Infoline-Archiv 2009: Allgemeine Informationen

Informationsblatt - Arbeitshilfe / Checkliste "Suchtberatung" für ARGE-Mitarbeiter vom 23.06.2006 (Az.: G 3262/135.23-5-3). Gültig bis 02.03.2009.

(FHH) Allgemeine Informationen - Arbeitshilfe/Checkliste "Suchtberatung" für ARGE-Mitarbeiter vom 23.06.2006 (Az.: G 3262/135.23-5-3). Gültig bis 02.03.2009.

Eine Kurzdefinition der kommunalen Leistung „Suchtberatung“ finden Sie als eigenes Infoblatt in der infoline unter den Allgemeinen Informationen zur Umsetzung des Sozialgesetzbuchs ( SGB ) II in Hamburg.

1. Vorgaben für eine Prüfung durch den ARGE-Mitarbeiter / die ARGE-Mitarbeiterin, ob eine Weiterverweisung von Klienten an Suchtberatungsstellen gemäß § 16 (2) Nr. 4 SGB II zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit angezeigt ist 

Die Weiterverweisung nach § 16 (2) Nr. 4 SGB II „Suchtberatung“ kommt in Betracht, wenn Erkenntnisse über eine mögliche Suchterkrankung als Erwerbshindernis vorliegen.

Dies ist eine heikle Angelegenheit, da Suchterkrankungen seitens der Betroffenen einerseits aber auch seitens ihres Umfeldes andererseits in aller Regel ein tabuisiertes Thema sind. Häufig fehlt die Einsicht in die Erkrankung. Die Abhängigkeit von illegalen Suchtmitteln hat außerdem auch strafrechtliche Relevanz.

Die wenigsten Ihrer Kunden werden daher Ihre Suchterkrankung von sich aus ansprechen.

Einen zuverlässigen Kriterienkatalog aus dem hervorgeht, woran eine Suchterkrankung zu erkennen, bzw. ob eine Weiterverweisung in eine Suchtberatung erforderlich ist, kann Ihnen nicht an die Hand gegeben werden. Insoweit gibt es auch keine summarische Prüfung. Vielmehr bedarf es eines großen Einfühlungsvermögens und grundlegender Kenntnisse Ihrerseits, eine die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Suchterkrankung oder – gefährdung zu erkennen.  

2. Wie erkennen Sie, ob ein Kunde suchtkrank ist? 

2.1 Aktenlage

Überprüfen Sie die Ihnen vorliegenden Unterlagen in den Kundenakten auf Hinweise

2.2 Auffälligkeiten im Verhalten und Erscheinungsbild

Folgende Hinweise zu der Frage „Wie erkenne ich Beschäftigte, die ein Suchtproblem haben“ können kein Leitfaden für das Erkennen einer Suchtproblematik sein. Sie können aber den Blick schärfen, die Brille für eine realistische Wahrnehmung putzen und Unterstützung zur Einordnung von Verhalten geben.

  • Mögliche Auffälligkeiten im Sozialverhalten

    • Unzuverlässigkeit im Einhalten von Terminen und Absprachen

    • Aggressivität ohne erkennbaren Anlass oder wenn Kritik geäußert wird

    • mangelnde Unterscheidungsfähigkeit zwischen sachbezogener und persönlicher Kritik, eigene Fehler werden abgewehrt und geleugnet

    • unangemessen aufgekratzt, gesprächig, gesellig

    • unangemessene Reizbarkeit

    • großspurig-aggressives oder unterwürfiges, überangepasstes Verhalten

    • Schuld sind die anderen – konkrete Personen oder widrige Umstände, Abgeben von Eigenverantwortung

    • In Konfliktsituationen, in denen sich der/ die Betroffene in die Enge getrieben fühlt, kann es zu erpresserischem Verhalten, gelegentlich sogar zur Äußerung von Selbstmordabsichten kommen

  • Mögliche Auffälligkeiten im äußeren Erscheinungsbild

    • ungepflegtes Erscheinungsbild, z.B. nachlässige Kleidung, mangelnde Körperpflege oder im Gegenteil:

      übermäßig geschminkt und betont auf das äußere Erscheinungsbild achtend

    • aufgedunsenes Gesicht, gerötete Gesichtsfarbe ( Alkohol )

