Infoline-Archiv 2009: Allgemeine Informationen

Informationsblatt - Verfahren bei Feststellung eines stationären Behandlungs- und/ oder Therapiebedarfs durch die Suchtberatungsstelle oder einen Arzt vom 28.06.2006 (G 3262/135.23-5-3). Gültig bis 02.03.2009.

Infoline-Archiv 2009: Allgemeine Informationen


1. Einleitung

Ein Bedarf an stationärer Suchttherapie wird in der Regel von der den Klienten betreuende ambulanten Suchtberatungsstelle oder einem Arzt festgestellt.

Die stationäre Suchtherapie kann in mehreren Phasen verlaufen:

Entgiftung oder qualifizierter Entzug in einem Krankenhaus -> stationäre Vorsorge in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe für Suchtkranke nach § 53/54 SGB XII -> stationäre Therapie in einer Fachklinik oder einer psychiatrischen Klinik mit spezieller Abteilung.


2. Kostentragung für suchttherapeutische Maßnahmen

Die Kostenträgerklärung für stationäre Maßnahmen übernehmen die Suchtberatungsstellen oder der Arzt des Kunden.

Besteht während einer stationären Therapie Hilfebedürftigkeit und sind aufgrund nach  § 7 (4) SGB II Leistungen nach dem 2. Abschnitt des SGB II ausgeschlossen, werden die erforderlichen Hilfen durch die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz - G 3274 - Kaiser-Wilhelm-Straße 85 nach dem SGB XII gewährt.

Für den Fall, dass Maßnahmen der Eingliederungshilfe für Suchtkranke nach §§ 53/ 54 SGB XII erforderlich sind, werden diese sowie erforderlichenfalls weitere Hilfen nach dem SGB XII ebenfalls bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz – G 3274 – Kaiser-Wilhelm-Straße 85 bewilligt.


3. Eingliederungsmaßnahmen nach § 16 (1) u. (3) während einer stationären Nachsorge

Grundsätzlich kann bei erfolgreichem Abschluss einer Therapie von der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit gemäß § 8 SGB II ausgegangen werden. Dennoch besteht u.U. im Anschluss an eine stationäre Therapie Bedarf an einer stationären Maßnahme der -> Adaption und/ oder der -> stationären Nachsorge/ sozialen Rehabilitation im Rahmen der Eingliederungshilfe für Suchtkranke gemäß § 53/ 54 SGB XII. Das Ziel dieser Maßnahmen ist insbesondere, Klienten, die noch den geschützten Rahmen einer stationären Einrichtung zur Stabilisierung benötigen, sozial zu stabilisieren und sie insbesondere bei der Ausübung einer angemessenen Schul- bzw. Berufsausbildung oder Berufsausübung zu unterstützen. Die Ziele dieser Einrichtungsarten stehen damit in Übereinstimmung mit den Zielen des SGB II.

ARGE  und Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz sind daher übereingekommen, dass Klienten in einer Maßnahme der Adaption oder stationären Nachsorge/ sozialen Rehabilitation unabhängig von der bisherigen Dauer des stationären Aufenthalts bei vorliegender Hilfebedürftigkeit alle nach dem SGB II jeweils in Frage kommenden Eingliederungsleistungen zu gewähren.

Dies betrifft insbesondere Kunden in folgenden Einrichtungen:

Für Alkoholkranke:

Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld – Adaption – Jenfelder Straße 100, 22045 Hamburg

Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld – Nachsorge/ Soziale Reha– Jenfelder Straße 100, 22045 Hamburg

Nachsorgezentrum für Frauen und Mütter des STZ in der Martha-Stiftung , Winfridweg 22, 22529 Hamburg

Für Drogensüchtige:

Nachsorgewohngruppen ( NWG – Therapiehilfe e.V. ), Kieler Straße 407 – 415, 22525 Hamburg

Darüber hinaus sind auch Klienten teilstationären Maßnahmen der Eingliederungshilfe für Drogenabhängige zur Teilnahme an Maßnahmen der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben grundsätzlich berechtigt.

Dies betrifft insbesondere Kunden in folgenden Einrichtungen:

Projektverbund Wohngruppen des Trägers Jugendhilfe e.V. ( Projekte „KRIWO“, „Clean-WG“, „Thedestraße“, „Care“ ).
Zentrale des Wohngruppenverbundes:

Große Bergstraße 219, 22767 Hamburg

Im Einzelfall ist jeweils zu prüfen, welche Maßnahme in Betracht kommt und mit den Rahmenbedingungen der Einrichtung harmoniert.


4. Ansprechpartner bei der ARGE während längeren stationären Aufenthalten

Ziel aller stationären Maßnahmen ist die Rehabilitation und die weitestgehende Befähigung zur Hilfe zur Selbsthilfe und damit eine Wiederherstellung/ Verbesserung der Erwerbsfähigkeit. In den Fällen, in denen die Rehabilitationskette positiv verläuft und das Ziel erreicht wird, ist eine zeitnahe Vermittlung in eine adäquate Beschäftigung wichtig, um die Erhaltung des Therapieziels zu sichern. Studien belegen, dass bei erwerbstätigen rehabilitierten Suchtkranken die Rückfallquote geringer ist, als bei Personen, die keiner Beschäftigung nachgehen.  Aus diesem Grund ist sicher zu stellen, dass Akten von KundInnen für die vorübergehend der Leistungsbezug nach dem SGB II aufgrund des § 7 (4) SGB II ausgeschlossen ist, als passive Fälle weitergeführt werden und der Kunde sich in der ARGE nach Abschluss der Rehabilitation möglichst an den gleichen Ansprechpartner/ die gleiche Ansprechpartnerin wenden kann.

5. Ansprechpartner

Frau Warlimont, G 3262, Tel: 428 37 - 2088

E-Mail: Ulkrike.Warlimont@bsg.hamburg.de

Herr Hellge-Antoni, G 3263, Tel: 428 37 - 2082

E-Mail: Dietrich.Hellge-Antoni@bsg.hamburg.de

 

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