Institut für Hygiene und Umwelt

Verbraucherschutz Tabak und Tabakerzeugnisse

Nicht nur für Hamburg, auch für andere Länder der norddeutschen Kooperation analysieren wir Zigaretten und Zigarren, losen Tabak zum „Selberdrehen“ sowie Pfeifen- und Wasserpfeifentabak, gelegentlich auch Kau- oder Schnupftabak.

Tabak, Zigaretten, Überwachung, Untersuchung, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg, FHH

Besonders Wasserpfeifentabak ist in den letzten Jahren in den Untersuchungsfokus gerückt, da der Shisha-Konsum in Deutschland stark ansteigt, viele der Produkte aber deutlich mehr Feuchthaltemittel (meist Glycerin) enthalten, als die deutsche Tabakverordnung erlaubt (maximal fünf Prozent der Trockenmasse). In traditionellen Shisha-Ländern wie Jordanien oder Ägypten sind Gehalte von bis zu 50 Prozent Feuchthaltemittel zulässig und daher keine Seltenheit.

Weiterhin wird die Angabe der Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxid-Gehalte auf Zigarettenpackungen überprüft. Dazu werden Zigaretten unter standardisierten Bedingungen von einer Abrauchmaschine geraucht, der Rauch und das Kondensat aufgefangen und darin die Gehalte analysiert.

Außerdem überprüfen wir neue beziehungsweise regionale Produkte wie beispielsweise Snus (eine Art „Lutschtabak“). Dieses Tabakpulver wird traditionell in skandinavischen Ländern konsumiert, indem es seitlich in den Mund gesteckt und dort belassen wird. Snus darf in der EU nur in Schweden gehandelt werden. Bei uns darf es weder eingeführt noch weiterverkauft werden.

Untersuchungsparameter (Auswahl)

Je nach Probenart und den zu erwartenden Risiken werden jeweils nur ausgewählte Untersuchungen vorgenommen. Bei Tabak und Tabakerzeugnissen wird beispielsweise geprüft:

  • Wie ist die Beschaffenheit und Konsistenz des Produkts?
  • Wie hoch ist die Konzentration des Feuchthaltemittels im Wasserpfeifentabak?
  • Werden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten?
  • Sind die Konzentrationen von Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid auf Zigaretten-Packungen korrekt angegeben?
  • Enthält der lose Tabak nicht deklarierte oder nicht zulässige Farb- oder Konservierungsstoffe?
  • Sind Aromastoffe wie Menthol oder Campher verarbeitet worden?

Untersuchungsmethoden (Auswahl)

  • Sensorik: Überprüfung von Aussehen, Geruch und Beschaffenheit
  • Gaschromatographie (GC): Bestimmung des Gehalts an Feuchthaltemitteln, Nikotin oder Aromastoffen
  • Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIR): Bestimmung des Kohlenmonoxids
  • Gravimetrie: Bestimmung des Teergehalts durch Wiegen des Filters
  • Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HLPC): Bestimmung von Konservierungsstoffen
  • Dünnschichtchromatographie (DC): Bestimmung der Farbstoffe 

Informationen zu den Untersuchungsergebnissen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.