    • fahle Haut, schlechtes Gebiss, Spritzenabszesse ( Heroin )

    • glasige Augen, rote Augen, vergrößerte Pupillen, vager ausdrucksloser Blick

    • Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder auch überkontrolliertes Gehen

    • Koordinationsprobleme in der Bewegung

    • verlangsamte, verwässerte Sprache ( Artikulationsschwierigkeiten )

    • Mangel an Kontinuität in seinen Gedanken

    • Nervosität, körperliche Unruhe

    • Zittern der Hände

    • starkes Schwitzen

    • übermäßige Müdigkeit

    • Alkoholfahne

(Quelle: Broschüre „Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz – eine Praxishilfe für Personalverantwortliche“, Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen)

Achtung: Die aufgelisteten Anzeichen und Auffälligkeiten sind unspezifisch. Sie können, müssen aber nicht auf Suchtprobleme hinweisen.

 

3. Verfahren für die Weiterverweisung an die zuständigen Stellen (An wen wird verwiesen? Wie ist der weitere Verfahrensablauf?)

 

Suchtmittelmissbrauch und Abhängigkeit sind Arbeitsplatzgefährdung und Vermittlungshemmnis. Sie bedürfen daher einer frühzeitigen Problemerkennung und einer fachgerechten Unterstützung und Behandlung. Suchtmittelmissbrauch und Abhängigkeit sind chronische Erkrankungen. Auch qualifizierte Hilfen reichen als nur einmalige Unterstützung in vielen Fällen nicht aus, um notwendige langfristige Veränderung von Lebensstilen zu erreichen und das  Vermittlungshemmnis „Sucht“ zu beseitigen. Diese Tatsache kann nicht einseitig Ihren KundInnen angelastet werden. Vielmehr müssen Leistungen der Suchtkrankenhilfe zu denen auch die Suchtberatung im Sinne des SGB II gehört, die Möglichkeit weiterer ( Rückfall-) Krisen berücksichtigen, die Vorhaltung entsprechender adäquater Hilfen beinhalten und die Annahme dieser Hilfen sanktionsfrei zulassen.

Bitte bedenken Sie im Interesse Ihrer KundInnen: Sucht ist eine Krankheit!

Dennoch ist es in den meisten Fällen möglich, die Erwerbsfähigkeit im Sinne des SGB II zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. Die möglichst frühzeitige Erkennung und ggf. Behandlung der Suchterkrankung spielt dabei eine entscheidende Rolle und kann eine Chronisierung der Suchterkrankung verhindern. Und an diesem Punkt sind auch Sie als Vermittler oder Fallmanager gefragt.

In der Regel wird die Vermittlung in Suchtberatung für KundInnen der Kategorie „Betreuungskunden“ ( Kunden mit objektiven Vermittlungshemmnissen und geringem Motivationsniveau, häufig längere Arbeitslosigkeit etc. ), nur ausnahmsweise auch für andere Kundenkategorien erforderlich sein.

Dies vorweggenommen, verfahren Sie bitte bei einer von Ihnen anhand der oben genannten Auffälligkeiten vermuteten, einer durch die KundInnen eingeräumten oder aus der Aktenanlage ersichtlichen Suchterkrankung, nach dem folgende Vorgehen, dass zwischen ARGE-Vertretern, BSG sowie den Suchtberatungsstellen festgelegt wurde:

3.1 Schritt: Beobachten und Recherchieren

Orientieren Sie sich an den unter 2. aufgeführten Hinweisen 

3.2 Schritt: Ansprechen

Nicht jeder von Ihnen beim Klienten/ bei der Klientin wahrgenommene Suchtmittelmissbrauch führt unweigerlich zur einer massiven Einschränkung der Erwerbsfähigkeit. Deswegen versuchen Sie zu bewerten, ob ein Suchtmittelmissbrauch ( möglicherweise sogar gezielt zum Termin im Job-Center ) vorliegt, ohne aktuell die Erwerbsfähigkeit einzuschränken. In diesem Fall sprechen sie den Kunden/ die Kundin auch auf ihren Eindruck an und legen Sie ihm/ ihr nahe, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen.

