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Bedeutung der Magistralen Warum ein Bauforum Magistralen?

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Gegenstand des Internationalen Bauforums 2019 waren die Hamburger Magistralen. Ziel war es, diese Hauptverkehrsadern als Stadträume neu zu denken, um so auf aktuelle Themen und Probleme zu reagieren. Insgesamt ergeben sich neun Thesen, welche Rolle die Magistralen im städtischen Gefüge einnehmen könnten.

Bauforum_HafenCity

Warum ein Bauforum Magistralen?

Die Magistralen sind die Labore des Augenblicks
In den Magistralräumen bündeln sich die aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung wie kaum irgendwo sonst in der Metropole. Im Zuge der Verdichtung der äußeren Stadt rücken die einstmals rein funktionalen Räume entlang der Ausfallstraßen als potenzielles urbanes Rückgrat ihrer Umgebung ins Blickfeld. Zugleich eröffnen Innovationen und veränderte Nutzungsmuster im Mobilitätsbereich die Chance, diese Stadträume neu zu denken und zu Orten einer neuen urbanen Qualität zu machen. Die Magistralen müssen diesen Moment des Wandels nutzen und ein Beispiel gegeben, wie sich Stadt klimagerecht und auf höchstem Qualitätsniveau verdichten lässt.   


Die Entwicklung der Magistralen ist ein wichtiger Beitrag zur Wohnraumversorgung
Hamburg wird auch in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren weiter wachsen. Es führt kein Weg daran vorbei, nach Lösungen zu suchen, wie sich die bestens erschlossenen Flächenpotenziale entlang der Magistralen trotz der Verkehrsbelastung für den Wohnungsbau nutzen lassen - zum Beispiel durch die Einführung neuer städtebaulicher Typologien. Diese Aufgabe stellt sich nicht nur in der „ersten Reihe“ entlang der Magistralen, sondern auch in den angrenzenden Stadträumen in „zweiter und dritter Reihe“. Die bisher eher zufällige Verdichtung in den Magistralräumen muss einer strategischen Entwicklung von neuen Wohnlagen Platz machen, die selbstbewusste neue Akzente in der Außenstadt setzen.


Die Magistralen werden von Barrieren zu Mittlern und Räumen der Zukunftsmobilität
Magistralen sind häufig Zäsur und Barriere – funktional, mental und sozial. Auch wenn sich die Mobilitätskultur ändert, bleiben sie die Hauptschlagadern der Stadt, von deren „Funktionieren“ die Zukunftsfähigkeit Hamburgs abhängt. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, die bisher oft getrennten Stadträume entlang der Magistralen mit neuen Nutztungen, städtebaulich und verkehrlich neu zu vernetzen. Die Magistralen können dabei in mehrfacher Hinsicht neue Aufgaben übernehmen: als Scharniere zwischen bisher getrennten Stadtbereichen, als Mittler zwischen Kernstadt und Umland sowie als zentrale Schnittstellen im Netz zukunftsweisender Mobilitätsangebote.


Die Magistralen können einen neuen Akzent im Zentrenkonzert der Stadt setzen
Die Magistralenräume spielen eine wichtige Rolle im Zusammenspiel der urbanen Zentren. Zum einen sind sie Impulsgeber, an denen sich manche Kerne erst gebildet haben. Zum anderen machen sie mit ihren großmaßstäblichen Handelsstrukturen gewachsenen Zentren Konkurrenz. Dabei können diese „Strip Malls“ auch als Potenzial-Orte gesehen werden: In dem Maße, da suburbane Handelslagen durch den Onlinehandel unter Druck geraten, bietet sich die Chance, Zentralität entlang der Magistralen neu zu definieren - bis hin zur Vision der Magistrale als belebter, gemischt genutzter und städtebaulich facettenreicher, metropolitaner Boulevard, der Hamburgs Zentren neu vernetzt.


Magistralen sind Standorte der Stadtökonomie von morgen
Viele Magistralen sind durch gewachsene Gewerbestrukturen geprägt. Auch in diesem Nutzungssektor ist ein starker Wandel absehbar und mancherorts in vollem Gange. Neue Technologien sowie sich verändernde Handels- und Konsummuster verändern Produktion, Handel und Dienstleistungen. Zugleich zeichnet sich eine Rückkehr kleinteiliger urbaner Produktion in die Stadt ab. An den Magistralen können die produktiven Quartiere der Zukunft entstehen, die einer sich verändernden Stadtökonomie Raum geben - neue Adressen mit einer leistungsfähigen Anbindung und Einbettung in die Stadt.


In den Magistralräumen entscheidet sich, wie eine Metropole umweltgerecht und gesund wachsen kann
Eine wachsende Metropole wie Hamburg kann in den Magistralräumen beweisen, dass „mehr Stadt“ nicht „mehr Umweltbelastung“ bedeuten muss. Ob Grün, Lärmschutz, Luftqualität oder Verkehrssicherheit: entlang der Magistralen muss die Umwelt- und Lebensqualität im Alltag deutlich steigen, auch für die Menschen in den angrenzenden Quartieren. Gefragt sind neue Bau- und Freiraum-Typologien, die Umweltbelastungen mindern – aber auch intelligente Konzepte der Verkehrsvermeidung.


Die Entwicklung der Magistralen ist ein Beitrag zur Emanzipation der Außenstadt
Suburbia ist im Wandel begriffen: die Verdichtung mancher Wohnlagen, neue Nutzungen und Lebensstil-Gruppen mit neuen Bedürfnissen fordern das bisherige Modell der Außenstadt heraus. Mit der Entwicklung der Magistralräume bietet sich die Chance, diese Dynamik aufzugreifen und in ein ganzheitliches Zukunftsbild der äußeren Stadt einzubetten. Die äußere Stadt soll ihre grünen Qualitäten erhalten, aber durch neue, stadtbedeutsame Nutzungen und urbane Stadträume entlang der Magistralen eine neue Präsenz und Eigenständigkeit im Gefüge der Metropole erhalten.


Die Architektur- und Freiraumgestaltung der Magistralen braucht ihre eigenen Leitbilder
Die Magistralen gelten vielen Menschen als „Unorte“ - städtebauliche Konglomerate ohne baukulturellen Wert. Ihre Dynamik und ihre durch extreme Kontraste geprägte Figur bilden eine städtebauliche Grammatik mit eigener Qualität, die neue gestalterische und architektonische Haltungen verlangt. So sehr es mancherorts um Reparatur von Stadtstrukturen gehen wird, so sehr wird es andernorts um die Inszenierung von Widersprüchen gehen, um spektakuläre Stadt- und Freiräume, die ihre Kraft aus der Bejahung der Metropole ziehen.


Jede Magistrale ist anders
Nicht alle Magistralen müssen und können dasselbe leisten. Jede Magistrale hat durch ihre Lage, ihre „Programmierung“, ihre räumliche „Dramaturgie“ sowie ihre Leistungsfähigkeit für den Verkehr ihre eigene Rolle und „Begabung“ als Impulsgeber für die umgebende Stadt. Die Entwicklung der Magistralen muss den verschiedenen Profilen Rechnung tragen und sie weiterentwickeln – im Sinne einer Spezialisierung und klaren Identität im Gesamtgefüge der Stadt.

Stand 01.05.2019

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