Symbol

Tipps für den Probetag Erste Eindrücke für die Zukunft

Um festzustellen, ob ein Stellenanwärter ins Team passt, setzen viele Arbeitgeber einen Probetag an, an dem die Vibes und die Fähigkeiten des Kandidaten getestet werden. Diese Bewährungszeit ist allerdings beidseitig, denn auch der oder die Neue können entscheiden, ob Ihnen der Job gefällt. Lesen Sie hier Tipps für Ihren Probetag!

Hand mit Stift, schreibt auf ein weißes Blatt

Probetag - Tipps


Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, all die Vorbereitung und das Fitsein auf den Punkt haben sich ausgezahlt? Von wegen, der Dämpfer folgt gleich. „You just haven’t earned it yet, baby“, sang die englische Band The Smiths einst: Sie müssen noch den Probetag bestehen. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich diese Hürde aber auch als eine sinnvolle Einrichtung: Wenn ein Verhältnis sich wirklich auf Dauer zur beidseitigen Zufriedenheit etablieren soll, ist es durchaus gut, mal einen Eindruck zu bekommen, wie es laufen kann und wie die Chemie mit den zukünftigen Kollegen sein könnte. Vielleicht sind die Vorstellungen verschieden? Hier einige Tipps für Sie, wie Sie sich am schlauesten verhalten, wenn Sie einen Job wirklich haben möchten.

Allgemeines zum Probetag

Ein Tag ist nicht wirklich eine lange Zeit, um vorzufühlen und zu erahnen, wohin die Reise in der Zukunft geht. Darum fahren Sie gut damit, nicht gleich aufs Ganze zu gehen, sondern erst mal ein Verständnis zu bekommen, wie es an der Arbeitsstelle läuft und wie Sie am besten weiterhelfen können. Das ideale Ziel ist es dabei, sich mit Ihren individuellen Qualifikationen und Soft Skills unabdingbar zu machen.

Gehen Sie daher den Probetag positiv an. So wie Sie eventuell Kenntnisse und Arbeitskraft beisteuern, ist es für Sie auch eine interessante Erfahrung und Sie erhalten möglicherweise aufschlussreiche Einblicke in die Berufswelt. Sie werden die Gelegenheit bekommen, die Mitarbeiter der Arbeitsstelle kennenzulernen, Einblicke in die Arbeitsabläufe und Aufgaben erhalten und die Gelegenheit bekommen, sich bei einigen kleineren Aufgaben zu beweisen. Das Gefühl ausgenutzt zu werden, sollten Sie nur haben, wenn Sie stundenlang eine unangenehme Aufgabe übernehmen müssen und keine Gelegenheit bekommen, den Betrieb kennenzulernen. Dann können Sie auch ein Recht auf Bezahlung geltend machen. Im Normalfall sollte die Bezahlung aber erst mal kein Thema sein, sondern Ihr Interesse sich zu beweisen im Mittelpunkt stehen!

Statt eines Probetages, arbeiten manche Firmen auch mit einer längeren Probezeit.

TIPP: Sollte die Probezeit eine Woche überschreiten, erkundigen Sie sich nach einem Arbeitsvertrag für diese Zeit, der auch Ihre Rechte regelt.

Fragen und Vorbereitung

Zunächst: Kommen Sie pünktlich! Das macht sonst einen beinahe unentschuldbar schlechten Eindruck. Wie soll man sich auf Sie verlassen können, wenn Sie nicht mal die verabredete Uhrzeit einhalten können. Das wäre ein schlechter Start!

Überlegen Sie, was die angemessene Kleidung ist: In einer jungen hippen Werbeagentur, wo man Stilsicherheit und Coolness zur Schau stellen soll, kann dies anders sein als in einer Bank oder in einer Anwaltskanzlei. Ein gepflegtes Aussehen und Auftreten ist immer gut.

Seien Sie beim Probetag freundlich und interessiert. Es kommt gut an, wenn Sie Fragen zum Betrieb und den Hintergründen der Arbeit stellen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Vorbereitung. Holen Sie sich Erkundigungen über den Betrieb ein und recherchieren Sie im Internet. Wer sind die wichtigsten Partner? Wenn Sie eine Erklärung nicht verstehen, zögern Sie nicht, nachzufragen. Auf was kommt es in dem Business besonders an?  Wie groß der Betrieb ist, was die Aufgaben und Kerngebiete sind, können Sie auch vorher wissen. Gehen Sie also den viel beschäftigten Mitarbeitern nicht mit unnötigen Fragen auf die Nerven, die Sie unselbstständig dastehen lassen.

Je nach Betrieb könne verschiedene Fähigkeiten wichtig sein, die Sie am besten zeigen sollten, etwa sogenannte „Soft Skills“ wie Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke oder Einfühlungsvermögen.

