Historie Unser Institut im Wandel der Zeit

Bereits 1892 wurde das Hygienische Institut in Hamburg gegründet. Seit damals hat es eine wechselvolle Geschichte erlebt, die sowohl von Phasen des Auf- und Ausbaus geprägt war, als auch von Phasen organisatorischer, finanzieller und personeller Veränderungen. Heute ist es ein modernes Wissenschafts- und Dienstleistungszentrum und fungiert als Landeslabor der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Geschichte des Instituts für Hygiene und Umwelt

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​​​​​​​Die Cholera in Hamburg  

Am 15. August 1892 starb ein Bauarbeiter, der im Hamburger Hafen beschäftigt war, nachdem er an Durchfall und Erbrechen litt. Bereits einen Tag später erlag einer seiner Kollegen den gleichen Symptomen. Beide hatten vermutlich Elbwasser getrunken, was unter den Hafenarbeitern weit verbreitet war. 16 weitere Personen erkrankten allein in den ersten beiden Tagen, so dass die Presse bereits von einer „choleraähnlichen Erkrankung“ sprach – ganz anders als die Behörden: Sie versuchten, die besorgte Bevölkerung zu beschwichtigen, selbst als sich eine Woche nach dem ersten Toten die Seuche auf das gesamte Stadtgebiet ausgebreitet und bereits mehr als 200 Opfer gefordert hatte. Erst am 22. August reiste ein Arzt aus Altona nach Berlin zu Robert Koch, der das kaiserliche Gesundheitsamt leitet und wenige Jahre zuvor den Cholera-Erreger entdeckt hatte. Seine Diagnose stand noch am selben Tag fest: In Hamburg grassierte die „Cholera asiatica“.

Auswandererhallen Auswanderer vor der Überfahrt nach Amerika. Erste ärztliche Untersuchungen in den sogenannten "Auswandererhallen" fanden etwa 1900 statt.
Unklar blieb, wie die Krankheit nach Hamburg eingeschleppt wurde und vor allem, wie sie sich verbreitete. Vermutungen legen nahe, dass Auswanderer aus Russland den Erreger mitbrachten. Viele von ihnen lebten zeitweise in Baracken am Amerikakai, von wo aus sie in die „Neue Welt“ übersiedeln wollten. Die Cholera-Erreger gelangten über ihre Ausscheidungen und Abfälle direkt in die Elbe und von dort aus ins Trinkwasser – die Entnahmestelle befand sich nur vier Kilometer stromaufwärts in Rothenburgsort.

Durch Quarantäne, Desinfektion und Gesundheitskontrollen konnte die Epidemie bis zum Winter 1892 eingedämmt werden – es blieb jedoch bei einer traurigen Bilanz von insgesamt 8.605 Todesopfern. Die Schrecken der Seuche führten jedoch auch dazu, dass der Hamburger Senat weitreichende Konsequenzen zog und die hygienischen Verhältnisse und die Gesundheitsvorsorge endlich reformierte. So wurde zum Beispiel die seit Jahren im Bau befindliche Sandfiltrationsanlage der Stadtwasserwerke in aller Eile fertiggestellt und bereits im Frühjahr 1893 in Betrieb genommen. Auch die Zuständigkeiten in der Hamburger Gesundheitspflege wurden auf solide Füße gestellt: Eine zentrale Einrichtung sollte sich fortan um das Trink- und Abwasser, die Seuchenprävention, Lebensmittelkontrollen und die hygienischen Zustände in Hamburg kümmern – das Hygienische Institut war geboren.

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Ein Hygienisches Institut für Hamburg

Bereits im September 1892, als die Cholera noch wütete, hatte der Senat Prof. Dr. Georg Gaffky aufgefordert, die Eindämmung und wissenschaftliche Untersuchung der Choleraepidemie zu leiten. Der Schüler Robert Kochs wurde damit offiziell zum hygienischen Berater des Senats berufen. Eilig richtete Gaffky mit Hilfe seines Assistenten Dr. William Philipps Dunbar ein Labor in einem Bürohaus an der Stadthausbrücke ein, so dass sie bereits am 23. September mit der Arbeit beginnen konnten: Fünf Mitarbeiter untersuchten Material, das Ärzte und Krankenhäuser anlieferten, auf Krankheitserreger. Gleichzeitig nahm das wissenschaftliche Team Trink-, Elb- und Abwasser genau unter die Lupe, um eine weitere Ausbreitung der Cholera auf diesem Wege zu verhindern. Die schnellen Erfolge von Gaffky, Dunbar und ihren Mitarbeitern machten dem Senat klar, dass es Zeit war für die Institutionalisierung einer zentralen gesundheitlichen Kontrollinstanz. So wurde das zunächst provisorische Labor am 28. Dezember 1892 per Senatsbeschluss in ein staatliches Institut umgewandelt.