Wenn Sie bei einem Kunden/ einer Kundin eine Suchterkrankung vermuten, sprechen Sie die Person auf die beobachteten Auffälligkeiten oder auf die entsprechenden Hinweise in der Akte an und verdeutlichen Sie Ihre Bedenken im Hinblick auf eine Arbeitsvermittlung. Diagnostizieren Sie nicht, bieten Sie Unterstützung an.

3.3 Schritt: Weiterverweisung

Es gibt für Ihre KundInnen verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung für einen Ausstieg aus der Sucht zu erhalten. In Betracht kommen:

  • Beratung durch eine ambulante Beratungsstelle,

  • Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe,

  • Beratung und Behandlung durch einen Fach- oder Hausarzt.

Überlassen Sie dem Kunden/ der Kundin die Wahl, ob er/ sie eine Unterstützung durch eine Beratungsstelle, eine Selbsthilfegruppe oder einen Arzt/ eine Ärztin seines/ ihres Vertrauens bevorzugt. Der regelmäßigen Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sollte eine Beratung durch eine Beratungsstelle oder einen Arzt vorausgehen. Bitte beachten Sie: Selbsthilfegruppen stellen grundsätzlich keine Bescheinigungen aus, da dies ihrem Selbstverständnis und Ihren Strukturen widerspricht. 

Für die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den unten genannten Suchtberatungsstellen sind in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der ARGE, der Suchtberatungsstellen und der für Suchtberatung zuständigen BSG sind Standards erarbeitet worden.

Dies kann für die Zusammenarbeit mit Ärzten bzw. Selbsthilfegruppen nicht geleistet werden. Hier sind individuelle Absprachen zu treffen.

3.3.1 Beratungsstellen mit spezieller Zuständigkeit für die Suchtberatung nach § 16 (2) Nr. 4 SGB II

Die BSG finanziert zur Bedarfssicherung bei der kommunalen Leistung „Suchtberatung“ ab dem 01.06.2005 in jedem der sieben Hamburger Bezirke eine Beratungsstelle die mit zusätzlichem Personal für die Suchtberatung nach § 16 (4) SGB II ausgestattet ist.

Eine weitere, überregional zuständige Beratungsstelle, betreut speziell den Personenkreis der 15-25-jährigen. Darüber hinaus gibt es ein spezielles überregionales Angebot von den Guttempler Hamburg für Alkoholkranke, die gern von einer Organisation der Selbsthilfe betreut werden möchten und bei denen absehbar ist, dass die Teilnahme an einem strukturierten Gruppenangebot die geeignete Betreuungsform ist. Da dies keine Selbsthilfegruppe im eigentlichen Sinn ist, stellen die Guttempler auch Bescheinigungen über die Teilnahme an den Gruppen aus. 

Folgende Beratungsstellen sind explizit für die Suchtberatung nach dem § 16 (2) SGB II personell ausgestattet und verfahren nach mit der ARGE und der BSG abgestimmten Vorgehensweisen (s. u.). Bitte wählen Sie für Ihr Job-Center zuständige Beratungsstelle bzw. eines der überregionalen Angebote: 

Überregional:

Beratungsangebot für 15- bis 25-Jährige:

Die Boje – Suchtberatung und Behandlung für junge Erwachsene

In Barmbek – Einzugsgebiet östlich der Alster, südlich der Elbe:

Fuhlsbütteler Straße 135, 22305 Hamburg, Tel.: 040/ 731 49 49, Fax: 7314948 beratung@dieboje.de

In Eimsbüttel – Einzugsgebiet westlich der Alster:

Laufgraben 37, 20146 Hamburg, Tel.: 040/ 44 40 91; Fax: 444092, E-Mail: kontakt@dieboje.de

www.dieboje.de

Bezirklich zugeordnete Beratungsstellen:

Bezirk Hamburg-Mitte:      

Seehaus – Ambulantes Zentrum für Suchtberatung und Behandlung

Hasselbrookstraße 94 a, 22089 Hamburg

Tel.: 040/ 20 00 10-11, Fax: 200 010 50,

E-Mail: udo-zuehlsdorf@seehaus-hh.de, linda.ochwald@seehaus-hh.de

www.seehaus-hh.de

 

