Behörde für Kultur und Medien

Thalia Theater „Das Theater als Raum der Freiheit“: Festmatinee zum 175-jährigen Jubiläum des Thalia Theaters 

Eine festliche Matinee mit Senator Dr. Carsten Brosda beschließt am 11. November ab 11 Uhr die Jubiläumsfestwoche „175 Jahre Gegenwart“


 

„Das Theater als Raum der Freiheit“: Festmatinee zum 175-jährigen Jubiläum des Thalia Theaters 

Das Thalia Theater wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Das feiert das Theater am Alstertor am 11. November mit einer Festmatinee zusammen mit zahlreichen Gegenwartsautoren, die dem Haus freundschaftlich verbunden sind, darunter der österreichische Autor Thomas Köck, in diesem Jahr ausgezeichnet mit dem Mülheimer Dramatikerpreis, der mit dem Musiker Andreas Spechtl auftreten wird, sowie der in den USA und Großbritannien gefeierte Londoner Autor Simon Stephens. Dabei soll das Theater als Raum der persönlichen, künstlerischen und politischen Freiheit gefeiert werden, aber auch als Ort des Festes, des offenen Diskurses in einer Gemeinschaft. Gerahmt wird die Festmatinee von besonderen Beiträgen der Schauspielerinnen und Schauspieler, Musik und einer Bühnentechnik-Show sowie Festansprachen von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, und Thalia-Intendant Joachim Lux. Im Rahmen der Festmatinee wird außerdem eine besondere Tradition am Thalia Theater fortgesetzt: die Weitergabe des Bozenhard-Rings von Christoph Bantzer an Victoria Trautmannsdorff. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die älteste Sprechbühne Hamburgs feiert ihren 175. Geburtstag und hätte dafür kein besseres Motto als ‚175 Jahre Gegenwart‘ finden können. Das Thalia Theater steht für Produktionen, die das Publikum begeistern, berühren und fordern, für ein starkes Ensemble und für erstklassiges Sprechtheater, das gegenwärtige gesellschaftliche Themen genauso verhandelt wie zeitlose Wahrheiten. Ich gratuliere dem Thalia Theater und seinem engagierten Team und wünsche viele weitere Jahre im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses unserer Stadt, immer am Puls der Zeit und verwurzelt in der Gegenwart.“

175 Jahre Thalia Theater


Das Thalia Theater, die älteste bis heute bestehende Sprechbühne der Hansestadt, wurde am 9. November 1843 unter der Leitung von Cheri Maurice gegenüber dem heutigen Standort eröffnet. Da es ihm zum Schutz des Stadttheaters an der Dammtorstraße verboten war, ernste Stücke zu spielen, benannte er sein Haus nach der griechischen Muse der Komödiendichtung und konnte aufgrund seines großen Erfolges 1912 in ein größeres Theater am heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz umziehen. Der Spielplan war längst nicht mehr nur der leichten Muse vorbehalten. Auf dem Programm standen auch Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Autoren wie Ibsens emanzipatorische „Nora“ oder die Stücke des jungen Skandalautors Frank Wedekind. Seit damals wird am Thalia Theater  um Tragik und Unterhaltung gerungen, um Regie und Schauspieltheater, um Klassizität und absolute Gegenwart. 175 Jahre Thalia Theater waren in den besten Momenten immer auch 175 Jahre Gegenwart.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Willy Maertens Intendant, von 1964 bis 1969 Kurt Raeck. Sein Nachfolger Boy Gobert öffnete das Haus für das zeitgenössische Regietheater mit Regisseuren wie Peter Zadek, Hans Neuenfels und Jürgen Flimm. 1980 bis 1985 leitete der vom Ensemble gewählte Peter Striebeck das Haus, der die Intendanz an Jürgen Flimm abgab. Flimm begab sich mit Regisseuren wie Jürgen Gosch, Alexander Lang, Ruth Berghaus, Thomas Langhoff, George Tabori in eine moderne Richtung. Die Musicals von Robert Wilson (zusammen mit Tom Waits und Lou Reed) sind Legende. Nach Jürgen Flimm übernimmt Ulrich Khuon das Theater und eröffnet in seiner ersten Spielzeit das „Thalia in der Gaußstraße“. Er setzt ebenfalls auf starke Regiehandschriften und verstärkt auf Uraufführungen. Das Theater wird wieder mehrmals zum Berliner Theatertreffen eingeladen und zum Theater des Jahres gekürt. Der wirtschaftliche Erfolg bleibt.

Seit Sommer 2009 ist Joachim Lux Intendant des Thalia Theaters. Bereits in seiner ersten Spielzeit konnte er starke Regisseure an das Haus binden: Luk Perceval, Nicolas Stemann, Jan Bosse, Dimiter Gotscheff sind nur einige Namen. Lux setzt sich verstärkt für die Verständigung zwischen den Kulturen, gesellschaftlichen Schichten und Religionen ein. Dafür steht auch das interkulturelle Festival „Um alles in der Welt – Lessingtage“, das seit 2010 zwischen Ende Januar und Anfang Februar, ausgehend von Lessings aufklärerischen Gedanken, am Thalia Theater mit renommierten internationalen Gastspielen stattfindet. Die Spielplanthemen und -stoffe spiegeln zudem die Tendenz wider, sich verstärkt mit der „Welt“ zu beschäftigen. Viele internationale Gastspieleinladungen – unter anderem nach Russland, China, Bogotá und zu unseren europäischen Nachbarn – sowie zahlreiche Auszeichnungen für Schauspieler, Inszenierungen, Regisseure und Bühnenbildner bestätigen die kontinuierliche hervorragende Arbeit des Thalia Theaters und seiner Mitarbeiter.

Weitergabe des Bozenhard-Rings von Christoph Bantzer an Victoria Trautmannsdorff


Eine besondere Tradition am Thalia Theater wird ebenfalls im Rahmen der Festmatinee beim Senatsempfang am 11. November fortgesetzt: die Weitergabe des Bozenhard-Rings. Sie geht zurück auf Albert Bozenhard, der ganze 55 Jahre lang, von 1875 bis 1930, Schauspieler am Thalia Theater war und seinen Schauspielerring als „Auszeichnung für den würdigsten Thalia-Schauspieler" 1939 seinem Kollegen Ernst Leudesdorff übergab. Spätere Träger des Rings waren ab 1945 Willy Maertens und ab 1968 Manfred Steffen. Nach den Regeln entscheidet der jeweilige Träger allein über die Nachfolge. 
Im Jahr 2006 gab Manfred Steffen, inzwischen 90-jähriger Thalia Schauspieler und Ehrenmitglied des Theaters, den Bozenhard-Ring an Christoph Bantzer weiter. Bantzer kam 1985 mit Jürgen Flimm ans Thalia Theater und ist dem Haus seit über 30 Jahren treu geblieben. Er wird den Bozenhard-Ring am 11. November an die erste Frau in der Reihe übergeben: Victoria Trauttmansdorff, die seit 1993 Ensemble-Mitglied ist.
Die ausführliche Biografie von Victoria Trauttmansdorff finden Sie hier, die von Christoph Bantzer hier. Weitere Informationen zur Festmatinee und zum Thalia Jubiläum auf der Website unter Thalia-theater.de/175 . 


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