Bakterienlabor Im bakteriologischen Labor wurden Wasserproben untersucht.
Das neue Hygienische Institut besaß zunächst zwei Abteilungen: Eine bakteriologische und eine hygienisch-chemische. Dass die Gründung eines solchen Instituts in Hamburg längst überfällig war, zeigte sich auch in seinem schnellen Wachstum: Schon im Frühjahr 1893 übernahm es gemeinsam mit der „Polizeilichen Station zur Untersuchung der Nahrungsmittel“ die Prüfung von Nahrungsmitteln und Bedarfsgegenständen. Während Lebensmittelproben zuvor nur sporadisch untersucht worden waren, nahmen die Hygieniker fortan regelmäßige und umfassende Analysen vor – und deckten Betrügereien ungeahnten Ausmaßes auf: Mehl war mit Gips gestreckt, Butter mit Margarine vermischt, Gebäck mit giftigen Farbstoffen versetzt. Fast ein Viertel aller Proben musste im Jahr 1895 beanstandet werden. Die Polizeibehörde ahndete diese Verstöße unerbittlich, so dass sich die Qualität der Hamburger Lebensmittel schon zur Jahrhundertwende deutlich verbesserte – ein weiterer Erfolg der Wissenschaftler vom Hygienischen Institut.

Nahrungsmittel, Wasserversorgung, Abwasserwesen – das waren die Aufgabenschwerpunkte des Instituts in den ersten Jahren seines Bestehens. Schon bald kamen neue Bereiche hinzu: 1898 übertrug der Senat den Wissenschaftlern die regelmäßige Überprüfung der hygienischen und sanitären Bedingungen in den Häusern der Armen, und auch schul- und gewerbehygienische Fragen wurden von ihnen bearbeitet. Im Jahr 1900 übernahm das Institut zudem die fachliche Aufsicht über die städtischen Desinfektionseinrichtungen und –apparate und schulte die dortigen Mitarbeiter.

Das Institutsgebäude in der Jungiusstraße Sitz des Hygienischen Instituts in der Jungiusstraße, 1939
Mit der Vielfalt an Aufgaben wuchs auch der Bedarf an Personal: Die Mitarbeiterzahl war von anfangs fünf auf 35 im Jahr 1906 angewachsen, allein 20 von ihnen waren Chemiker. Schnell wurde es eng im Labor an der Stadthausbrücke, so dass man bereits 1899 in das neue Institutsgebäude an der Jungiusstraße umzog. In den geräumigen und vorbildlich ausgestatteten Räumlichkeiten konnten Gaffky und Dunbar das Wachstum des Instituts weiter vorantreiben – zuvor hatten sie mit ihren Mitarbeitern den Grundstein dafür gelegt, dass die Cholera von 1892 die letzte große Epidemie bleiben sollte, die Hamburg heimsuchte.

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Neue Aufgaben und Herausforderungen für das Institut

Die ersten Jahre des Instituts waren von einem rasanten Wachstum gekennzeichnet. Die Erfolge bei der Eindämmung der Cholera und bei der Verbesserung der Lebensmittelqualität zeigten, welches Potential der Arbeitsbereich Hygiene für die Stadt bietet. So wurde im Jahr 1900 ein Pestlabor im Institut eingerichtet, das sich als alleinige Stelle in Hamburg mit der Untersuchung von Rattenkadavern beschäftigte.

Neben der Seuchenbekämpfung wurden auch die Aufgaben im Bereich der Nahrungsmittelkontrollen ausgeweitet: Zwei Laboraußenstellen auf dem Amerikahöft und im Kuhwerder Hafen wurden 1903 beziehungsweise 1904 eingerichtet und erlaubten es den Kontrolleuren, Importe wie zum Beispiel Fleisch direkt nach ihrer Anlandung am Hafen zu prüfen.

