Neue Kleingärten Ausgewählte Stadtentwicklungsprojekte mit Kleingärten

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Auf dem neuen Weg der Binnenverdichtung von Altanlagen ist Hamburg schon weit fortgeschritten. Mittlerweile wurde die Binnenverdichtung im Altbestand von Kleingärten in fünf Gebieten begonnen und zwar nach recht unterschiedlichen Modellen. In einem weiteren Gebiet sind die Planungen bereits weit fortgeschritten. Hier stellen wir Ihnen einige Beispiele in chronologischer Reihenfolge vor.

Zeitstrahl

Ausgewählte Stadtentwicklungsprojekte mit Kleingärten

Kleingartenverein 238 „Diebsteich“

Im Zusammenhang mit der geplanten Überdeckelung der Autobahn A7 und dem nachfolgenden Wohnungsbau werden fast 600 ersatzlandpflichtige Kleingärten weichen. In diesem Umfang Ersatzflächen für Kleingärten bereit zu stellen, ist verständlicherweise äußerst schwierig. Deswegen wurde neben der Suche nach „neuen“ Kleingärten ein Augenmerk auf geeignete Kleingartenflächen im Umfeld gerichtet, die sich für eine Verdichtung eignen könnten. Das Pilotprojekt im Verein 238 wurde zwischen  2014 und  2018 umgesetzt. Hier wurden bestandsschonend und ohne Kündigungen aus 69 Kleingärten in drei Bauabschnitten 99 gemacht. Dies war dadurch möglich, dass die Bauarbeiten nur außerhalb der Gartensaison im  Winter stattfanden. Fast alle Pächter mussten einen Teil ihrer Parzelle abgeben, um daraus die zusätzlichen Kleingärten zu schaffen. Nach längeren Verhandlungen konnte ein Konsens in der Frage der Vorgehensweise und der Gegenleistungen gefunden werden, der letztendlich von allen Seiten positiv bewertet wird.

Kleingartenverein 238 „Diebsteich“/ BUE


Alt und Neu harmonieren gut / Quelle: Weeber+Partner/W+P GmbH

Neubaugebiet Pergolenviertel

Auslöser für die Verlagerungsbedarfe von rund 260 Kleingärten war hier die Planung eines Neubaugebietes mit 1.400 Wohneinheiten. Auf der Fläche befanden sich drei Kleingartenvereine. Im Verdichtungsbereich erfolgten größere Eingriffe als im Modell „Diebsteich“, dennoch wurde versucht, so viele Lauben und Vegetationsstrukturen wie möglich zu erhalten. Es fand ein Planungsprozess mit breiter Bürgerbeteiligung und gezielter frühzeitiger Einbeziehung der betroffenen Kleingärtner statt. Dem Wunsch einiger Kleingärtner nach finanzieller Unterstützung  wurde durch die Einrichtung eines Laubenfonds Rechnung getragen.

Die Pächter erhielten 2017 Sanierungskündigungen zum Zweck der Nachverdichtung.

Im Ergebnis wird auch hier nach anfänglichen großen Widerständen von allen Beteiligten eine positive Bilanz gezogen. Inzwischen wurden 230 Kleingärten ersetzt, 170 im Plangebiet und 60 im Umfeld durch Neubau.

 Pergolenviertel: Lage der Ersatzkleingärten im Neubaugebiet / Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord

Pergolenviertel: Lage der Ersatzkleingärten im Neubaugebiet / Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord

Kleingartenverein 222 „Gartenfreunde Groß-Altona“, Kolonie Vorhornweg 

Dieses Projekt steht wiederum im Zusammenhang mit der geplanten Überdeckelung der Autobahn A7. Nach den sich abzeichnenden guten Erfahrungen mit den Projekten  „Diebsteich“ und „Pergolenviertel“ erfolgt hier auf Initiative des Vereins die dritte Verdichtungsmaßnahme mit einer entsprechend großen Kooperationsbereitschaft.

Die Pächter erhielten 2017 die Sanierungskündigungen zum Zweck der Nachverdichtung.

Aus 67 Kleingärten werden 116 Kleingärten durch Umstrukturierung entstehen und somit ein Gewinn von 49 Parzellen.

Im Zuge der Umstrukturierung werden bestehende massive Bauverstöße beseitigt, so dass neben der Sanierung der Anlage auch die Beseitigung der Bauverstöße auf Kosten der Stadt  erfolgt. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.