Bezirk Altona:

Suchthilfezentrum Hamburg-West – Lukas –

Eckhoffplatz 7,  22547 Hamburg

Tel.: 040-571 931 20,

E-Mail: info@suchthilfezentrum-hh.de

www.suchthilfezentrum-hh.de

Bezirk Eimsbüttel:

DREI-Suchtberatung Eimsbüttel

Grindelallee 41, 20146 Hamburg

Tel.: 040/ 422 90 86, Fax: 040/ 420 33 05,

E-Mail: dhe@drei-hamburg.de

www.drei-hamburg.de

Bezirk Hamburg-Nord:

Die HUMMEL – Beratungs-, Behandlungsstelle und Café des SuchtTherapieZentrums Hamburg

Am Hehsel 40, 22339 Hamburg

Tel.: Telefon 040/ 538 10 38, Telefax (040) 538 75 57,

E-Mail: hummel.stz@martha-stiftung.de

www.martha-stiftung.de

oder

SuchtTherapieZentrum - Beratungsstelle Barmbek

Drosselstr. 1, 22305 Hamburg

Tel.: 040/ 61 13 60 60, Telefax: 61 13 60 60

Email: Barmbek.stz@martha-stiftung.de

www.martha-stiftung.de

Bezirk Wandsbek:

VIVA Wandsbek – Suchtberatung und Behandlung

Lotharstraße 2b, 22041 Hamburg

Herr Mathei, Tel.: 040/ 47113116,  E-Mail: mathei@jugendhilfe.de

Herr Heyden, Tel.: 040/ 47113113, E-Mail: heyden@jugendhilfe.de 

Tel. Beratungsstelle allgemein: 040 / 47 11 31 0 / Fax: 47 11 31 29

www.jugendhilfe.de

Bezirk Bergedorf:

Kodrobs – Suchtberatungsstelle Bergedorf

Lohbrügger Landstraße 6, 21031 Hamburg

Tel.: 040/ 721 60 38 oder 721 60 39 , E-Mail: bergedorf@kodrobs.de

www.kodrobs.de

sämtliche Angebote auch in türkischer, kurdischer und russischer Sprache.

Bezirk Harburg:

Kodrobs – Suchtberatungsstelle Süderelbe/ Wilhelmsburg

Weimarerstraße 83/ 85, 21107 Hamburg

Tel.: 040/ 751 620 oder 751 629 , E-Mail: wilhelmsburg@kodrobs.de

www.kodrobs.de

Sämtliche Angebote auch in türkischer, kurdischer und russischer Sprache.

Anschriften und Telefonnummern aller Hamburger Suchtberatungsstellen finden Sie unter www.rauschbarometer.de. Berücksichtigen Sie die o.g. genannten Beratungsstellen bei der Weiterverweisung vorrangig. Darüber hinaus können Sie bei speziellen Bedarfen auch an andere im „Kursbuch Sucht“ genannten ambulanten Beratungsstellen weiterverweisen, z.B. spezielle Frauenberatungsstellen, Beratungsstellen für Abhängige von illegalen Suchtmitteln.

Bei der Hilfeplanung für Ihre Kunden sollten die Feststellungen der Suchtberatungsstelle oder des Hausarztes über die Qualität und Quantität des Therapiebedarfs maßgeblich für die weitere Hilfeplanung für den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen sein.

Beziehen Sie die Suchtberatungsstellen eng in das Fallmanagement und beim Abschluss weiterer Eingliederungsvereinbarungen ein.

Nachfolgend dargestelltes Verfahren ist zwischen der ARGE, den Suchtberatungsstellen und der BSG abgestimmt:

3.3.2 Ihr Vorgehen bei der Weiterverweisung

  • Halten Sie zum Erhalt, zur Verbesserung oder zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit eine Suchtberatung für Ihren Kunden für das Mittel der Wahl schicken Sie ihn in die für Ihren Job-Center zuständige Beratungsstelle (s.o.).

