rühmkorfs Jazz und Lyrik-Aktionen ergänzt die Gedichtprojektionen. 

Mehrere Themenstationen beschreiben zudem bedeutsame biografische Orten des Dichters, stellen einzelne Werkphasen vor und erläutern Rühmkorfs poetisches Konzept. Unter anderem verdeutlicht eine fünfzig Quadratmeter große Wandinstallation am Beispiel des Gedichts „Selbst III/88“ Rühmkorfs aufwändigen Arbeitsprozess. 

Museumspädagogische Angebote und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm begleiten die Ausstellung.

Weitere Informationen: Ausstellung Lass leuchten!


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