Institut für Hygiene und Umwelt

Elektrische Leitfähigkeit

Der Parameter elektrische Leitfähigkeit des Grundmessprogramms des WGMN

Elektrische Leitfähigkeit

Die spezifische elektrische Leitfähigkeit und der elektrische Leitwert sind Maße für die Fähigkeit einer wässrigen Lösung den elektrischen Strom zu leiten. Die Leitfähigkeit einer Wasserprobe ist abhängig von der Konzentration und dem Dissoziationsgrad der gelösten Elektrolyte, von deren elektrochemischen Wertigkeit, von der Ionenbeweglichkeit, ihrer Viskosität und der Temperatur. Die Leitfähigkeit einer 0,01 molaren Kaliumchloridlösung beträgt bei 20°C 1278 µS/cm, bei 25°C hingegen 1413 µS/cm. Dies führt dazu, dass man die Messwerte einer Probe, die bei unterschiedlichen Temperaturen bestimmt werden, praktisch nicht miteinander vergleichen kann. Aus diesem Grund wurde die Bezugstemperatur von 25°C eingeführt.

Die spezifische elektrische Leitfähigkeit ist ein wichtiger Summenparameter für gelöste, dissoziierte Stoffe (Elektrolyte, überwiegend gelöste Salze) und eignet sich somit für Untersuchungen zur Ermittlung der zeitlichen Änderung der Ionenkonzentration. Der Wertebereich liegt in der Elbe zwischen 500 und 1200 µS/cm. Reines (destilliertes) Wasser weist aufgrund seiner Eigendissoziation bei 25°C eine elektrische Leitfähigkeit von rund 5,5 µS/cm auf.

Die hydrogeologischen Verhältnisse im Einzugsgebiet eines Fließgewässers spielen bei der Leitfähigkeit eine große Rolle. Flüsse, die ihr Einzugsgebiet im Grundgebirge haben, weisen im allgemeinen geringere Leitfähigkeiten auf, als solche die aus Kalkgebieten kommen.

Neben der geologisch bedingten Leitfähigkeit werden, z.B. über Abwassereinleitungen und Straßenabschwemmungen, den Fliessgewässern hohe Ionenfrachten zugeführt, was zu einem Anstieg der Leitfähigkeitswerte im Gewässer führt. Ein ähnlicher Effekt kann aber auch durch den Zustrom eines Wassers mit einer höheren Leitfähigkeit durch Schleusentätigkeiten hervorgerufen werden. Auch bei starken Regenfällen ist in der Regel ein Absinken der Leitfähigkeitswerte zu beobachten, da das elektrolytarme Niederschlagswasser eine verdünnende Wirkung hat.