    Wenn mit dem Kunden eine Eingliederungsvereinbarung geschlossen wird, nehmen sie auch die Suchtberatung als Leistung mit auf. Der Kunde kann dann die Eingliederungsvereinbarung in der Suchtberatungsstelle vorlegen. Außerdem bitten Sie den Kunden eine Schweigepflichtentbindung entsprechend der unter den Allgemeinen Informationen zur Umsetzung des SGB II in Hamburg in der Infoline zu findenden Vorlage zu unterzeichnen, damit zwischen Vermittler und Suchtberatungsstelle fallbezogene Informationen ausgetauscht werden  können. Der Klient soll diese Schweigepflichtentbindung bei der Suchtberatungsstelle vorlegen.

  • Falls keine Eingliederungsvereinbarung geschlossen wird, veranlassen Sie ebenfalls die Unterzeichnung der Schweigepflichtentbindung. Die Vorlage der Schweigepflichtentbindung bei der Suchtberatungsstelle dient dann dort als Nachweis, dass das Aufsuchen der Suchtberatungsstelle durch einen Vermittler der ARGE veranlasst wurde.

3.3.3 Verfahren bei der Suchtberatungsstelle

  • Dem Kunden wird von der Suchtberatungsstelle während des ersten Termins eine Bestätigung über den Beratungsbeginn ausgehändigt, die dem Vermittler/ Fallmanager in der Regel durch den Kunden vorzulegen ist. Diese Bestätigung informiert Sie außerdem darüber, ob aus Sichtberatungsstelle eine Suchtberatungsstelle notwendig ist oder nicht.

  • Falls die Suchtberatungsstelle eine Beratung des Kunden für fachlich notwendig hält, wird sie innerhalb von 8 Wochen nach dem Erstberatungsgespräch einen Hilfeplan erstellen, aus dem hervorgeht, welche Beratungssegmente ( siehe Infoblatt „Kurzdefinition der Leistung Suchtberatung“ )  aus Sicht der Suchtberatung erforderlich sind, wie lange der Prozess dauert und wann er voraussichtlich endet. Nutzen Sie diese Information für Ihre weitere Arbeit ( Eingliederungsvereinbarungen, Vermittlung in Maßnahmen etc. ) mit dem Klienten.

  • Sollte es zu Veränderungen des Hilfeplanes kommen ( Wechsel des Beratungssegments ) erhält der Klienten hierüber von der Beratungsstelle eine Zwischenbescheinigung zur Vorlage beim Job-Center. Die Bescheinigung gibt Auskunft über eine veränderte Dauer/ Ende des Beratungsprozesses.

  • Nach Abschluss der Maßnahme erhält der Klient eine Abschlussbescheinigung zur Vorlage beim Job-Center. Aus dieser geht hervor, wann die Beratung beendet wurde, ob ggf. eine weiterführende Maßnahme ( ambulante o. stationäre Therapie o.ä., sie Infoblatt „Kurzdefinition der Leistung Suchtberatung“ ) erforderlich, zu welcher Einrichtung der Klient vermittelt wurde. Außerdem erhält die Bescheinigung eine Empfehlung ob der Klient durch die Suchtberatung seine Erkrankung soweit überwunden hat, dass eine Teilnahme an anderen Eingliederungsmaßnahmen wieder möglich ist.

  • Abbruch: Wenn der Kunde die Suchtberatung abbricht, informiert die Beratungsstelle den Vermittler hierüber. Ein Abbruch liegt vor, wenn der Kunde einen zwischen ihm und der Beratungsstelle vereinbarten Termin nicht wahrnimmt und er sich trotz Aufforderung durch die Beratungsstelle nicht  innerhalb von vier Wochen zurück meldet, um die Beratung fortusetzen.

  • Die Zuständigkeit der Suchtberatung endet mit dem Abschluss der Beratung (im Hil-feplan festgelegte Leistungssegmente der Beratungsstelle), ggf. der Weitervermittlung in eine stationäre, teilstationäre oder ambulante Therapie oder Übergangseinrichtung oder dem Abbruch der Maßnahme durch den Klienten oder ggf. durch die Beratungsstelle. Eine Fallverantwortung/ Fallführung oder - koordination nach der Weitervermittlung der Klienten in eine weitergehende Betreuung ( Therapie, Übergangseinrichtungen etc. ) ist gemäß SGB II nicht vorgesehen und wird nicht übernommen.

