Impfzentrum Hamburg Schutzimpfungen für alle Kinder

Hinweise zur Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren und zu Auffrischimpfungen

Schutzimpfungen für Kinder

Weitere (auch fremdsprachliche) Informationen finden Sie auch in unserer Impfbroschüre.

Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren: Das körpereigene Abwehrsystem von Neugeborenen ist besonders in den ersten zwei Lebensmonaten noch nicht so entwickelt, dass es auf Impfstoffe wie gewünscht reagiert. Dafür sind aber zum Teil noch Abwehrstoffe der Mutter im Blut, die allerdings zunehmend verschwinden. Daher sollte mit dem Aufbau des Grund-Impfschutzes gleich nach Vollendung des zweiten Lebensmonates begonnen werden.

Die Grundimmunisierung wird in der Regel durch eine Serie von Impfungen aufgebaut. Danach besteht bei einigen Krankheiten eine langanhaltende Schutzwirkung, bei anderen genügt später hin und wieder eine Auffrischimpfung in längeren zeitlichen Abständen, um die Abwehrkräfte zu aktivieren.

Das erste Lebensjahr steht im Zeichen des Impfschutzes gegen acht gefährliche Infektionskrankheiten:

Moderne Kombinationsimpfstoffe vereinen die Schutzwirkung gegen zahlreiche dieser Krankheiten in einer Spritze. Die Grundimmunisierung ist bei Kombinationsimpfstoffen mit Keuchhusten-Komponente nach einer Serie von vier Impfungen in bestimmten Abständen komplett. Bei Verwendung eines Sechsfach-Kombinationsimpfstoffes reichen also vier Injektionen für einen Komplettschutz gegen sechs Krankheiten. Die Grundimmunisierung gegen Pneumokokken-Infektionen erfordert ebenfalls eine Serie von vier Impfungen, die zeitgleich mit den genannten Kombinationsimpfungen erfolgen sollen. Alle Impfungen dieser Phase sollten ab vollendetem zweiten Lebensmonat beginnen und bis zum vollendeten 14. Lebensmonat abgeschlossen sein.

Im zweiten Lebensjahr (genauer gesagt schon im Alter ab vollendetem elften beziehungsweise zwölften bis zum vollendeten 23. Lebensmonat) tritt der Impfschutz gegen fünf weitere Krankheiten hinzu. Diese sind:

Für die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken steht ebenfalls ein Kombinationsimpfstoff (MMRV-Impfstoff) zur Verfügung, der zweimal mit einem Mindestabstand von vier Wochen angewendet werden muss. Diese Impfserie sollte im Regelfall ab vollendetem elften Lebensmonat beginnen und spätestens bis zum vollendeten 23. Lebensmonat abgeschlossen sein. Hinzu kommt eine einzelne Impfung gegen die Meningokokken-Infektion, die frühestens ab vollendetem zwölften Lebensmonat und spätestens ebenfalls bis zum vollendeten 23. Lebensmonat verabreicht werden sollte.

Viele, aber nicht alle der aufgeführten Impfungen können beliebig miteinander kombiniert und zum selben Zeitpunkt durchgeführt werden. Andere Impfungen wiederum erfordern die Beachtung von bestimmten Zeitabständen, wenn sie nicht am selben Tag erfolgen. Daher ist eine individuelle Impftermin-Planung durch den behandelnden Kinderarzt und eine sorgfältige Beachtung der Termine durch die Eltern unerlässlich.  

Auffrischimpfungen und ergänzende Impfungen

Gegen Diphtherie und Tetanus müssen lebenslang Auffrischimpfungen durchgeführt werden. Die erste dieser Auffrischimpfungen sollte fünf Jahre nach der Grundimmunisierung, also in der Regel wenn die Einschulung bevorsteht, durchgeführt werden. Die zweite Auffrischimpfung erfolgt in der Zeit zwischen dem vollendeten neunten und dem vollendeten 17. Lebensjahr. Danach muss das Abwehrsystem konsequent alle zehn Jahre durch eine Impfung zum Schutz gegen Diphtherie und Tetanus aufgefrischt werden.

Der Schutz gegen Keuchhusten erfordert nach planmäßiger Grundimmunisierung jeweils eine Auffrischung in der Zeit zwischen vollendetem fünften und vollendetem sechsten Lebensjahr sowie zwischen dem vollendeten neunten und dem vollendeten 17. Lebensjahr. Darüber hinaus sollte jeder Erwachsene einmalig eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten erhalten. Da der Keuchhustenimpfstoff nur als Kombination mit Tetanus und Diphtherie-Komponente (beziehungsweise mit Polio-Komponente) vorliegt, sollen alle Erwachsenen bei der nächsten fällige Auffrischimpfung gegen Diphtherie und Tetanus einmalig mit einem Kombinationsimpfstoff mit Keuchhusten-Komponente geimpft werden. Weitere gezielte Empfehlungen zu Auffrischimpfungen  gegen Keuchhusten im Erwachsenenalter betreffen Frauen mit Kinderwunsch sowie alle Personen, die privat oder beruflich engen Kontakt zu Kindern haben, sowie Personal im Gesundheitsdienst und in GemeinschaftseinrichtungenHier sollte eine  Auffrischimpfung erfolgen, wenn in den letzten zehn Jahren keine Erkrankung an oder Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat.

Alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren sollen gegen Infektionen durch humane Papillomaviren (HPV) geimpft werden. Es handelt sich dabei um Erreger, die sexuell übertragen werden und zu Gebärmutterhals-Krebs und in der etwas harmloseren Variante zu Feigwarzen führen können. Der vollständige Impfschutz ist nach einer Serie von drei Impfungen erreicht. Die Impfserie sollte möglichst bis zum ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Für den Schutz gegen Kinderlähmung wird in Deutschland nach der Grundimmunisierung nur noch einmal eine Auffrischimpfung empfohlen. Diese sollte zwischen dem vollendeten neunten und dem vollendeten 17. Lebensjahr erfolgen.

Wichtige Informationen

Kontakt

Institut für Hygiene und Umwelt
Zentrum für Impfmedizin

Öffnungszeiten

Reisemedizinische Beratungen und Impfungen nur nach Terminabsprache 

Servicetelefon und Terminvergabe:
Tel.: 040 / 42845- 4420

Barrierefreiheit

  • Barrierefrei zugänglich

Themen

HU

Institut für Hygiene und Umwelt