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Integrationsamt Hamburg Informationen für schwerbehinderte Arbeitnehmer

Antworten auf die wichtigsten praktischen Fragen zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen und zu den Leistungen des Integrationsamtes.

Informationen FAQ schwerbehinderte Arbeitnehmer Integrationsamt Hamburg

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben?

Das Integrationsamt unterstützt schwerbehinderte Menschen durch begleitende Hilfen im Arbeitsleben, zum Beispiel durch Zuschüsse an schwerbehinderte Menschen und/oder an den Arbeitgeber. Dazu gehören

  • technische Arbeitshilfen am Arbeitsplatz,
  • Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes,
  • die Ausstattung für einen neu zu schaffenden Arbeitsplatz und
  • Hilfen zur Gründung und Erhaltung einer selbstständigen beruflichen Existenz.

Das Integrationsamt Hamburg erbringt die Hilfe, soweit der Arbeitsplatz in Hamburg liegt und kein vorrangig verpflichteter Rehabilitationsträger (zum Beispiel Arbeitsagentur, Rentenversicherung...) zuständig ist.

In Zweifelsfällen berät Sie die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB).

Wie kann ich einen Antrag für begleitende Hilfen beim Integrationsamt stellen?

Der Antrag ist formlos mit folgenden Angaben beim Integrationsamt Hamburg zu stellen:

  • Name und Anschrift und Betriebsnummer des Arbeitgebers,
  • Namen, Geburtsdatum und Anschrift des zu fördernden schwerbehinderten Arbeitnehmers,
  • Kopie des Feststellungsbescheides des Versorgungsamtes und des Schwerbehindertenausweises,
  • Kopie des Arbeitsvertrages,
  • Kopie der letzten Gehaltsabrechnung,
  • Kostenvoranschlag,
  • Antragsbegründung.

Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Integrationsamt Hamburg unter Tel. (040) 428 63-2858.

Sind schwerbehinderte Menschen unkündbar?

Arbeitnehmer mit einem anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 50 oder mit einem Grad der Behinderung von 30 oder 40, die den schwer behinderten Menschen durch die Arbeitsagentur gleichgestellt wurden, haben einen besonderen Kündigungsschutz. Dieser ist im Sozialgesetzbuch IX Kapitel 4, Paragrafen 168 bis 175 geregelt.

Er beinhaltet unter anderem, dass vor Ausspruch einer Kündigung die Zustimmung bei dem zuständigen Integrationsamt beantragt werden muss und vor Erteilung des zustimmenden Bescheides keine Kündigung ausgesprochen werden darf.

Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Integrationsamt Hamburg unter Tel. (040) 428 63-3535.

Muss ein schwerbehinderter Mensch seine im Arbeitsleben erworbene Schwerbehinderung offenbaren?

Ist die Behinderung für die auszuübende Tätigkeit von Bedeutung, ist der schwerbehinderte Mensch ohne Befragung durch den Arbeitgeber auskunftspflichtig. Die Art der Behinderung ist ansonsten nicht mitteilungspflichtig.

Muss ein schwerbehinderter Mensch Überstunden, Schichtarbeit oder Mehrarbeit leisten?

Durch Überstunden, Schichtarbeit oder Mehrarbeit entstehen insbesondere für schwerbehinderte Beschäftigte besondere Belastungen. Überstunden sind in der Regel auch von schwerbehinderten Beschäftigten zu leisten. Auch von der Schichtarbeit sind schwerbehinderte Beschäftigte nicht grundsätzlich befreit oder ausgeschlossen. 

Schwerbehinderte Beschäftigte sind jedoch auf ihr Verlangen hin von Mehrarbeit freizustellen.

Welche Rechte stehen schwerbehinderten Beschäftigten als Nachteilsausgleich zu?

Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf zahlreiche Sonderleistungen. Eine Übersicht enthält die Broschüre "Nachteilsausgleiche für Schwerbehinderte" die Sie - wie eine Reihe weiterer Veröffentlichungen - kostenlos beim Integrationsamt Hamburg bestellen können.

Schwerbehinderte Menschen können darüber hinaus vorzeitig mit einem Alter von mindestens 60 Jahren und einer Schwerbehinderung (Grad der Behinderung von mindestens 50) in die Altersrente eintreten, wenn die Berufstätigkeit aufgegeben oder eingeschränkt und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist.

Dürfen schwerbehinderte Beschäftigte vom Arbeitgeber anders behandelt werden?

Arbeitgeber dürfen schwerbehinderte Beschäftigte nicht wegen ihrer Behinderung benachteiligen. Nähere Informationen finden Sie unter www.integrationsaemter.de

Wer hilft, wenn Schwierigkeiten am Arbeitsplatz eines schwerbehinderten Menschen auftreten?

Stehen bereits arbeitsrechtliche Schritte im Vordergrund (Abmahnung, Erwägung einer Kündigung), sollten Sie sich zunächst direkt an das Integrationsamt wenden und dort Kontakt zu dem zuständigen Sachbearbeiter des Bereichs Begleitende Hilfe /  Kündigungsschutz aufnehmen.

Liegen Schwierigkeiten folgender Art vor, können Sie sich gern an den Integrationsfachdienst Hamburg (IFD) wenden:

  • Bei Konflikten und Problemen mit Kollegen oder Vorgesetzten,
  • bei auffälligem Leistungsrückgang, Konzentrationsschwierigkeiten,
  • bei Überforderung,
  • bei behinderungsbedingten Schwierigkeiten am Arbeitsplatz,
  • bei hohen Fehlzeiten,
  • bei Rückkehr an den Arbeitsplatz nach längerer Erkrankung,
  • bei Versetzung, Neuorientierung oder Arbeitsplatzwechsel,
  • bei der Einarbeitung in ein neues Arbeitsverhältnis - auch in der Probezeit.

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