Elektromobilität in Hamburg Elektroantrieb auf Hamburgs Straßen

Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf Hamburgs Straßen nimmt immer weiter zu – mit steigender Tendenz. Ein Überblick über öffentliche Verkehrsmittel mit Elektroantrieb und Carsharing-Anbieter.

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Umweltfreundlich unterwegs in Hamburg

Elektro-Busse im Linienbetrieb der Hochbahn

Neue Elektrobusse für die Hochbahn: Der Verkehrsbetrieb setzt ab 2019 neue Elektrobusse vom Typ Solaris Urbino 12 electric ein. Zunächst sind erstmal zwei Fahrzeuge des Typs in der Stadt unterwegs, bis zum Ende des Jahres sollen acht weitere folgen. Gemeinsam mit 20 Elektrobussen von EvoBus könnten Ende 2019 dann bereits 35 Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf Hamburgs Straßen fahren. Eingesetzt werden die Busse vor allem im Hamburger Norden.

Der dreitürige Urbino 12 electric hat 70 Fahrgastplätze, davon 25 Sitzplätze und eine Reichweite von 150 Kilometern. Die Stromversorgung übernehmen Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 240 Kilowattstunden. Geladen wird das Fahrzeug auf dem Betriebshof über eine Steckverbindung. Zusätzlich gewinnt das Fahrzeug elektrische Energie durch Rekuperation: Die beiden Elektromotoren auf der Antriebsachse wandeln beim Bremsen kinetische Energie des Fahrzeugs wieder in Strom um. 

2018 hatte die HOCHAHN insgesamt 60 serienreife Elektrobusse ausgeschrieben. Davon wurden 20 EvoBus- und 10 Solarisfahrzeuge für 2019 bestellt, 30 weitere Fahrzeuge für 2020 optioniert. Ende des Jahres soll dann die erste Ausschreibung für serienreife Elektro-Gelenkbusse erfolgen. Parallel zu der Beschaffung der Fahrzeuge entsteht in Alsterdorf der erste komplett auf Elektrobusse ausgerichtete Betriebshof, auf dem künftig 240 Elektrobusse stationiert sein werden. Die Inbetriebnahme soll noch im Frühjahr erfolgen.

"Hamburg macht E-Mobil"

Deutschlandweit sind derzeit rund 53.816 Elektroautos angemeldet, Tendenz steigend. (Stand: 2018) Zum Vergleich: 2017 waren es rund 34.000. Auch in Hamburg sind auf den Straßen immer mehr Autos unterwegs, die elektrische betrieben werden. Um diese Zahl zu erhöhen wurde bereits 2013 die Kampagne "Hamburg macht E-Mobil" gestartet, welche den Kauf von Elektrofahrzeugen attraktiver machen soll. 
Dazu gehört auch die im November 2015 eingetretene Gesetzesänderung, die Elektroautos von der Parkgebührenpflicht im gesamten Stadtgebiet befreit - zwei Stunden ist das kostenlose Parken erlaubt. Dazu wird das Netz der Elektro-Ladestationen weiter ausgebaut und neue Kennzeichnen für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride bevorzugen diese beim Parken an den Stromsäulen.
Bisher stehen Nutzern über 700 Ladestationen im gesamten Hamburger Stadtgebiet zur Verfügung, darunter auch rund 200 Schnellladepunkte sein die, anstatt der gängigen acht Stunden Ladezeit, nur eine Stunde zum Aufladen benötigen (Stand: 2018). Außerdem sind 70 schnelle DC-Ladepunkte vorgesehen, die lediglich 30 Minuten zur kompletten Ladung in Anspruch nehmen. An sämtlichen Ladepunkten der städtischen Ladeeinrichtungen wird ausschließlich zertifizierter Grünstrom angeboten.

Hinweis: Eine Übersicht der Elektro-Ladestationen in Hamburg finden Sie, wenn Sie auf unserer Verkehrskarte unter "Themen" - Fachdaten - Mobilitätsinformationen - "Elektro-Ladestationen" auswählen.

VHH: Emissionsfrei ab 2020

Der Verkehrsbetrieb Hamburg-Holstein GmbH (VHH) wird ab 2020 ausschließlich emissionsfreie Busse mit rein batterieelektrischem Antrieb beschaffen. Die für den Betrieb dieser Fahrzeuge notwendige Infrastruktur baut die VHH derzeit. Unter anderem entstand ein Werkstatt-Teilneubau in Hamburg-Bergedorf zur Wartung der E-Busse. Aber auch geschultes Fahrpersonal, ein intelligentes Betriebsleitsystem, eine zunehmende Digitalisierung und nicht zuletzt ein smartes Lademanagement sind in der Planung. Gut 10 Millionen Euro investiert die VHH. 