 KGV 222: Überplante Anlage mit neuem Parzellenzuschnitt / Nelson und Becker Landschaftsarchitekten

KGV 222: Überplante Anlage mit neuem Parzellenzuschnitt / Quelle: Nelson und Becker Landschaftsarchitekten

Neubaugebiet Elbinselquartier

Auslöser für den Umstrukturierungsbedarf von rund 250 Kleingärten ist die Planung eines Neubaugebietes mit 2.000 Wohneinheiten. Auch hier befinden sich 3 Kleingartenvereine auf der Fläche.

Hier erhielten die Pächter ebenfalls 2017 ihre Sanierungskündigungen zum Zweck der Nachverdichtung. Der Auftakt des Planungsprozesses mit frühzeitiger Einbindung des Dachverbandes auch im Wettbewerb sowie im Preisgericht einschließlich frühzeitiger Information der drei Vereine sowie ihre mehrfache Einbindung in Bürgerbeteiligungsveranstaltungen wird positiv bewertet. Die konkrete Planungsphase begann Ende 2017. Die Realisierung soll bis 2020 erfolgen.

 Elbinselquartier: Lage der Ersatzkleingärten im Neubaugebiet (Wettbewerbsergebnis) / IBA GmbH Hamburg

Elbinselquartier: Lage der Ersatzkleingärten im Neubaugebiet (Wettbewerbsergebnis) / Quelle: IBA GmbH Hamburg

Neubaugebiet Julius Vosseler-Straße

Zur Schaffung von neuem Wohnraum mit etwa 220 Wohneinheiten entfallen ca. 35 Parzellen. Ein Teil davon kann in fußläufiger Reichweite in den Kleingartenverein 302 „Vereinigung Eimsbütteler Gartenfreunde“  umgesiedelt werden.  Hier erfolgt neben dem Neubau von Kleingärten auf 2 neuen Flächen eine Verdichtung auf der nahegelegenen Kleingartenfläche. In diesem Fall werden aus 97 Parzellen 122. Die Sanierungskündigungen zum Zweck der Nachverdichtung wurden für 2018 ausgesprochen. Der Auftakt des Planungsprozesses mit frühzeitiger Einbindung des Dachverbandes und des Vereins erfolgte bereits 2017. Die Umsetzung wird nach Ablauf der Kündigungsfrist in 2020 stattfinden.

Neubaugebiet Dieselstraße

Die Fläche wird in den nächsten Jahren zu einem Wohnquartier mit rund 675 Wohnungen, Kleingartenflächen und einem Nahversorgungszentrum entwickelt. Die vorhandenen 80 Kleingärten werden zum Teil für Wohnungsbau in Anspruch genommen. Deren Kompensation erfolgt innerhalb des Neubaugebietes durch Verdichtung des Bestands. Die Umsetzung erfolgt ab 2020.

Neubaugebiet Osterbrookviertel

Unter dem Namen Osterbrookviertel läuft seit Mitte 2019 das Bebauungsplanverfahren „Hamm 3“ mit der Zielsetzung westlich des Rückerskanals ca. 800 Wohnungen zu bauen. Dies erfordert auch die Verlagerung von 33 Kleingärten. Deren Kompensation soll zum einem auf der naheliegenden als Grabeland genutzten Fläche, zum anderen durch Verdichtung der verbleibenden Fläche des Kleingartenvereins 128 erfolgen. Über das Kompensationserfordernis hinaus sollen hier durch die Verdichtung ca. 40 zusätzliche Kleingärten geschaffen werden.

Fazit

Die Umstrukturierung und Binnenverdichtung im Altbestand von Kleingärten ist ein probates Mittel zum Erhalt von Kleingärten in innerstädtischen Lagen und ein flächensparendes Verfahren zur Schonung von erhaltenswerten Landschaftsräumen.

Um eine möglichst große Akzeptanz zu erzielen, bedarf es häufig eines sehr abstimmungs- und damit auch personal- und kostenintensiven Prozesses.

Die Stadt lässt sich die Erfüllung der gesetzlichen Ersatzlandpflicht und den Frieden mit den Kleingärtnern Einiges kosten. Die Sanierung einer Altanlage verteuern die neu gewonnenen Parzellen nicht unerheblich. Aber die Erhaltung innerstädtischer Kleingartenstandorte sowie der wohlwollende Umgang zwischen Stadt und Kleingärtnern sind es der Hansestadt Hamburg wert.

Weitere Informationen

Pilotprojekt

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Kontakt

Andrea Müller

Behörde für Umwelt und Energie
Amt für Naturschutz, Grünplanung und Bodenschutz
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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