Zeigen Sie, dass Sie mitdenken, selbstständig und unabhängig weiterhelfen können und Ideen entwickeln! Wenn Sie sich sicher sind, können Sie auch Vorschläge und Ideen äußern, aber tasten Sie sich vorsichtig vor, denn niemand will einen altklugen Besserwisser in seinem Betrieb haben.

TIPP. Überheblichkeit schreckt ab. Zeigen Sie also zunächst Respekt und Interesse für alle Vorgänge, signalisieren Sie, dass Sie lernwillig und aufnahmefähig sind.

Verhalten beim Probetag

Ihr Verhalten beim Probetag ist also natürlich wichtig, denn der Eindruck entscheidet über eine mögliche dauerhafte Anstellung! Seien Sie wach und konzentriert. Schalten Sie Ihr Handy in jedem Fall ab. Ihr Ziel muss es sein, selbstbewusst Ihre Fähigkeiten zu zeigen und demonstrieren zu können! Dazu ist es zunächst wichtig, ehrlich zu bleiben. In Ihrer Bewerbung oder beim Vorstellungsgespräch sollten Sie keine falschen, geschönten oder übertriebenen Angaben machen, denn man wird Sie schnell entlarven. Chefs spüren sofort, wenn ein Mitarbeiter flunkert. Verdächtige Angaben werden subtil auf die Probe gestellt. Zeigen Sie also lieber souverän, was Sie können!

TIPP 1: Halten Sie sich zurück und seien Sie präsent, wenn es gefragt ist. Das erfordert Konzentration und Wachheit und die Fähigkeit auch mal den Impuls zu glänzen zurückhalten zu können. Ihre Chance wird kommen, also Geduld!

TIPP 2: Motivation und Engagement: Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Tag verstreicht und Sie keinen Zugang finden, fragen Sie aktiv nach Aufgaben, die Sie machen können. Eigeninitiative wird überall geschätzt, solange es kein übertriebener Aktionismus ist. Bringen Sie sich ruhig ein!

Kennenlernen der Mitarbeiter

Es ist also gut, unaufdringlich den Eindruck zu vermitteln, da zu sein, wenn man gebraucht wird und noch mehr Asse im Ärmel zu haben. Hören Sie auch gerade den erfahreneren Mitarbeitern respektvoll zu. Das schadet nicht, um wichtige Einblicke in die Seele des Ladens zu bekommen und einen guten Eindruck zu machen.

Achten Sie beim Kennenlernen der Kollegen darauf, nicht nur beim Chef oder scheinbar wichtigen Mitarbeitern einen guten Eindruck zu machen. Ihr Ziel sollte vielmehr sein, für Ihre Fähigkeiten und Ihre Integrität allgemein geschätzt zu werden und die Atmosphäre im Betrieb zu bereichern. Damit fährt man langfristig am besten, gerade bei schlauen Vorgesetzten, die Sie wegen Ihrer Kompetenz, Kreativität und Zuverlässigkeit zu schätzen lernen. Gehen Sie beim Probetag ruhig mit in die Mittagspause um etwas mehr von den Mitarbeitern zu erfahren und ins Gespräch zu kommen.

Generell gilt: Wenn es eine gute Chemie gibt, werden Sie zukünftig früher oder später schon freundlich aufgenommen werden und es wird sich vielleicht neben einem kollegialen auch ein freundschaftliches Verhältnis zum Einen oder Anderen etablieren. Machen Sie hier aber auch keinen Druck, sondern vertrauen Sie ganz optimistisch auf eine Verbundenheit, die mit der Zeit entsteht. Sein Sie zuvorkommend aber nicht übertrieben unterwürfig oder neugierig.

Nach dem Probetag

Überlegen Sie auch für sich, ob Ihnen der Job, der Arbeitsplatz und die Kollegen gefallen und sympathisch sind. Können Sie hier Ihre Fähigkeiten einbringen und fühlen Sie sich wertgeschätzt? Eine Frist von etwa einer Woche, bis Sie Rückmeldung erhalten ist durchaus normal. Sollte sich dann nichts tun, haken Sie ruhig mal höflich nach!

Überforderung? Nur Mut!

Zuletzt gilt: Der Einstieg in das erste Arbeitsverhältnis ist erst mal aufregend und kann bisweilen überfordernd oder überwältigend sein. Gerade bei einem Probetag muss man viele Eindrücke verarbeiten und die Etablierten könne dieses Gefühl nicht immer nachvollziehen. Aber keine Sorge: Sie schaffen das! Auch Ihr Arbeitgeber ist an einer gelingenden Zusammenarbeit interessiert, und wenn Sie sich konstruktiv einbringen, kenntnisreich und geschickt arbeiten, dürfen Sie auch mal Schwächen zeigen. Ehrlichkeit und Integrität zahlen sich im Endeffekt meistens aus.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und einen schönen und aufregenden Probetag!