    Im Interesse Ihres Kunden wird empfohlen, den Kontakt zur weiterbetreuenden Einrichtung, die Ihnen ggf. mit der Abschlussbescheinigung mitgeteilt wird, zu halten, damit im Hinblick auf § 7 (4) SGB II ( Prognoseregelung ) Leistungsansprüche geklärt und eine reibungslose Wiedereingliederung in das Erwerbsleben geleistet werden kann.

  • Weiterverweisung an einen Fach- oder Hausarzt

    Das Verfahren ist im Einzelfall mit dem jeweiligen Arzt/ der Ärztin zu klären.

  • Weiterverweisung in die Selbsthilfe

    Es würde den Prinzipien der Selbsthilfeorganisation widersprechen, wenn Sie als persönlicher Ansprechpartner oder Fallmanager eines Klienten Kontakt zur einer Selbsthilfeeinrichtung für den Kunden aufnähmen. Eine formalisierte Zusammenarbeit wie oben zu den Beratungsstellen beschrieben entspricht ebenfalls nicht dem Selbstverständnis der Selbsthilfe. Dennoch hat der Besuch einer Selbsthilfegruppe schon vielen Menschen den Weg aus der Abhängigkeit gewiesen ohne dass sie weitere Hilfen in Anspruch nehmen mussten.

    In der Regel sollte ein suchtmittel abhängiger Kunde jedoch zunächst einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen.

    Anschriften von Einrichtungen der Selbsthilfe finden Sie im „Kursbuch Sucht“( rechte Spalte, unter „Suche“ -> „Selbsthilfe“ eingeben )

     

4. Informations- und Fortbildungsangebote zum Thema „Sucht“ für ARGE-Mitarbeiter

 

Die für die Suchtberatung nach dem SGB II ausgewählten Suchtberatungsstellen werden den ARGE-Mitarbeitern Schulungen zum Themenkomplex „Suchterkrankung“  anbieten. Diese Schulungen, die neben Themen wie „Erkennen einer Suchterkrankung“ und „Gesprächsführung mit Suchtkranken“ auch die konkrete Kooperation zwischen ARGE-Mitarbeitern und Suchtberatungsstellen zum Inhalt haben, sind in Übereinkunft mit der Geschäftsführung der ARGE verpflichtend für alle Kollegen die in der Vermittlung von oder dem Fallmanagement für erwerbsfähige Hilfebedürftige tätig sind. Nehmen Sie dieses Schulungsangebot wahr - hier wird Ihnen mehr Sicherheit beim Erkennen und Bewerten von Auffälligkeiten die auf eine Suchterkrankung vermittelt sowie Hinweise zu einer angemessenen Gesprächsführung mit den Betroffenen gegeben werden.

 

Das „Kursbuch Sucht“ wird Sie durch die Hilfeangebote der Hamburger Suchthilfe führen. Dieses Informationsmedium wird von der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren und dem Hamburgischen Büro für Suchtprävention betreut und ist im Internet unter www.suchthh.de/kursbuch zu finden. Es enthält immer aktuell die Angebote des Hamburger Suchthilfesystems. Sie können regional durch die Eingabe von Bezirken Angebote für Ihre KundInnen suchen oder speziell nach Angeboten für Alkoholabhängige, Suchtmittelabhängige, Spielerinnen und Spieler. Die Angebote für die verschiedenen Zielgruppen sind jeweils unterteilt nach ambulanten Beratungsangeboten, stationären Hilfen sowie Selbsthilfeeinrichtungen. Sie finden dann Namen, Anschriften und Telefonnummern der Stelle sowie in der Regel einen Link zu der Internet-Seite der Einrichtung, wo die Hilfeangebote ausführlich beschrieben sind.

Unter „Sonstiges“ finden Sie darüber hinaus suchtspezifische Angebote der Jugendsozialarbeit sowie Angebote und Einrichtungen angrenzender Hilfegebiete ( Wohnungslosigkeit, psychosoziale Hilfen etc. ).

5. Ansprechpartner

Frau Warlimont, G 3262, Tel: 428 37 - 2088

E-Mail: Ulrike.Warlimont@bsg.hamburg.de



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