Verbraucherschutz Honige und Imkereierzeugnisse

Unter dem Begriff „Honig“ dürfen nur unveränderte und unbehandelte Bienenprodukte gehandelt werden. Bei einer Mischung mit anderen Komponenten wie beispielsweise Nüssen darf das Produkt nicht „Honig mit Nüssen“ genannt werden, sondern muss „Nüsse mit Honig“ heißen. Und wenn der Honig erhitzt wurde, darf er nur noch als „Backhonig“ (verminderte Qualität) bezeichnet werden.

Honig, Imkereierzeugnisse, Überwachung, Untersuchung, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg, FHH

Laut Honigverordnung gilt die Definition: "Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen".

Honigproben, die im Institut für Hygiene und Umwelt untersucht werden, kommt entweder aus dem Handel in der Stadt, von den Kontrollen der Importwaren an den EU-Grenzen (Hafen/Flughafen) oder direkt von den Hamburger Imkern. Hinzu kommen sogenannte „Honig-Imitate“ wie Sirup aus anderen Zuckerarten wie Rübenzucker, Zuckerrohr oder Agavendicksaft sowie Mischungen aus Honig und Zuckerarten.

Untersuchungsparameter (Auswahl)

Je nach Probenart und den zu erwartenden Risiken werden jeweils nur ausgewählte Untersuchungen vorgenommen. Neben dem Produkt selbst wird auch die Kennzeichnung der Produkte genau angeschaut und mit den gesetzlichen Vorgaben abgeglichen. Beispielsweise wird bei Honig beziehungsweise Honigimitaten geprüft:

  • Erfüllt die Probe die Anforderungen an einen Honig und darf als Honig gehandelt werden (keine Fremdzucker oder andere Fremdstoffe enthalten)?
  • Entsprechen Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack der angegebenen Honigsorte?
  • Wurden dem Produkt Farbstoffe zugesetzt?
  • Stammt der „Honig aus der Lüneburger Heide“ wirklich aus dieser Region?
  • Findet man im Lindenblütenhonig tatsächlich überwiegend Pollen von Lindenblüten?
  • Wurde der Honig erhitzt, geschleudert oder anderem Stress ausgesetzt?
  • Ist der Honig durch zum Beispiel Hefen verunreinigt und gärt?
  • Findet man unerwünschte Stoffe wie Tierarzneimittel, Schwermetalle oder Pestizide im Honig?
  • Findet man Faulbrut-Larven im Honig (für Bienen gefährlich)?
  • Entspricht der angegebene Nährwert der Realität?

Untersuchungsmethoden (Auswahl)

  • Sensorische Prüfung: Entsprechen Geruch, Geschmack, Aussehen und Beschaffenheit den Erwartungen an das Produkt?
  • Enzymatisch-Chromatografische Prüfung: Bestimmung der Zuckerarten; Bestimmung der Frische über die Bienenenzyme (Diastase-Zahl)
  • Refraktometrische Prüfung: Bestimmung des Brechungsindex
  • Leitfähigkeitsmessung: Bestimmung des Mineralstoffgehalts
  • Mikroskopische Prüfung: Bestimmung der im Honig enthaltenen Pollenarten
  • Mikrobiologische Prüfung: Bestimmung der Qualität über Art und Anzahl der Keime
  • Gravimetrie: Bestimmung der Trockenmasse bzw. des Wassergehalts über Auswiegen vor und nach dem Trocknen
  • Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC): Bestimmung von Rückständen und Kontaminanten sowie von Hydroxymethylfuran (Anzeichen für unerlaubtes Erhitzen)
  • Dünnschichtchromatografie (DC): Bestimmung von Farbstoffen

Informationen zu den Untersuchungsergebnissen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.

Themen

Verbraucherschutz

Kontakt

Friedrich Liebig

Bereichsleiter Lebensmittelsicherheit und Zoonosen

Institut für Hygiene und Umwelt
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