Squash in Hamburg Wie eine Sauna, in der man viel rennen muss

Um 1850 erfanden die Schüler eines englischen Elite-Internats Squash. Insassen einer berüchtigten Londoner Strafanstalt waren an der Erfindung allerdings maßgeblich beteiligt. 

Squash Hamburg

Squash in Hamburg

Rund zehn Squash-Vereine gibt es in Hamburg und mehrere Squash-Center. Gelegenheit genug also, diesen rasanten Sport auszuüben. Weitere Infos: Hamburger Squash-Verband

Schweißtreibend mit hohem Fitnessfaktor

Squash ist leicht zu lernen. Die Regeln sind einfach, und einigermaßen begabte Anfänger haben schnell erste Erfolgserlebnisse. Ab einem gewissen Niveau verlangt Squash allerdings extreme Schnelligkeit und hohes Reaktionsvermögen, da sich die Spielsituation jeweils blitzartig verändert. Der Fitness-Faktor ist entsprechend hoch. Henry Kissinger hat einmal gesagt: "Squash: eine Sauna, in der man viel rennen muss".

Geschichte des Squash

Als Vorläufer des Squash gelten die Wandspiele "Fives" und "Rackets". "Fives" war in England bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sehr beliebt und wird vereinzelt noch heute gespielt. Die Regeln sind simpel: Ein Ball wird mit der Hand oder einem Handschuh gegen eine oder mehrere Wände geschlagen (bei der Variante "Rugby-Five" ist das Spielfeld von vier Wänden umschlossen), sodass der Gegner ihn nicht mehr erreicht. Nichts anderes als Squash also, nur eben ohne Schläger.

Den brachten zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Insassen des berüchtigten Londoner Fleet-Prison ins Spiel. Sie griffen zum Schläger (engl. Racket), um das Five-Spiel rasanter zu gestalten. (Der Künstler Augustus Charles Pugin (1768–1832) hat die Fleet-Häftlinge beim Racket-Spiel gegen die Gefängnismauern auf einer Zeichnung verewigt).

Schnell überwand das schlicht Rackets genannte Spiel die Gefängnismauern, wurde zum Volkssport und war besonders bei Jugendlichen außerordentlich beliebt. Nur wenig später entstanden auf den Schulhöfen vornehmer Internate komfortable, von vier Seitenwänden begrenzte und mit Parkettboden ausgestattete Rackets-Courts. Doch woher stammt der Name Squash?

Die erfinderischen Harrow-Boys

Den Namen Squash verdankt das Spiel den Schülern der Harrow-School, einem renommierten englischen Internat. Bevor die Schüler zum Racket schritten, pflegten sie sich auf einem provisorischen, offenen Racket-Court oder auch nur in einer Häuserecke aufzuwärmen. Dabei sprang der harte Racketball leicht über die nach hinten offene Grenze des Spielfelds. So kamen die Harrow-Boys auf die Idee, weiche, hohle Kautschukbälle zu benutzen, die sich zusammenquetschen (to squash) ließen. Offenbar machte das Spiel mit den verformbaren Bällen Spaß, denn um 1850 berichtete ein Schüler erstmals, er habe "Squash" gespielt. Schnell wurde Squash auch in den Colleges von Oxford und Cambridge Mode verbreitet und gelangte von dort aus als Zeitvertreib der vornehmen Gesellschaft in die Commonwealth-Länder.

Die wichtigsten Regeln

Squash ist ein Rückschlagspiel, bei dem die Gegner das Spielfeld gemeinsam benutzen und die Seitenwände in das Spiel einbezogen werden. Ziel des Spiels ist es, den Ball so zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht mehr erreichen kann, bevor der Ball zum zweiten Mal den Boden berührt. Der Ball muss nach jedem Schlag die Vorderwand des Spielfelds berühren.

Punkte/Zählweise: Jeder Punkt zählt, unabhängig vom Aufschlag. Gespielt wird auf drei Gewinnsätze. Für einen Satzgewinn sind 11 Punkte nötig. Beim Stand von 10:10 wird ein Tie-Break gespielt. Wer zuerst 2 Punkte Vorsprung hat, gewinnt.

Spielfeld (Court): Ein durch vier Wände begrenzter Raum von 32 Fuß (9,75 m) Länge und 21 Fuß (6,40 m) Breite. Die Rückwand ist meist aus bruchsicherem Glas, damit Zuschauer das Spiel verfolgen können.

Squashball: Aus Gummi, Durchmesser von 39,0 bis 40,5 mm, Gewicht zwischen 23,5 und 24,5 Gramm. Der Ball ist hohl und enthält einen Tropfen Flüssiggas, bei Erwärmung entsteht ein Überdruck. Der Ball muss warmgespielt werden. Heißgespielt kann er Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h erreichen.

Die besten Spieler

Die meisten Weltklassespieler hat Pakistan hervorgebracht. Als bester Spieler aller Zeiten gilt vielen Hashim Khan, der sieben Mal die British Open gewonnen hat. Hashim ist der Patriarch einer ganzen Squash-Dynastie, auch seine Brüder, Neffen und Söhne haben zahlreiche hochrangige Titel geholt.  

Wie eine Sauna, in der man viel rennen muss
Um 1850 erfanden die Schüler eines englischen Elite-Internats Squash. Insassen einer berüchtigten Londoner Strafanstalt waren an der Erfindung allerdings maßgeblich beteiligt. 
20170316 11:44:13