„Wir werden unser Unternehmen in zentralen Bereichen weiter digitalisieren und auch in ein smartes Lademanagement investieren, damit aus einer Vision schon bald Realität werden kann. Zum Wohle Hamburgs, für ein sauberes, emissionsfreies und leises Bussystem in der Hansestadt“, erklärte VHH-Geschäftsführer Jan Görnemann. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast ergänzte: „Wir freuen uns sehr, dass die VHH als Projektpartner für den Bereich e-Mobilität im Öffentlichen Personennahverkehr mit der Umsetzung der Baumaßnahmen für die neue E-Bus Infrastruktur beginnt. Diese Grundsteinlegung ist ein sichtbares Zeichen des Wandels und ein wesentliches Innovationsprojekt für Hamburg und Bergedorf auf dem Weg zu einer klimafreundlichen smarten Stadt der Zukunft.“

Hybridbusse der VHH

Auf aktuell 153 VHH-Buslinien werden derzeit emissionsarme Diesel- und Diesel-Hybridbusse eingesetzt. Insbesondere die Hybridbusse haben einen niedrigen Kraftstoffverbrauch, weil sie Bremsenergie zurückgewinnen, die beim Anfahren wieder verwendet werden kann. Die Busse starten an der Haltestelle mit aufgeladener Batterie elektrisch, ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h schaltet sich der abgasarme Dieselmotor dazu. Die Fahrzeuge sind im Elektromodus besonders leise unterwegs und bieten eine angenehm ruhige Fahrt. Auf diese Weise können Kraftstoff- und Emissionseinsparungen über 20 Prozent erreicht werden.

vergrößern Bergziege (Bild: Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) Seit Oktober 2014 ist mit der neuen "Elektrobergziege" sogar der erste komplett emissionsfreie Linienbus in der Metropolregion Hamburg auf der Linie 48 im Blankeneser Treppenviertel unterwegs. Der vom italienischen Hersteller Rampini entwickelte Elektrobus mit Siemens-Motor braucht für die 5,2 Kilometer lange Strecke genau so lange wie sein Vorgänger. Dabei ist er geräusch- und wartungsarm, bremst und beschleunigt ruckfrei und kann Energie beim Bremsen zurückgewinnen. Das Aufladen erfolgt tagsüber mehrfach per Steckverbindung am Bahnhofsvorplatz Blankenese, komplett aufgeladen werden die Akkus des Elektrobusses dann über Nacht auf dem VHH-Betriebshof in Schenefeld.

Umweltfreundlicher Betrieb bei der Hochbahn

vergrößern Plug-In-Elektro-Hybridbus (Bild: Hamburger Hochbahn AG) Von 2014 bis 2019 war außerdem die Innovationslinie 109 auf den Straßen unterwegs. Zum ersten Mal ging damit in Deutschland eine Bus-Linie in den Fahrgastbetrieb, die ausschließlich durch Busse mit innovativen Antriebstechnologien bedient werden soll. Unterschiedliche Bustypen mit umweltfreundlichen Antrieben – so zum Beispiel diesel-elektrische Hybridbusse, Brennstoffzellenhybridbusse oder reine Hybridbusse – sollen auf der rund zehn Kilometer langen Strecke getestet und wissenschaftlich bewertet werden. 2019 wurden die Hybridbusse wieder abgeschafft. Begründet wurde das Aus für die Wasserstoffbusse mit Lieferschwierigkeiten des Herstellers, der die Transportmittel nicht serienmäßig habe bauen können. 

Elektroautos in Hamburg mieten

Bis die Anschaffungskosten für Elektrowagen gesunken sind, können umweltbewusste bei folgenden Anbietern E-Autos mieten:

  • Der Carsharing-Anbieter DriveNow hat BMW i3 im Fuhrpark
  • Die "Green Collection" von Hertz: Hertz Autovermietung
  • Starcar bietet zum Beispiel im Rahmen des Carsharing-Modells "Share a Starcar" in Mümmelmannsberg drei VW E-Up!: Share a Starcar.
  • Der Carsharing-Anbieter Cambio bietet an drei Stationen im Stadtgebiet je ein Elektroauto an: Cambio Carsharing
  • Flinkster, der Carsharing-Service der Bahn, bietet in seiner Fahrzeugsuche die Möglichkeit "nur Elektro-Fahrzeuge" auszuwählen: Flinkster.  
  • Keine Elektroautos, dafür aber eine nach Emissionswert sortierbare Übersicht bietet Europcar: Europcar Autovermietung.

Hinweis: Wer in Hamburg ein Elektrofahrzeug aus dem Premium-Segment kaufen möchte, kann dies zum Beispiel bei Tesla tun: Seit Oktober 2014 ist der kalifornische Elektrofahrzeug-Anbieter mit einem Flagship Store in den Großen Bleichen vertreten. 

Elektroantrieb auf Hamburgs Straßen
Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf Hamburgs Straßen nimmt immer weiter zu – mit steigender Tendenz. Ein Überblick über öffentliche Verkehrsmittel mit Elektroantrieb und Carsharing-Anbieter.
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