Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Digitales Format Besuchsprogramm des Senats für jüdische ehemalige Hamburgerinnen und Hamburger und ihre Kinder

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:
Außenansicht des Hamburger Rathauses Das Hamburger Rathaus

Besuchsprogramm des Senats für jüdische ehemalige Hamburgerinnen und Hamburger und ihre Kinder

Am 25. Oktober 1965, dem 24. Jahrestag der ersten Deportation verfolgter Bürgerinnen und Bürger aus Hamburg, wurde das erste Gedenkbuch über die Opfer des nationalsozialistischen Terrors unserer Stadt durch den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg der Öffentlichkeit übergeben. Dieses Buch sollte nicht nur ein Zeichen des Gedenkens an die Ermordeten sein, sondern auch die Verbundenheit mit den Überlebenden bekunden. Deshalb wurden von dem Ersten Bürgermeister, Herrn Prof. Dr. Herbert Weichmann, Anzeigen in jüdischen deutschsprachigen Zeitungen in Israel, Südamerika und USA geschaltet, die die verfolgten ehemaligen Bürgerinnen und Bürger aufriefen, mit der Senatskanzlei Kontakt aufzunehmen.

Aufgrund des wachsenden Interesses an einem Wiedersehen mit der Stadt ihrer Jugend begann ein Besuchsprogramm, das jüdische ehemalige Bürgerinnen und Bürger, die in der Zeit zwischen 1933 und 1945 emigriert sind, nach Hamburg einlädt. In den Jahren 1966 bis 1971 sprach der Präsident des Senats Einzeleinladungen aus. Ab 1972 wurden Gruppeneinladungen ausgesprochen. 

Das Programm soll die innere Verbundenheit mit den Überlebenden bekunden und in Hamburg das Wissen um das schreckliche Geschehen als Mahnung und Warnung für die Zukunft wach halten. Der Besuch unserer ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger bietet die Möglichkeit für einen Dialog  zwischen Betroffenen und Nachgeborenen. Die Aufgabe in der Kontaktpflege liegt darin, im Bewusstsein der Vergangenheit aufeinander zuzugehen, behutsam ins Gespräch zu kommen, sich verständnisvoll gegenseitig zu akzeptieren und damit die Vertrauensbasis für die Beziehungen zu erweitern.

Darüber hinaus ermöglicht der Besuch die Begegnung mit dem damaligen Lebensmittelpunkt und gibt Gelegenheit zur persönlichen Information über das heutige Hamburg und Deutschland. 

Im Jahr 2010 machte die Hamburgische Bürgerschaft den Weg frei und entschied, dass zukünftig auch die Angehörigen der zweiten Generation, also die Kinder der jüdischen ehemaligen Bürgerinnen und Bürger, nach Hamburg einladen werden können. Die Öffnung des Programmes für die Generation der Kinder bewirkte, dass zunehmend generationenübergreifende Familienverbände am Besuchsprogramm teilnehmen und so ein gemeinsames Erleben der Familien beim Aufsuchen der Stätten der Vergangenheit ermöglicht werden kann.

Nicht immer wurde in den Familien über Erlebtes und Erlittenes gesprochen. Im Rahmen genealogischer Recherchen bekommen einige der Gäste des Senats teilweise zum ersten Mal Informationen zu ihren Ahnen, Wissen um den Verbleib von Familienangehörigen etc.. Die Teilnahme am Besuchsprogramm leistet insofern einen Beitrag dazu, den Gästen einen Zugang zum Leben und Erlebten ihrer Eltern, Großeltern und weiteren Familienangehörigen zu ermöglichen.

Dieses Angebot wird gern angenommen und wir freuen uns sehr über das Interesse an der  Familiengeschichte und den familiären Wurzeln. Dieses Interesse ist die Voraussetzung dafür, dass unser Besuchsprogramm, dessen Ziel die Arbeit gegen das Vergessen und die Begegnung und der Austausch über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ist, lebendig bleibt. Ein zentraler Bestandteil des Besuchsprogrammes sind stets die Begegnung und der gegenseitige Austausch zwischen den Gästen der ersten und zweiten Generation und Schülerinnen und Schüler aus Hamburger Schulen.

Eine Forschungsarbeit aus dem Jahre 2011 hat die Geschichte des Besuchsprogramms des Senats zum Thema gehabt.  Die Lebens- und Erfahrungsgeschichten von vier ehemaligen Hamburgern stehen hier im Fokus, ebenso die Frage, wie sich der Kontakt zur Senatskanzlei und die Reise in ihre Geburtsstadt für die Verfolgten darstellten. 

Zwischen Imagepflege, moralischer Verpflichtung und Erinnerungen. Das Besuchsprogramm für jüdische ehemalige Hamburger Bürgerinnen und Bürger - fzh (zeitgeschichte-hamburg.de)

Das digitale Besuchsprogramm 2021

Corona-bedingt musste bereits die Besuchswoche für jüdische ehemalige Bürgerinnen und Bürger Hamburgs von 2020 auf 2021 verschoben werden, auch eine erneute Verschiebung der diesjährigen Besuchswoche war unumgänglich. Die Senatskanzlei hat sich deshalb entschieden, den Gästen aus aller Welt einen „digitalen Ersatz“ anzubieten. 

Ziel dieser Website und der ihr angegliederten Plattform (zugangsbeschränkt)  ist es, mit den Gästen in Verbindung zu bleiben und ihnen die Möglichkeit der Begegnung untereinander und mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Buckhorn anzubieten. Darüber hinaus kann Kontakt zu den Hamburger Jüdischen Gemeinden, Organisationen und Institutionen aufgenommen werden.

Themenübersicht auf hamburg.de

Empfehlungen

Anzeige
Branchenbuch