Betreuungsverfügung

In einer Betreuungsverfügung halten Sie Ihre Wünsche bezüglich einer einzurichtenden Betreuung fest. Das Gericht prüft, ob und wie diese umgesetzt werden. Dort können Personen aber auch konkrete Vorstellungen bezüglich Ihres zukünftigen Lebens benannt werden.

Betreuungsverfügung

Was ist eine Betreuungsverfügung und benötige ich sie?


In der Betreuungsverfügung können Sie eine Person benennen, die vom Betreuungsgericht zum rechtlichen Betreuer oder zur Betreuerin bestellt werden soll. Dies ist sinnvoll, wenn Sie jemanden kennen, der diese Aufgabe übernehmen würde, aber nicht zu den engsten Vertrauenspersonen zählt - der sie also keine Vorsorgevollmacht geben würden. Das Gericht wird dann in einem Betreuungsverfahren prüfen, ob diese Person geeignet und bereit ist, Ihre Betreuung zu übernehmen. Erst nach erfolgter gerichtlicher Bestellung darf sie tätig werden und wird regelmäßig durch das Gericht kontrolliert.

Wenn Sie niemanden kennen, können Sie über eine Betreuungsverfügung einen Hinweis geben, in welchem Umfeld sich das Betreuungsgericht nach einer geeigneten Betreuungsperson erkundigen soll.

Weiterhin können auch Personen genannt werden, die in keinem Fall als rechtliche Vertretung für Sie in Frage kommen.

Von besonderer Bedeutung ist noch folgender Punkt: Sie können in der Betreuungsverfügung Ihre Wünsche und Vorstellungen für die spätere Lebensgestaltung festhalten. Diese bilden die Grundlage für alle Entscheidungen, die Ihre zukünftige Betreuerin oder der Betreuer für Sie treffen wird.

Sobald das Gericht von Ihren Wünschen aus der Betreuungsverfügung Kenntnis erlangt, wird sie es diese an die gerichtlich bestellte Betreuerin oder den Betreuer weiterleiten und deren Umsetzung prüfen.

Was passiert, wenn ich keine Betreuungsverfügung habe?


Zunächst prüft das Gericht, ob es im verwandtschaftlichen Umfeld oder im Freundeskreis eine Person gibt, die die rechtliche Betreuung für Sie übernehmen würde. Wenn nicht, bestellt das Gericht eine fremde Person, die die Betreuung ehrenamtlich oder beruflich führen wird. Wenn Sie auf die Betreuungsverfügung verzichten, werden Ihre Wünsche und Vorstellungen bezogen auf Ihre Lebensgestaltung im Alter oder bei Krankheit nicht mitgeteilt. Die betreuende Person, die Sie heute noch nicht kennen, wird keine Orientierung für ihr Handeln haben.

Wo sollte ich die Betreuungsverfügung aufbewahren?


Sehr wichtig ist: Das Gericht muss die Betreuungsverfügung erhalten, damit Ihre Wünsche und Vorstellungen umgesetzt werden können.

Beispielsweise, können sie einen vertrauten Menschen bitten, die Betreuungsverfügung im Ernstfall an das Gericht weiterzuleiten. 

Weiterhin können Sie bei der Bundesnotarkammer die Betreuungsverfügung im Vorsorgeregister registrieren lassen. Hierbei kann der Aufbewahrungsort genannt werden. Das Gericht wird in eine Betreuungsverfahren die entsprechenden Daten bei der Notarkammer abfragen und erfährt auf diesem Wege von der Existenz der Betreuungsverfügung.

Welche Form hat die Betreuungsverfügung? Gibt es Formulare?


Sie sind an keine Form gebunden. Zwar gibt es Formulare, allerdings lassen diese oft wenig Raum für Ihre Wünsche und Vorstellungen, so dass diese auf einem separaten Papier niedergeschrieben werden sollten.

Muss ich zum Zeitpunkt der Erstellung geschäftsfähig sein?


Anders als bei der Verfassung einer Vorsorgevollmacht ist die Geschäftsfähigkeit hier kein Muss.

Wer kann mich in Hamburg persönlich beraten?


In der Beratungsstelle für rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmacht und in den Hamburger Betreuungsvereinen können Sie sich nach Terminabsprache kostenfrei beraten lassen. 

Die Hamburger Notare und Rechtsanwälte beraten und unterstützen bei der individuellen Ausfertigung Ihrer Betreuungsverfügung entgeltlich.

Beratungsstelle für rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmacht

Hamburger Betreuungsvereine

Gibt es weiterführendes Informationsmaterial?


Behörde für Justiz und Verbraucherschutz: Zur Broschüre „Ich sorge vor“

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Zur Broschüre: „Betreuungsrecht“

Downloads und Links zum Betreuungsrecht im Allgemeinen


Behörde für Justiz und Verbraucherschutz: Broschüre „Ich sorge vor“

Behörde für Justiz und Verbraucherschutz: Broschüre „Wegweiser Betreuungsrecht“

Bezirk-Seniorenbeirats Hamburg-Bergedorf: Notfallmappe

Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer: Informationen und Hinterlegung

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Broschüre „Betreuungsrecht“

Bundesanzeiger Verlag: „Onlinelexikon Betreuungsrecht“

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Broschüre „Betreuungsrecht in leichter
Sprache“

Gibt es Veranstaltungen zum Thema?


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