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"Kein Täter werden" Präventionsarbeit zu sexuellem Kindesmissbrauch zeigt Wirkung

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UKE-Projekt im bundesweiten Netzwerk „Kein Täter werden“ arbeitet seit fünf Jahren erfolgreich in Hamburg

Am 1. April 2012 startete in der Präventionsambulanz des UKE in Hamburg-Altona das Projekt „Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs in Hamburg“ als Teil des bundesweiten Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“. Das Projekt findet in Hamburg in Kooperation mit dem Kinderschutzzentrum statt und richtet sich an Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und deshalb therapeutische Hilfe suchen. Vorrangiges Ziel ist es, sexuelle Übergriffe durch direkten körperlichen Kontakt oder indirekt durch den Konsum oder die Herstellung von Missbrauchsabbildungen im Internet (sogenannte Kinderpornografie) zu verhindern.

Ein schemenhaft dargestelltes Mädchen hält einen großen weißen Zettel mit der Aufschrift "No!" so vor sich, dass es selbst kaum zu sehen ist.

Präventionsarbeit sexueller Kindesmissbrauch - UKE - Hamburg - FHH

Prof. Dr. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE und Leiter des Hamburger Präventionsprojekts hebt hervor: „Das Hamburger Projekt im bundesweiten Netzwerk "Kein Täter werden" hat sich zu einem wichtigen Baustein der Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs in Hamburg entwickelt. Die konstante Inanspruchnahme unterstreicht die Notwendigkeit eines sexualmedizinischen Angebots in der Regelversorgung.“

Seit dem Start des Projekts finanziert die Justizbehörde den Hamburger Standort des Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“. Justizsenator Dr. Till Steffen sagt: „Das Projekt setzt genau dort an, wo es nötig ist: Bevor etwas passiert. Mit dem Therapieangebot leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zum Kinderschutz. Prävention ist eine wichtige Säule bei der Kriminalitätsbekämpfung. Sie verhindert zukünftige Opfer. Die Justizbehörde finanziert daher kontinuierlich dieses Angebot. Nachfrage und Erfolg zeigen aber auch, dass die Finanzierung nicht allein politischem Willen unterworfen sein sollte. Wir setzen uns daher für eine Übernahme der Therapie in die Regelfinanzierung bei den Krankenkassen ein.“

Seit dem Start haben mehr als 800 Betroffene und Angehörige, aber auch Therapeuten aus anderen Einrichtungen zum Projekt Kontakt aufgenommen. Mehr als 500 Personen (etwa 100 pro Jahr) meldeten sich wegen eines sexuellen Interesses an Kindern. Circa 20 Prozent dieser Personen hatten zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme juristische Auflagen oder Justizkontakt. Anhand der Verlaufsmessungen bestätigt sich, dass die therapeutischen Bemühungen erfolgreich sind. Das Projekt zeigt die Notwendigkeit und stetige Inanspruchnahme eines sexualmedizinischen Angebotes, das am Hamburger Standort in Altona vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE angeboten wird.

Hintergrund

In der Präventionsambulanz stehen 40 Plätze für Diagnostik und Therapie zur Verfügung. Hilfe und Unterstützung wird in wöchentlichen Gruppen oder als Einzeltherapie angeboten, auch Medikamente kommen bei Bedarf und in Absprache mit den Teilnehmern zum Einsatz. Die Therapie integriert psychotherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. 

Als Voraussetzung für die Teilnahme am Behandlungsprogramm gilt: Betroffene müssen hinsichtlich ihrer pädophilen Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und aus diesem Grund von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Werden sie in das Projekt aufgenommen, können sie kostenlos und durch die therapeutische Schweigepflicht geschützt sowohl eine diagnostische Klärung ihres Problems als auch therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Erste Untersuchungen zeigen, dass die Therapie geeignet ist, Risikofaktoren für das Begehen sexuellen Kindesmissbrauchs und der Nutzung von Missbrauchsabbildungen zu minimieren und auf diesem Wege sexuelle Gewalt zu verhindern. 

Neben Berlin und Hamburg befinden sich weitere Standorte in Düsseldorf, Gießen, Kiel, Mainz, Hannover, Leipzig, Regensburg, Stralsund und Ulm.

Weitere Informationen über das Präventionsnetzwerk sowie alle Kontaktdaten der Standorte des Präventionsnetzwerks in Deutschland finden Sie auf www.kein-taeter-werden.de  


Kontakt für die Presse

Christine Osterland

Pressesprecherin

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Pressestelle
Drehbahn 36
20354 Hamburg
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