Behörde für Kultur und Medien

Straßenbenennungen Hamburg bekommt eine „Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke“

Senatskommission beschließt sieben neue Benennungen von Verkehrsflächen


 

Hamburg bekommt eine „Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke“

Die Senatskommission für die Benennung von Verkehrsflächen hat sieben neue Namen für Straßen, Brücken und Plätze in Hamburg beschlossen. Unter anderem erinnert künftig die neue Fußgängerbrücke über das Alsterfleet, die das neu entstehende Büro- und Geschäftshaus „Alter Wall Hamburg“ mit den Alsterarkaden verbindet, an die Hamburger Ehrenbürgerin und Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“ Marion Gräfin Dönhoff.

Zudem hat die Senatskommission eine Reihe von Benennungen auf dem neu entstehenden Neuen Huckepackbahnhof beschlossen, die aus Vorschlägen aus dem Stadtteil hervorgehen. So entsteht dort im Zuge der Entwicklung ein Park, der künftig nach Erwin Seeler, dem Vater von Hamburgs Ehrenbürger Uwe Seeler, benannt wird. Erwin Seeler spielte viele Jahre bei Rothenburgsort 96 Fußball und war 1931 Torschützenkönig bei der Arbeiterolympiade. An die in Hamburg geborene und in New York gestorbene Künstlerin Eva Hesse erinnert der bereits fertiggestellte Eva-Hesse-Park nördlich der Hallerstraße. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit den aktuellen Benennungen ehren wir besonders viele Hamburgerinnen und Hamburger, die im Nationalsozialismus Haltung bewiesen und unsere Stadt auf besondere Weise geprägt haben. Was für ein schönes Zeichen, dass die neue Brücke im Herzen der Stadt, die direkt zum neuen Standort des Bucerius Kunst Forums führt, künftig an Hamburgs Ehrenbürgerin, Widerstandskämpferin und Mitherausgeberin der Zeit, Marion Gräfin Dönhoff erinnert. Die Benennungen auf dem Areal des Neuen Huckepackbahnhofs schlagen eine Brücke zwischen diesem aufstrebenden Standort und seiner Umgebung im Stadtteil Rothenburgsort und dessen Vergangenheit. Ein Park erinnert hier unter anderem künftig an Erwin Seeler, der viele Jahre bei Rothenburgsort 96 und im Arbeiter-Turn- und Sportbund spielte.“

Die neu benannten Flächen im Überblick:

 

Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke

Die neue Fußgängerbrücke über das Alsterfleet wird das Büro- und Geschäftshaus „Alter Wall Hamburg“, in dem auch das Bucerius Kunst Forum ansässig sein wird, mit den Alsterarkaden verbinden. Benannt nach Marion Gräfin Dönhoff (1909 auf Schloss Friedrichstein in Ostpreußen – 2002 auf Schloss Crottorf bei Friesenhagen, Rheinland-Pfalz), Journalistin, Autorin, Publizistin, Chefredakteurin und Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und Ehrenbürgerin der Freien und Hansestadt Hamburg. 

Erwin-Seeler-Park

Südlich der Billstraße auf dem Gelände des Neuen Huckepackbahnhof, entsteht dieser Park im Zuge der Entwicklung des Geländes neu. Erwin Seeler (1910 Hamburg – 1997 Norderstedt), spielte viele Jahre bei Rothenburgsort 96 und danach beim SC Lorbeer 06, einem Arbeitersportverein. 1929 und 1931 wurde er mit dem Verein Bundesmeister des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB). Mit der ATSB-Bundesauswahl nahm er 1931 an der Arbeiterolympiade teil und wurde Torschützenkönig. Später war er, wie sein Sohn und Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg, Uwe Seeler, als Spieler des HSV erfolgreich.

Cornelia-Harte-Straße

Neue Erschließungsstraße zwischen Billhorner Deich und Billhorner Brückenstraße, Hauptstraße des Neuen Huckepackbahnhofs. Erinnert an Prof. Dr. Cornelia Harte (1914 Hamburg– 1998 Köln), die 1951 als erste Frau eine Professur an der Universität Köln erhielt, die Vernetzung von Frauen in der Wissenschaft förderte und einen Förderpreis für herausragende Leistungen von Frauen in der Biologie stiftete.

Nieburstraße

Weitere neue Straße auf dem Neuen Huckepackbahnhof, die von der Billstraße in die ebenfalls neue Cornelia-Harte-Straße mündet. In Erinnerung an die Familie Niebur, aus der mehrere Mitglieder im 16. und 17. Jahrhundert dem Rat der Stadt angehörten und von 1616 bis 1680 Eigentümerin des späteren Marckmannschen Gehöfts in Billwerder war. Vor dem Krieg befand sich auf dem Gelände des Neuen Huckepackbahnhofs bereits eine Nieburstraße mit zahlreichen Geschäften und Gewerben.

Kaatje-Benninga-Platz

Neu zu erstellender Platz nördlich der neuen Cornelia-Harte-Straße. Nach Dr. Kaatje Benninga (1898 Hamburg – 1943 Sobibor), jüdische Allgemeinärztin in Rothenburgsort, die 1938 nach Amsterdam fliehen musste, im Durchgangslager Westerbork interniert wurde und am 5. März 1943 von den Nationalsozialisten in Sobibor ermordet wurde.

Eva-Hesse-Park

Bereits fertiggestellter Park nördlich der Hallerstraße. Erinnert an die Künstlerin Eva Hesse (1936 in Hamburg – 1970 in New York). Eva Hesse lebte mit ihrer jüdischen Familie bis zur Emigration in die USA im Jahre 1939 im Haus Isestraße 98. Sie hatte als Vertreterin der Prozesskunst und der Arte Povera international großen Erfolg.

Fritz-Manke-Weg

Fertiggestellter Rad- und Fußweg, der im Bezirk Bergedorf vom Werner-Neben-Platz zum Friedrich-Frank-Bogen führt. Erinnert an Fritz Manke (1941 – 2014), der als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bergedorf-West, Sprecher der Stadtteilkonferenz Bergedorf-West und als Mitglied der Bezirksversammlung sich sehr um den Bezirk verdient gemacht hat.

Details finden Sie im amtlichen Anzeiger unter: https://www.luewu.de/anzeiger/docs/2489.pdf