Nicht nur routinemäßige Untersuchungen, auch der wissenschaftliche Unterricht am Institut hat von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. Die hausinternen Vorträge und Seminare wurden 1919 durch einen offiziellen Lehrauftrag ergänzt, als das Gesetz zur Gründung der Hamburger Universität verabschiedet wurde: Dem Institut wurde damit offiziell die Ausbildung von Medizinstudenten und Nahrungsmittelchemikern in Fragen der Hygiene übertragen.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts im Jahr 1922
Bereits 1925 war die Hamburger Institution zum größten Hygiene-Institut in Deutschland herangewachsen und führte jährlich knapp eine Viertelmillion Untersuchungen durch. Inzwischen hatten sich neben der leitenden Direktorialabteilung sieben Fachabteilungen entwickelt:

  1. Abteilung für hygienisch-bakteriologische Untersuchungen
  2. Abteilung für Wasserversorgung
  3. Abteilung für Lebensmitteluntersuchungen
  4. Abteilung für serobiologische Untersuchungen
  5. Abteilung für Städtereinigung
  6. Abteilung für Gewerbe-, Bau-, Wohnungshygiene und Schädlingsbekämpfung
  7. Abteilung für Sporthygiene, Heizung, Lüftung, Verkehrs- und Badewesen

Mit dem „Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens“ von 1934 wurde das Institut in einigen Bereichen entlastet: Die neu eingerichteten Gesundheitsämter übernahmen eine Reihe von Aufgaben wie zum Beispiel die Überwachung der Trinkwasserversorgungsanlagen, die Kontrolle der Abfallentsorgung und die Bearbeitung von Fragen zur Reinhaltung von Boden und Luft. Die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und dem Institut blieb jedoch eng, was im Laufe der Zeit zu einigen Rechtsunsicherheiten und Fragen nach Befugnissen führte. Zu deren Klärung wurde 1941 schließlich von der Gesundheitsbehörde eine „Dienstanweisung über die Zusammenarbeit der Gesundheitsämter und des Hauptgesundheitsamtes mit dem Hygienischen Institut“ verfasst. Hiermit wurde dem Institut die Federführung bei der Bearbeitung von Fragen der Wasserversorgung, Abfallbeseitigung, Gewässerreinhaltung und des öffentlichen Badewesens zugestanden. An Maßnahmen zur Reinhaltung von Boden und Luft sowie bezüglich der Wohnungs- und Gewerbehygiene war es fortan forschend und beratend beteiligt.

Institut für Hygiene und Umwelt - ehemaliges Gebäude am Gorch-Fock-Wall Institut für Hygiene und Umwelt - ehemaliges Gebäude am Gorch-Fock-Wall
Während der ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs konnte das Institut seinen Regelbetrieb weitgehend aufrechterhalten. Erst als Hamburg von einer Reihe vernichtender Luftangriffe heimgesucht worden war, übernahm es gemeinsam mit anderen Behörden immer mehr die Funktion, Hilfsaktionen für Überlebende zu organisieren. Ab 1944 konnten schließlich routinemäßig anfallende Aufgaben kaum noch durchgeführt werden, weil viele unabkömmliche Mitarbeiter einberufen und zum Kriegsdienst verpflichtet wurden. Hinzu kam, dass das Institutsgebäude in der Jungiusstraße Ende Juli 1944 von einer Bombe getroffen wurde. Es konnten zwar Teile der Laborausrüstung und der Bibliothek gerettet werden, das Gebäude musste man aber aufgeben und es wurde 1949, genau 50 Jahre nach seiner Einweihung, abgerissen. Zuvor hatte das Institut in einem Verwaltungsgebäude am Gorch-Fock-Wall Unterschlupf gefunden, die Unterbringung war dort aber keineswegs ideal.

