Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Justizvollzug Suizid in der Untersuchungshaftanstalt

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:


Suizid Untersuchungshaftanstalt Hamburg - FHH

Heute, am 19. Januar 2017, hat sich in der Untersuchungshaftanstalt (UHA) ein Gefangener erhängt. Der 25-jährige Anton G. wurde nach der Freistunde von Bediensteten der UHA leblos in seinem Haftraum vorgefunden. Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos, so dass der Notarzt anschließend nur noch den Tod feststellen konnte. Nach ersten Erkenntnissen hat sich G. mit einem Bettlaken erhängt. Der Leichnam wurde – wie in solchen Fällen üblich – zur Obduktion in das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf übergeführt.

G. war russischer Staatsbürger und lebte in Estland. Vorgestern, am 17.01.2017, war er wegen Verdachts auf Einfuhr von 5,6 kg Marihuana festgenommen worden. Er transportierte das Rauschgift in einem PKW mit schwedischem Kennzeichen und wollte es nach eigener Aussage nach Estland bringen. Aufgrund des fehlenden Wohnsitzes in Deutschland bestand aus Sicht das Gerichts Fluchtgefahr, so dass es gestern, am 18.01.2017, Untersuchungshaft anordnete.

Während des Suizidscreenings im gestrigen Aufnahmeverfahren der Untersuchungshaftanstalt äußerte G. Suizidgedanken (Verständigung durch einen Dolmetscher). Nach Beobachtung auf der Sicherungsstation sowie Untersuchung durch einen Facharzt für Psychiatrie, bei dem G. in gut verständlichem Englisch Suizidabsichten deutlich von sich wies, wurde er heute als stabil eingestuft und in einem normalen Haftraum untergebracht. Da es keine weiteren Anzeichen für eine Suizidgefährdung gab, bestand kein Anlass für weitere suizidpräventive Schritte.

Justizsenator Dr. Till Steffen: „Es tut mir sehr leid, dass der Mann keine Perspektive mehr in seinem Leben gesehen hat. Mein Mitgefühl möchte ich aber auch den Bediensteten aussprechen, die den Mann gefunden haben.“

Die Justizbehörde hat seit dem Sommer 2010 bestehende Maßnahmen zur Suizidprävention ergänzt und in den folgenden Jahren weiterentwickelt. Anlass waren mehrere Suizide im Hamburger Justizvollzug in jenem Jahr. So sind in den Justizvollzugsanstalten Billwerder, Fuhlsbüttel, Hahnöfersand und der Untersuchungshaftanstalt gefährdungsarme Hafträume eingerichtet worden, um in Fällen latenter Suizidalität neben der Unterbringung in einem Beobachtungshaftraum oder der Unterbringung in einem der üblichen Hafträume über eine weitere Option zu verfügen.

Die Beurteilung einer neu aufgetretenen oder anhaltenden Suizidgefährdung erfolgt nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ mit einer psychologischen Fachkraft und einem vollzugserfahrenen Bediensteten. Außerdem wurde die Erreichbarkeit des psychologischen Dienstes erweitert, um Gefangene in suizidalen Krisen auch an Wochenenden und Feiertagen psychologisch betreuen zu können.

Kontakt für die Presse

Christine Osterland

Pressesprecherin

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Pressestelle
Drehbahn 36
20354 Hamburg
Adresse speichern

Themenübersicht auf hamburg.de

Kontakt für die Presse

Christine Osterland

Pressesprecherin

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Pressestelle
Drehbahn 36
20354 Hamburg
Adresse speichern
Anzeige
Branchenbuch