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Geschützte Denkmäler in Bergedorf Kiebitzdeich 198: Ehemaliges Bahnhofsgebäude "Kiebitzbrack" in Neuengamme

Kiebitzdeich 198: Ehemaliges Bahnhofsgebäude "Kiebitzbrack" in Neuengamme

Das Bahnhofsempfangsgebäude Kiebitzbrack ist ein zweigeschossiger Backsteinbau unter Walmdach. Der Hamburger Architekt Fritz Walter errichtete es in den Jahren 1922/23 als Haltestelle der "Marschbahn", einer Kleinbahnlinie, die von 1919 bis 1927 zwischen Geesthacht und Billbrook gebaut wurde. Zu dem Bahnhof gehört auch ein Toilettenhäuschen, ebenfalls in Backstein und mit Walmdach.

Nachdem für die Vier- und Marschlande jahrhundertelang die Wasserwege wichtigste Transportrouten waren, entstanden seit Beginn des 20. Jahrhunderts wie in anderen ländlichen Gebieten Deutschlands auch Kleinbahnlinien. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg verband die Vierländer Bahn als Nord-Süd-Achse die Orte Bergedorf und Kirchwerder-Zollenspieker, nach dem Krieg kam als Ost-West-Verbindung die Marschbahn hinzu, die das Landgebiet zwischen Altengamme und Billbrook erschloss.

Die Bahnhöfe der Marschbahn sind keine typischen Bahnhofsbauten, sie gleichen eher Wohn- und Gaststättengebäuden. Viele existieren noch, sind aber stark verändert.

Der ehemalige Bahnhof Kiebitzbrack ist sehr gut erhalten und dokumentiert so die Lokalgeschichte der Vier- und Marschlande und die Erschließung des Hamburger Landgebietes durch Kleinbahnen. Der Betrieb auf der Marschbahnlinie wurde in den 1950er Jahren eingestellt, die Strecke in den 1960er Jahren abgebaut. Die Trasse dient heute als Rad- und Wanderweg.