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Immer größer, immer besser – Umzüge und räumliche Veränderungen

Trotz schwieriger räumlicher Bedingungen, unter denen die Wissenschaftler des Hygienischen Instituts Ende der 1940er Jahre arbeiten mussten, schritt die Spezialisierung der Fachgebiete weiter voran – der schnelle wirtschaftliche Aufschwung brachte auch für das Institut einen Anstieg an Aufträgen mit sich und führte zur Einstellung vieler neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 1951 veranlasste die Gesundheitsbehörde deshalb die Zusammenführung der damals sechs Abteilungen in vier Anstalten:

  1. Lehranstalt für Allgemeine und Soziale Hygiene
  2. Medizinaluntersuchungsanstalt (MUA) mit den Aufgabenbereichen Bakteriologie und Serologie
  3. Chemische und Lebensmitteluntersuchungsanstalt (CLUA) mit sechs Abteilungen und einem Weinsachverständigen
  4. Untersuchungsanstalt für Stadthygiene (Wasserhygiene, Abwasserhygiene und -verwertung, Gewerbehygiene, Bau- und Wohnungshygiene)

Vorlesung am Hygienischen Institut Die umfangreiche wissenschaftliche Sammlung des Instituts wurde zur Veranschaulichung in Kursen und Vorlesungen genutzt.
Die Weite des Aufgabenbereichs spiegelte sich aber keineswegs in dem Platz wider, der dem Institut am Gorch-Fock-Wall eingeräumt wurde: Ein Viertel der Räume wurde immer noch von anderen Dienststellen der Stadt in Anspruch genommen. Zur Lösung des Unterbringungsproblems wurden viele Pläne gemacht und ebenso wieder verworfen, wie zum Beispiel eine Aufstockung des Gebäudes am Gorch-Fock-Wall oder auch ein kompletter Neubau für die Hygieniker. Nach einigem Hin und Her wurden schließlich im Dezember 1955 alle Räume des bis dahin teilweise genutzten Hauses dem Institut zur alleinigen Nutzung zugesprochen.

Nur zehn Jahre später wuchs das Institut schon wieder aus dem Gebäude heraus, so dass es ab 1965 zu erneuten Auslagerungen kam: Zwei Bereiche der Untersuchungsabteilung für Städtehygiene zogen in ein modernes Bürohochhaus am Neuen Kamp und 1967 wurde die virusdiagnostische Abteilung in die neue Impfanstalt in der Hinrichsenstraße verlagert. Diese Außenposten erwiesen sich nicht nur als kostenintensiv, sondern sie gefährdeten auch die Einheit des Instituts. Die Leitung blieb deshalb immer bemüht, eine Unterbringung unter einem gemeinsamen Dach zu erreichen.

1983 war es dann endlich soweit – die Bürgerschaft stimmte dem Umbau des ehemaligen Kinderkrankenhauses Rothenburgsort für die Zwecke der Hygieniker zu. Nach fast dreijähriger Bauphase wurde das neue Dienstgebäude schließlich am 28. Februar 1986 der Institutsleitung übergeben. Es war und ist der bisher vierte Standort in der Geschichte des Instituts.

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Umstrukturierungen bis zur heutigen Form als Landesbetrieb

Nicht nur räumliche Veränderungen, sondern vor allem strukturelle Umwälzungen prägten die Entwicklung des Hygienischen Instituts bis heute. Immer wieder kam es zu Aus- und Eingliederungen von Arbeitsbereichen und ganzen Abteilungen. So wurden beispielsweise das Zentralinstitut für Arbeitsmedizin (ZfA) 1968 integriert und 1980 die Anstalt für Hygiene aus dem Institut an die damals neu gegründete Behörde für Bezirksangelegenheiten, Naturschutz und Umweltgestaltung (BBNU) überführt.

Mit der Schaffung der BBNU wollte die Stadt dem wachsenden Thema Umweltschutz gerecht werden und beschloss 1980 das „Umweltpolitische Konzept für Hamburg“. Zur Umsetzung dieses Konzepts wurden die bisher am Hygienischen Institut ansässigen Laboreinheiten für umweltbezogene Messungen und Überwachungsaufgaben der neu gegründeten Behörde zugeordnet und in den kommenden Jahren deutlich erweitert. So nahm zum Beispiel das Hamburger Luftmessnetz 1984 seinen Betrieb auf, zwei Jahre später folgte der erste Luftreinhalteplan für Hamburg. Mitte der 80er Jahre geriet dann das Thema Wasserverschmutzung immer mehr ins öffentliche Interesse, so dass 1988 das Wassergütemessnetz in Hamburg etabliert wurde. Zudem wurden die Messungen von Altlasten im Boden zu einer wichtigen Aufgabe der Anstalt für Hygiene, ebenso wie Untersuchungen von Lebensmitteln und Umweltproben auf radioaktive Stoffe, die bereits seit 1961 von der Anstalt durchgeführt wurden – nach dem Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl natürlich mit einer ganz neuen Brisanz und Dringlichkeit.

