Verbraucherschutz Spirituosen

Unter Spirituosen versteht in der Regel man alle Produkte, die durch Vergärung und anschließende Destillation gewonnen werden (zum Beispiel Korn, Wodka, Obstbrände, Whisky).

Spirituosen, Überwachung, Untersuchung, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg, FHH

Entscheidend für die Zuordnung zu den Spirituosen ist der Alkoholgehalt, der mindestens 15 Prozent ausmachen sollte (Ausnahme: Eierlikör darf 14 Prozent Alkohol enthalten). Im weiteren Sinne gehören auch Produkte dazu, bei denen die Destillate mit anderen Lebensmitteln gemischt werden (wie Cocktails, Longdrinks, Grog, Bowle). Bei diesen Mischgetränken kann der Alkoholgehalt auch deutlich unter 15 Prozent liegen (wie bei Alcopops).

Untersuchungsparameter (Auswahl)

Je nach Probenart und den zu erwartenden Risiken werden jeweils nur ausgewählte Untersuchungen vorgenommen. Neben dem Produkt selbst wird auch die Kennzeichnung der Produkte genau angeschaut und mit den gesetzlichen Vorgaben abgeglichen.  Bei Spirituosen wird beispielsweise geprüft:

  • Stimmt der auf der Verpackung angegebene Alkoholgehalt?
  • Wie steht es um die Qualität des Produkts (Geruch, Geschmack, Zusammensetzung)?
  • Wie hoch sind beispielsweise die Fruchtbestandteile in Fruchtsaftlikör?
  • Enthält das Produkt außer Ethanol noch andere Alkohole (Methanol oder höhere Alkohole)?
  • Liegt die Konzentration an Ethylcarbamat in Steinobstbränden unter der zulässigen Höchstmenge? (Blausäureverbindung, die bei der Herstellung aus den Obstkernen entstehen kann)
  •  Wie hoch ist der Sahneanteil im Sahnelikör?
  • Wird in der Gastronomie tatsächlich der angepriesene Marken-Whiskey ausgeschänkt oder ein deutlich günstigeres "No-Name-Produkt"?
  • Wurden bei der Herstellung von „Himbeergeist“ tatsächlich Himbeeren verwendet oder wurde aromatisiert?
  • Stammt der „Hamburger Kümmel“ aus Hamburg?
  • Kamen die Kirschen für das „Schwarzwälder Kirschwasser“ tatsächlich aus dem Schwarzwald?
  • Wie steht es um das Mischungsverhältnis der Cocktails in der Gastronomie? Entspricht sie dem guten Handelsbrauch beziehungsweise der Verbrauchererwartung?
  • Wird das Produkt dem verwendeten Namen gerecht?
  • Sind alle Zutaten angegeben (auch Farb- und Konservierungsstoffe)?
  • Sind die Angaben lesbar und verständlich dargestellt?

Untersuchungsmethoden (Auswahl)

  • Sensorische Prüfung: Bestimmung der Qualität über Geruch, Geschmack und Beschaffenheit
  • Screening mittels Infrarotspektroskopie: Überprüfung der Zusammensetzung
  • Destillation und Pyknometrie: Bestimmung des Alkoholgehalts
  • Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC): Bestimmung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, Rückständen und Kontaminanten
  • Photometrie: Bestimmung des Zuckergehaltes und der organischen Säuren
  • Gaschromatographie mit Massenspektrometriedetektion (GC-MS): Bestimmung von Aromastoffen
  • Isotopenanalyse: Geografische Angaben zur Herstellung (über die NoKo-Vereinbarung)

Informationen zu den Untersuchungsergebnissen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.