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Kooperation Hamburg hilft Mietern, sich gegen unfaire Vermieter zu wehren

Durch eine Kooperation zwischen Sozialbehörde und den Mietervereinen wurden 2018 Forderungen in Höhe von 225.284 Euro abgewendet.

Wer Sozialleistungen bezieht und den Eindruck hat, dass Vermieter diese Lage ausnutzen und beispielsweise die Miete für den Zustand der Wohnung zu hoch ist, bekommt Hilfe: Die Stadt finanziert die Mitgliedschaft in einem Mieterverein, in dem Mieterinnen und Mieter beraten werden. Davon profitierten im vergangenen Jahr über 1.600 Neumitglieder.

Hamburg hilft Mietern, sich gegen unfaire Vermieter zu wehren

vergrößern Eine junge Frau hält einen Mietvertrag in der Hand (Bild: colourbox.de) Zwischen der Sozialbehörde und den Mietervereinen „Mieter helfen Mietern e.V.“, „Interessenverband Mieterschutz e.V.“ und „Mieterverein zu Hamburg von 1890 r.V.“ besteht seit 2010 eine Kooperationsvereinbarung. Gemeinsam mit der Sozialbehörde haben die Mietervereine heute Bilanz über das Jahr 2018 gezogen. 

Mit Hilfe der Mietervereine wurden im Jahr 2018 erneut zahlreiche Betriebskostenabrechnungen und Mieterhöhungsverlangen überprüft. Forderungen in Höhe von 225.284 Euro mussten im Ergebnis nicht gezahlt werden. Insbesondere bei Mieterhöhungsverlangen wirkt dieser Effekt aber auch in den folgenden Jahren weiter. Denn ohne die Prüfung hätte die überhöhte Miete in der Zukunft weitergezahlt werden müssen. 

Insgesamt sind in 2018 auf Grundlage der Kooperation in 141 Fällen Sozialleistungsberechtigte wegen Kündigungen ihrer Wohnung beraten worden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Wohnungsverlusten geleistet. Darüber hinaus wurden in mehr als 300 Fällen Leistungsberechtigte wegen Mietmängeln beraten. Zusammengenommen profitierten 2018 mehr als 1.600 Leistungsberechtigte von der Beratung durch die Mietervereine. 

Durch die Zusammenarbeit gelingt es jährlich, erhebliche Summen ungerechtfertigter Forderungen von Vermietern abzuwenden. Damit wird trotz der zu leistenden Mitgliedsbeiträge zudem der Haushalt entlastet. Seit 2010 konnten durch die Kooperation bereits Ausgaben in Höhe von insgesamt 1,17 Millionen Euro vermieden werden. 

Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Auch wer Sozialleistungen bezieht, ist ungerechtfertigten Forderungen des Vermieters nicht schutzlos ausgeliefert! Mit unserem Angebot stärken wir Mieterinnen und Mieter darin, sich selbst aktiv um ihre Belange zu kümmern. Die gelungene Kooperation mit den Mietervereinen ist ein gutes Instrument. Wenn Unstimmigkeiten mit dem Vermieter auftreten, kann so schnell und effektiv unterstützt werden.“

Für Leistungsbezieher zahlt die Stadt die Mitgliedschaft im Mieterverein

Für Menschen, die Sozialleistungen nach dem SGB II, SGB XII oder Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, können Beiträge für eine Mitgliedschaft in einem der Mietervereine übernommen werden, sofern sie einen mietrechtlichen Beratungsbedarf haben. 

Die leistungsberechtigten Mieterinnen und Mieter können sich hierfür an ihre Sachbearbeiterin oder ihren Sachbearbeiter im Jobcenter oder im Fachamt für Grundsicherung und Soziales wenden. Den Mitgliedsbeitrag im Mieterverein übernimmt die Stadt. 

Die wichtigsten Informationen zu diesem Angebot sind in einem Flyer zusammengefasst. Dieser ist auf Deutsch und in elf weiteren Sprachen auch online abrufbar.