Das Institut in Hamburg-Rothenburgsort Heutiger Sitz des Instituts für Hygiene und Umwelt in Hamburg-Rothenburgsort (Eingang Haus 1)
Das Institut konnte währenddessen neue Kompetenzbereiche gewinnen. Nach vielfältigen Überlegungen wurde beispielsweise 1984 die organisatorische Angliederung der Desinfektionsanstalt realisiert. Die vielfältigen Veränderungen bewegten die Stadt Hamburg 1990 dazu, ein Gutachten zur Reorganisation des Hygienischen Instituts erstellen zu lassen. Das Ergebnis wurde 1992 vorgelegt und führte zu einer weitreichenden Umstrukturierung, die 1997 abgeschlossen wurde. Sie brachte erneut diverse Verlagerungen von Aufgaben mit sich – zum Beispiel die Eingliederung des Instituts für Impfwesen und Virologie 1993, die (Wieder-)Ausgliederung des ZfA 1995 und schließlich 1997 die Integration der Veterinäruntersuchungsanstalt (VUA). Darüber hinaus wurden eine Leitungskonferenz, das Referat „Betriebliches Rechnungswesen“ und eine Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet.

Als wissenschaftliche Untersuchungsanstalt der Stadt Hamburg war das Hygienische Institut natürlich immer auch von nationalen und globalen Veränderungen geprägt. Der Zuwachs an Rechtsnormen, sowohl auf bundesdeutscher als auch auf europäischer Ebene, führte bei den amtlichen Lebensmitteluntersuchungen schließlich zur Zusammenarbeit mit den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Berlin und Brandenburg - die Norddeutsche Kooperation war geboren. Ziel ist es bis heute, ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchungstätigkeiten zu sichern und Defizite zu vermeiden. Durch die Bündelung bestimmter Untersuchungen in einem Landeslabor möchte man außerdem die Kosten gering halten und insgesamt stabile Strukturen schaffen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Der offizielle Abschluss der Reorganisation 1997 sollte aber nicht heißen, dass das Institut zur Ruhe kommt. Bereits im Jahr 2000 kam es zu erneuten Umstrukturierungen der Abteilung für Immunologie, Virologie und Impfwesen. Im Zuge dessen wurde das Impfzentrum zu einer eigenständigen Abteilung des Instituts erklärt und zog nach 35 Jahren von seinem Standort in der Hinrichsenstraße um an seinen heutigen Sitz in Beltgens Garten in Hamm.

Am 1. Januar 2003 traten dann die „Jesteburg-Beschlüsse“ des Senats in Kraft, mit denen die Weichen für die finanzielle Zukunft und die Haushaltsentwicklung Hamburgs gestellt wurden. Auch das Hygienische Institut war von den damit verbundenen strukturellen Veränderungen betroffen und wurde mit dem Fachamt für Umweltuntersuchungen zusammengeführt. Damit wurde auch die 1980 ausgegliederte Anstalt für Hygiene, deren Aufgaben inzwischen deutlich gewachsen waren, wieder in das Institut integriert. Mit der Wiedereingliederung des Umweltbereichs erhielt das Institut offiziell seinen bis heute gültigen Namen: „Institut für Hygiene und Umwelt – Hamburger Landesinstitut für Lebensmittelsicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltuntersuchungen“. Oder kurz: HU.

Auch weiterhin wurden durch organisatorische Verlagerungen und Zusammenlegungen Synergien für den Gesundheitsschutz genutzt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung geschah am 1. April 2013, als der Hafen- und Flughafenärztliche Dienst (HÄD) in das HU eingegliedert wurde. Dieser blickt übrigens auf eine ebenso lange Geschichte zurück wie das Institut selbst, denn er wurde bereits 1893 vom ersten Hafenarzt Hamburgs, Prof. Dr. Bernhard Nocht, gegründet und kümmert sich bis heute um die Belange des öffentlichen Gesundheitsschutzes im Bereich des Hafens und des Flughafens. Seine international bekannte Bezeichnung Hamburg Port Health Center (HPHC) blieb dem HÄD auch nach der Eingliederung erhalten.

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