Verbraucherschutz Wein und sonstigen Erzeugnissen des Weinbaus

In Hamburg sind neben vielen gastronomischen Betrieben, die Weinerzeugnisse ausschenken, auch einige Weinimporteure ansässig. Eine amtliche Kontrolle ist entsprechend wichtig.

Wein, Überwachung, Untersuchung, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg, FHH

Auf Speisekarten unterscheidet man in der Regel Weißweine, Rosé- und Rotweine. Mit dieser Kategorisierung hat man allerdings nur eine erste Grobeinteilung erreicht. Über die Farbe hinaus gibt es viele Unterscheidungsmerkmale: das Anbaugebiet, die Traube, die Herstellungsart oder auch den Jahrgang. All diese Faktoren beeinflussen die Qualität und den Geschmack des Weines.

Neben dem klassischen Wein gehören auch andere, aus Trauben gewonnene Produkte zu den Erzeugnissen des Weinbaus, beispielsweise Perlwein, Schaumwein oder Likörwein. Ebenso der teilweise gegorene Traubenmost ("Federweißer" oder "Federroter").

Zu den weinhaltigen Erzeugnissen zählt man aromatisierte Weine und weinhaltige Cocktails, die mehr als 50 Prozent Wein enthalten (zum Beispiel Glühweine, Feuerzangenbowle, Sangria, Bowlen und Maiweine).

Die Beurteilung all dieser Produkte unterscheidet sich sehr stark von der Beurteilung anderer Lebensmittel, da die Rechtsgrundlage völlig anders ist: Es gibt für Weine und Erzeugnisse des Weinbaus eigene, spezielle Gesetze auf föderaler, nationaler und internationaler Ebene.

Untersuchungsparameter (Auswahl)

Je nach Probenart und den zu erwartenden Risiken werden jeweils nur ausgewählte Untersuchungen vorgenommen. Neben dem Produkt selbst wird auch die Kennzeichnung der Produkte genau angeschaut und mit den gesetzlichen Vorgaben abgeglichen. Bei Weinen und Weinerzeugnissen wird beispielsweise geprüft:

  • Wie steht es um die Qualität des Produkts (Frische, Geruch, Geschmack, Zusammensetzung)?
  • Wie viel Kohlensäure ist im Sekt, Prosecco oder Champagner enthalten?
  • Stimmen der auf der Verpackung angegebene Alkoholgehalt und die anderen Grundparameter?
  • Wurde zur Weinherstellung tatsächlich und gegebenenfalls ausschließlich die angegebene Rebsorte verwendet?
  • Erfüllt der Wein die Mindestanforderungen des Herkunftslandes? Trägt beispielsweise der Qualitätswein aus Franken seinen Namen zu Recht?
  • Wird in der Gastronomie der ausgelobte Wein verkauft oder wird ein „Billigwein“ unter falschem Namen ausgeschenkt?
  • Wird bei einem „Biowein“ zu Recht die biologische Erzeugung ausgelobt?
  • Wurde der Geschmack des Weines durch Zugabe von industriell hergestelltem Glycerin „optimiert“?
  • Wurden bei der Produktion von aromatisierten weinhaltigen Erzeugnissen Zusatzstoffe (wie Konservierungsstoffe) oder Aromastoffe verwendet und in welchen Konzentrationen?
  • Wird das Produkt dem verwendeten Namen gerecht?
  • Sind alle Zutaten angegeben (auch Farb- und Konservierungsstoffe)?
  • Sind in der Kennzeichnung die Hinweise auf allergieauslösende Stoffe (wie Schwefeldioxid, Lysozym, Albumin) erfolgt?
  • Sind die Angaben lesbar und verständlich dargestellt?

Untersuchungsmethoden (Auswahl)

  • Sensorische Prüfung: Bestimmung der Qualität über Geruch, Geschmack und Beschaffenheit
  • Screening mittels Dichtemessung und Refraktion: Überprüfung des Alkoholgehalts
  • Destillation und Titration: Bestimmung der flüchtigen Säure
  • Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC): Bestimmung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, Identifizierung der Rebsorten über das sogenannte Muster des Weines (Verhältnis der Farbstoffe und der organischen Säuren des Weines)
  • Flüssig-/Gaschromatografie gekoppelt mit Massenspektrometrie (LC-MS und GC-MS): Bestimmung von Rückständen (zum Beispiel Pestizide) oder Zusätzen (zum Beispiel Glycerin oder Natamycin)
  • Isotopenanalyse: Geografische Angaben zur Herstellung
  • Atomabsorptionsspektrometrie und induktiv gekoppeltes Plasma (IPC): Bestimmung der Mineralstoffzusammensetzung
  • Screening mittels Infrarotspektroskopie: Überprüfung der Zusammensetzung
  • Destillation und Pyknometrie: Bestimmung des Alkoholgehalts

Informationen zu den Untersuchungsergebnissen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.


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Friedrich Liebig

Bereichsleiter Lebensmittelsicherheit und Zoonosen

Institut für Hygiene und Umwelt
Marckmannstraße 129a
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