Schifffahrtsmedizin Forschungsprojekte

Die Bearbeitung anwendungsbezogener maritimer Forschungsprojekte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsgruppen des Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin.

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Forschungsprojekte

Schwerpunktthemen sind aktuell die psychische und physische Belastung an Bord, die interne und externe Qualitätssicherung von medizinischen Wiederholungslehrgängen sowie die Untersuchung der Eignung verschiedener Geräte zur Laiendefibrillation auf Schiffen.

Die Arbeitsbedingungen in der aktuellen Schifffahrt sind durch hohe physische, mentale and psychosoziale Belastungen geprägt. In Kooperation mit der Verkehrs-Berufsgenossenschaft untersucht die Arbeitsgruppe Schifffahrtsmedizin die Arbeits- und Lebensbedingungen im Rahmen einer auf mehrere Jahre angelegten Feldstudie („Hamburg Seafarer Study“). Zur Erfassung der Arbeitsbelastung von Seeleuten wurden u. a. auch Fragebögen (Questionnaire on cardiovascular diseases and stress situations of seafarers aboard) entwickelt, die als Screeningverfahren von psychosozialer Belastung an Bord geeignet erscheinen.

Bei Fragen oder Anregungen, zum Beispiel zur Optimierung der Schiffssicherheit oder zu Forschungsprojekten, steht Ihnen die Arbeitsgruppe gerne zur Verfügung.

Aktuelles Forschungsprojekt

Defibrillation an Bord

In der Neufassung der Krankenfürsorgeverordnung, an dem die Arbeitsgruppe Schifffahrtsmedizin mitgewirkt hat, ist festgelegt, dass alle Kauffahrteischiffe (nach Verzeichnis A) mit einer fünfjährigen Übergangsfrist einen halbautomatischen Defibrillator (Herzstromstoßgerät) an Bord mitführen müssen. Die ersten Reedereien haben diese Geräte bereits angeschafft, um die Notfallbehandlung beim Herz-Kreislaufstillstand auf hoher See auf ihren Schiffen zu optimieren.

Angesichts des bestehenden Informations- und Ausbildungsbedarfes in der Laiendefibrillation wurden entsprechende Lehrinhalte bereits in das Unterrichtsprogramm unseres schifffahrtsmedizinischen Ausbildungszentrums integriert. So kann den Schiffsoffizieren als Anwendern dieser Geräte frühzeitig ein Basisverständnis zu diesem Thema vermittelt werden.

Die Erfahrungswerte der Kursteilnehmer beim Umgang mit verschiedenen Defibrillatoren wurden wissenschaftlich ausgewertet und werden in eine Eignungsempfehlung der diversen Halbautomaten für die Reeder einfließen. Ferner haben die Reeder die Gelegenheit, sich mit Hilfe des Flyers "Defibrillator an Bord" (siehe unten) über die rechtlichen Anforderungen im Umgang  mit Defibrillatoren zu informieren.

Schmerzmittelausrüstung auf Seeschiffen

Das Hamburg Port Health Center hat im Jahr 2007 in einem Arbeitsgruppen übergreifenden Projekt die medizinische Ausstattung von 307 Kauffahrteischiffen erfasst und die tatsächliche Ausrüstung der Bordapotheke mit Schmerzmitteln mit den internationalen Empfehlungen und Vorschriften verglichen.

Hierbei zeigte sich, dass etwa 70 Prozent aller untersuchten Bordapotheken nicht ausreichend mit starken Schmerzmitteln ausgestattet waren. Bei Erkrankungen oder Unfällen an Bord, die mit starken Schmerzen einhergehen, ist in diesen Fällen eine fachgerechte Versorgung des Patienten nicht möglich.

Um für die Notwendigkeit des weltweit als Standard akzeptierten Schmerzmittels Morphium Verständnis zu schaffen, hat das Hamburg Port Health Center ein Aufklärungsfaltblatt entwickelt. In diesem Faltblatt finden Sie Informationen zu der oben erwähnten Untersuchung, Erklärungen zum Umgang mit dem Wirkstoff Morphin sowie Hinweise zum rechtlichen Hintergrund. Des Weiteren gibt Ihnen das Faltblatt Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema. Sie können die gedruckte Form des Faltblattes bei uns anfordern oder es unten auf dieser Seite herunterladen.

Grundsatzfragen zur Trinkwasserqualität

Die Arbeitsgruppe Schifffahrtsmedizin ist neben vielen anderen Aufgaben in Zusammenarbeit mit dem Hafen- und Flughafenärztlichen Dienst und dem Arbeitskreis der Küstenländer für Schiffshygiene in der Bearbeitung von Grundsatzfragen zur Trinkwasserhygiene an Bord von Schiffen und Flugzeugen engagiert.

Mit dem Ziel, Schiffsbesatzungen den sinnvollen Hintergrund der gesetzlich vorgeschriebenen Trinkwasserkontrollen näherzubringen, wurde ein Faltblatt  mit dem Thema "Fresh water on board?" erstellt (siehe unten). Hierin finden Sie Informationen zu den von den Hafenärztlichen Diensten analysierten Parametern und deren Bedeutung für Ihre Trinkwasseranlage, sowie Tipps und Hinweise zur Pflege Ihrer Anlage an Bord. 

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